Einleitung

Foto von jungem Mann (PantherMedia / AndreyPopov) Ein seborrhoisches Ekzem – auch seborrhoische Dermatitis genannt – ist eine nicht ansteckende Entzündung der Haut. Dabei bilden sich vor allem im Gesicht und am Kopf rote Flecken und fettige Schuppen, die nur selten jucken. Fachleute gehen davon aus, dass unter anderem eine verstärkte Talgbildung (Seborrhoe), Hautkeime wie Pilze und eine geschwächte Abwehr zur Entstehung des Ekzems beitragen.

Tritt ein seborrhoisches Ekzem zum ersten Mal im Jugend- oder Erwachsenenalter auf, kehrt es meist immer wieder zurück. Oft hilft es dann, auf die entzündeten Stellen ein Antipilzmittel oder kortisonhaltige Cremes aufzutragen.

Ganz anders bei Säuglingen: Wenn sich das Ekzem in den ersten Lebensmonaten entwickelt, heilt es meist innerhalb eines Jahres von allein aus. Ein seborrhoisches Ekzem bei Babys wird auch als Gneis bezeichnet – nicht zu verwechseln mit Milchschorf, den entzündlichen, stark juckenden Hautveränderungen bei einer beginnenden Neurodermitis im Kindesalter.

Symptome

Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind rote Flecken, die mit gelblichen, fettig glänzenden Schuppen besetzt sind. Juckreiz besteht in der Regel nicht.

Die Flecken bilden sich vor allem an Hautstellen mit vielen Talgdrüsen, typischerweise

  • an der behaarten Kopfhaut und am Haaransatz,
  • an und zwischen den Augenbrauen und
  • an den Wangen und vor allem in den Hautfalten, die von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln ziehen.

Das Ekzem kann sich auch auf andere Körperbereiche ausbreiten, häufig über dem Brustbein und auf dem Rücken im Bereich der Brustwirbelsäule. Auch Hautfalten können betroffen sein – zum Beispiel unter der Brust oder in der Achsel- oder Leistenregion. Bei Männern können die Flecken manchmal auch im Genitalbereich vorkommen.

 

Grafik: Seborrhoisches Ekzem: typische Ausbreitung - wie im Text beschriebenSeborrhoisches Ekzem: typische Ausbreitung  

Bei Säuglingen sind vor allem die fest haftenden, gelblich-fettigen Schuppen auf der Kopfhaut (Gneis) typisch. Aber auch bei ihnen kann sich das Ekzem auf andere Körperteile wie Gesicht, Hautfalten und Windelbereich ausdehnen.

 

Grafik: Seborrhoisches Ekzem der Kopfhaut beim Säugling - wie im Text beschriebenSeborrhoisches Ekzem der Kopfhaut beim Säugling

Ursachen und Risikofaktoren

Vermutlich führen mehrere Faktoren zu den schuppigen Hautrötungen. Zum Beispiel können eine erhöhte Talgbildung der Talgdrüsen und die normalerweise unproblematische Besiedlung der Haut mit dem Hefepilz Malassezia furfur an der Entstehung des Ekzems beteiligt sein.

Auch Bakterien, Stress, eine familiäre Veranlagung, Hormone, Nervenerkrankungen wie etwa Parkinson und ein geschwächtes Abwehrsystem können eine Rolle spielen. Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem – zum Beispiel aufgrund einer AIDS-Erkrankung – haben zudem ein erhöhtes Risiko, an einer schwereren Form des seborrhoischen Ekzems zu erkranken, die sich auf die gesamte Haut ausbreitet und auch nicht so leicht behandeln lässt.

Häufigkeit und Verlauf

Das seborrhoische Ekzem kommt häufig vor: Etwa 3 bis 10 von 100 Menschen haben damit zu tun. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Typischerweise tritt das Ekzem zum ersten Mal im jüngeren Erwachsenenalter oder ab dem 50. Lebensjahr auf.

Die Erkrankung verläuft chronisch mit mal mehr, mal weniger stark ausgeprägten Symptomen. Die Hautveränderungen können auch für eine gewisse Zeit ganz abklingen – oft im Sommer. Sie kehren dann aber zum Beispiel im Winter oder in Stressphasen wieder zurück.

Bei Säuglingen heilt ein seborrhoisches Ekzem innerhalb des ersten Lebensjahrs in der Regel vollständig und folgenlos ab.

Diagnose

Wenn schuppige, nicht juckende Hautrötungen an den für das Ekzem typischen Stellen auftreten, ist die Diagnose einfach. Meist reichen ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese) und eine anschließende körperliche Untersuchung aus. Die Ärztin oder der Arzt versuchen dabei vor allem, andere Hauterkrankungen auszuschließen, die dem seborrhoischen Ekzem ähneln können. Dazu gehören die Schuppenflechte (Psoriasis) oder die Neurodermitis (atopische Dermatitis). Bei diesen Erkrankungen verändert sich die Haut aber in der Regel an anderen Körperstellen. Bei Neurodermitis jucken die entzündlichen Hautveränderungen und bestehen aus unscharf begrenzten Rötungen und teilweise kleinen Bläschen.

Nur selten sind weitere Untersuchungen erforderlich. So kann mithilfe eines Abstrichs im Labor geprüft werden, ob es sich um eine bakterielle Hautinfektion wie die Borkenflechte handelt. Eine Gewebeprobe (Biopsie) ist in der Regel nicht erforderlich.

Behandlung

Jugendliche und Erwachsene können die entzündeten Hautstellen mit bestimmten Medikamenten zum Auftragen behandeln, um die Beschwerden zu lindern. Infrage kommen zum Beispiel:

  • teerhaltige Shampoos
  • Cremes mit Salicylsäure
  • Cremes oder Shampoos mit Antipilzmitteln
  • entzündungshemmende Cremes oder Gele mit Kortison

Medikamente einzunehmen, ist in der Regel nicht nötig. Weil das Ekzem durch Sonnenlicht zurückgehen kann, probieren manche auch eine Fototherapie mit UV-B-Licht aus.

Eine Behandlung, die ein seborrhoisches Ekzem dauerhaft heilen kann, gibt es nicht.

Bei Säuglingen ist in der Regel keine Behandlung nötig, da das Ekzem bei ihnen von allein abheilt und sie nicht beeinträchtigt. Wer sein Kind von Schuppenkrusten auf dem Kopf befreien möchte, kann sie mit etwas Olivenöl über Nacht einweichen und dann mit Babyshampoo abwaschen. Wenn betroffene Hautfalten nässen, etwa im Windelbereich, kann Zinkpaste helfen.

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Leben und Alltag

Ein seborrhoisches Ekzem ist harmlos, kann für Jugendliche und Erwachsene aber dennoch belastend sein: Die schuppigen Flecken bilden sich oft im Gesicht und sind dann für andere sichtbar. Zudem können sie einen ein Leben lang begleiten. Wer sich in seiner Haut sehr unwohl fühlt, kann mit seiner Ärztin oder seinem Arzt über Möglichkeiten sprechen, zum Beispiel mithilfe einer Verhaltenstherapie einen entspannteren Umgang mit der Erkrankung zu finden.

Die entzündeten Hautstellen aus Scham ständig unter einem dicken Make-up zu verbergen, sollte vermieden werden, da dies die Hautporen verschließt. Ab und zu ein leichtes Make-up aufzutragen, ist aber kein Problem. Zur Pflege der Haut eignen sich milde, nicht zu fetthaltige Pflegeprodukte.

Ein besonderer Sonnenschutz ist bei einem seborrhoischen Ekzem nicht nötig. Es genügt, sich je nach Hauttyp angemessen vor UV-Strahlen zu schützen. Licht und Luft an die Haut zu lassen, zum Beispiel am Strand, kann die Beschwerden vielmehr lindern. Schützende Lotionen mit geringem Fettgehalt sind auch hier besser geeignet als sehr fetthaltige Sonnencremes.

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