Welche Ohrentropfen helfen bei akuter Gehörgangsentzündung?

Foto von Mädchen und Ärztin bei der Ohrenuntersuchung (PantherMedia / Wavebreakmedia ltd) Rezeptpflichtige Ohrentropfen können Ohrenschmerzen infolge einer Gehörgangsentzündung (Otitis externa) wirksam lindern. Es gibt keine Hinweise, dass rezeptfrei erhältliche, desinfizierende Tropfen ähnlich gut wirken.

Eine Entzündung des äußeren Gehörgangs, auch Otitis externa genannt, ist eine der häufigsten Ursachen für Ohrenschmerzen. Sie wird meist durch eine Infektion mit Bakterien hervorgerufen. Wenn die Entzündung nicht länger als einige Tage oder Wochen andauert, spricht man von einer akuten Otitis externa. Zu den üblichen Behandlungen gehören Schmerzmittel und desinfizierende Ohrentropfen, die ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind. Häufig werden aber auch rezeptpflichtige Ohrentropfen eingesetzt, die beispielsweise Antibiotika oder Kortison enthalten.

Forschung zu Behandlungen bei Gehörgangsentzündung

Eine Gruppe von Wissenschaftlern des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat 19 randomisierte kontrollierte Studien analysiert, in denen verschiedene Behandlungen bei Entzündungen des Gehörgangs geprüft wurden. An den Studien nahmen insgesamt knapp 3400 Kinder und Erwachsene mit akuter Otitis externa teil. Studien zu chronischen Entzündungen hat die Wissenschaftlergruppe nicht ausgewertet.

Die meisten Studien wurden in spezialisierten HNO-Abteilungen durchgeführt. Das Problem dabei: Viele gehen mit Ohrenschmerzen zu ihrer Hausärztin oder ihrem Hausarzt – und werden nur dann in spezialisierte HNO-Fachpraxen oder Kliniken überwiesen, wenn die Entzündung besonders stark ist. Deshalb lassen sich die Studienergebnisse möglicherweise nicht auf alle Patientinnen und Patienten mit einer Gehörgangsentzündung übertragen.

Außerdem liefen die Behandlungen in den verschiedenen Studien nicht immer gleich ab. Deshalb war es nicht möglich, die Studienergebnisse zu einer verlässlichen Aussage zu den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Ohrentropfen und Sprays zusammenzufassen.

Hinweise auf entzündungslindernde Wirkung

Dennoch zeigte die Auswertung der Studien, dass verschreibungspflichtige Ohrentropfen mit Antibiotika oder Kortison die Beschwerden bei einer Gehörgangsentzündung lindern können. Auch Kombinationen unterschiedlicher Wirkstoffe wurden in einigen Studien untersucht. Dabei zeigten sich keine eindeutigen Vor- oder Nachteile für bestimmte Mittel.

Für desinfizierende Ohrentropfen, die man ohne Rezept in der Apotheke kaufen kann, gibt es allerdings keine Hinweise, dass sie ähnlich wirksam sind wie etwa Tropfen mit Antibiotika oder Kortison.

Welche verschreibungspflichtigen Ohrentropfen im Einzelfall geeignet sind, bespricht man am besten mit der Ärztin oder dem Arzt.

Alle Ohrentropfen können Nebenwirkungen wie Brennen oder Hautausschläge verursachen. Wenn die Ohrentropfen wie vorgesehen angewendet werden, sind Nebenwirkungen allerdings unwahrscheinlich. Wer sich bei der Anwendung unsicher ist, kann in den Beipackzettel schauen oder in der Arztpraxis oder Apotheke nachfragen.