Was tun bei Hühneraugen?

Foto von Patientin bei einer Behandlung
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Wenn der Druck auf ein Hühnerauge nachlässt, verschwindet es in der Regel von selbst. Wer möchte, kann zusätzlich etwas tun – zum Beispiel die überschüssige schonend aufweichen und dann abtragen.

Hühneraugen sind ein häufiges Hautproblem. Vor allem ältere Menschen haben mit den schmerzhaften Verhornungen zu tun, die oft an den Füßen auftreten. Hühneraugen entstehen durch Druck und Reibung. Beseitigt man sie, verschwinden in der Regel auch die Hühneraugen.

Wie lässt sich der Druck auf ein Hühnerauge verringern?

Bei vielen Menschen sind drückende Schuhe die Ursache ihrer Hühneraugen. Es lohnt sich deshalb, die eigenen Schuhe kritisch zu überprüfen und zu enge Paare auszumustern. Auf bequeme Schuhe zu achten, die die Füße nicht einengen und Druck abfedern, kann auch anderen Fußproblemen vorbeugen.

Manchmal fällt es aus modischen oder beruflichen Gründen schwer, auf einengendes Schuhwerk komplett zu verzichten. Um zum Beispiel Pumps oder schmale Schuhe aus hartem Leder nicht länger als nötig zu tragen, hilft es, bei Bedarf ein Paar bequeme Wechselschuhe mitzunehmen oder dauerhaft im Auto, am Arbeitsplatz, bei Freunden oder Verwandten aufzubewahren.

Zum Thema Schuhe ist es manchmal auch sinnvoll, sich professionell beraten zu lassen – etwa von einer Orthopädie-Schuhtechnikerin, einem Orthopädie-Schuhtechniker oder in einem Sanitätshaus. Denn bei Fehlstellungen oder Gelenkerkrankungen der Füße und Zehen können auch bequeme Schuhe zu Druckbelastungen und Reibung führen. Dann können unter anderem Einlagen, Silikonpolster, druckentlastende Pflaster oder speziell angefertigte Schuhe helfen.

Hühneraugen können aber auch an anderen Körperstellen entstehen. An den Händen können Arbeiten mit bestimmten Werkzeugen oder Training mit Sportgeräten wie Hanteln die Ursache sein. Dann schützen zum Beispiel Handschuhe oder Schaumstoff-Griffe. Wenn es durch berufliche Tätigkeiten zu Hühneraugen kommt, ist es sinnvoll, den Arbeitgeber auf entsprechende Schutzkleidung oder Hilfsmittel anzusprechen.

Wie lässt sich die Verhornung schonend entfernen?

Zusätzlich zur Ursachenbekämpfung kann man ein Hühnerauge mechanisch abtragen, zum Beispiel mit einem Bimsstein aus der Drogerie. Zunächst weicht man die Hornhaut in einem etwa 10-minütigen Fuß- oder Handbad ein. Dann lässt sich die oberste Hornschicht mit dem Bimsstein schonend abreiben. Die Prozedur wird regelmäßig wiederholt – zum Beispiel jeden zweiten Abend.

Auf Klingen, Hornhauthobel oder -fräsen sollte man verzichten. Vor allem für Ungeübte ist die Verletzungs- und Infektionsgefahr zu groß. Im Rahmen einer fachgerechten Behandlung durch eine medizinische Fußpflegekraft (Podologin oder Podologe) sind schärfere Instrumente aber unbedenklich. Bei sehr tiefen, eitrig entzündeten Hühneraugen oder anderen Komplikationen ist eine Behandlung durch eine Ärztin oder einen Arzt erforderlich. Eine professionelle Behandlung ist auch wichtig für Menschen, die zum Beispiel ihre Füße selbst nicht gut erreichen – oder die wegen Durchblutungsstörungen der Füße oder Diabetes mellitus ein erhöhtes Risiko für Fußprobleme haben.

Wie werden Hornhautmittel (Keratolytika) angewendet?

Man kann auch versuchen, die starke Verhornung im Bereich eines Hühnerauges durch Salben, Cremes, Tinkturen oder spezielle Pflaster zu lösen. Sie enthalten sogenannte Keratolytika – Wirkstoffe, die die Hornschicht nach und nach ablösen sollen. Dazu gehören unter anderem Salicylsäure und Harnstoff. Die Mittel werden über mehrere Wochen angewendet. Sie sind nicht rezeptpflichtig und in Apotheken oder Drogerien erhältlich. Manche Menschen kombinieren die Behandlung mit Keratolytika auch mit der mechanischen Entfernung der . Keratolytika können bei Menschen, die wegen einer anderen Erkrankung – etwa Diabetes – Probleme an den Füßen haben, die Haut schädigen und mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen verbunden sein. Für sie ist es ratsam, die Hühneraugen nicht selbst damit zu behandeln.

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Erstellt am 27. März 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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