Humane Papillomviren (HPV)

Foto von jungem Paar (Jacob Wackerhausen / iStockphoto / Thinkstock) Humane Papillomviren sind so verbreitet, dass sich die meisten Männer und Frauen im Laufe ihres Lebens anstecken. Normalerweise bleibt eine Infektion mit den Viren unbemerkt. Manche Papillomviren können jedoch harmlose Warzen verursachen. Bestimmte Virustypen erhöhen das Risiko für bestimmte Tumore, vor allem Gebärmutterhalskrebs.

Papillomviren sind Krankheitserreger, die Entzündungen und Hautveränderungen hervorrufen können. Manche kommen nur beim Menschen vor. Sie heißen deshalb Humane Papillomviren (HP-Viren oder HPV). Sie dringen in die Haut oder Schleimhaut ein, vermutlich durch kleine Risse oder Verletzungen, und vermehren sich dort im Inneren der Zellen. HPV werden durch direkten Kontakt mit befallenen Haut- oder Schleimhautstellen übertragen.

Welche Folgen hat eine Infektion mit HPV?

Eine Infektion mit HPV verläuft in der Regel unbemerkt, verursacht keine Beschwerden und heilt meist von selbst aus. Eine seltene Folge kann jedoch Gebärmutterhalskrebs sein. Er kann Jahre bis Jahrzehnte nach der Infektion entstehen.

Bis heute sind über 200 verschiedene HPV-Typen bekannt. Manche führen zur Bildung von Hautwarzen (Papillome). Etwa 40 Arten von HPV verursachen Infektionen von Haut- und Schleimhautzellen im Genitalbereich und sind sexuell übertragbar. Sie werden „genitale HPV“ genannt. Andere Typen befallen das Gesicht, die Hände oder Füße. Unterschiedliche HPV-Typen können gleichzeitig auftreten.

Genitale HP-Viren lassen sich wiederum in Hochrisiko- und Niedrigrisiko-Typen unterscheiden. Niedrigrisiko-HPV können Warzen im Genitalbereich (auch Feigwarzen oder Kondylome genannt) entstehen lassen. Feigwarzen sind zwar oft unangenehm, aber harmlos. Sie finden sich bei durchschnittlich etwa 1 % der Bevölkerung, häufiger aber bei sexuell aktiven jungen Menschen. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen verschwinden Feigwarzen auch unbehandelt nach einigen Monaten von selbst wieder. Die häufigsten Niedrigrisiko-Typen sind HPV 6 und 11.

Welche Virentypen erhöhen das Krebsrisiko?

Hochrisiko-HPV setzen sich häufig in den Schleimhautzellen am Muttermund fest, im Übergangsbereich zwischen Scheide und Gebärmutterhals. Hier können sie zu Gewebeveränderungen (Dysplasien) führen, aus denen sich über die Jahre ein bösartiger Tumor entwickeln kann. Das passiert jedoch selten. Bei zwölf Hochrisiko-Typen gilt es als sicher, dass sie das Risiko für Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) erhöhen. Die wichtigsten sind HPV 16 und 18. Sie werden auch in Tumorgewebe am häufigsten nachgewiesen.

Neben Gebärmutterhalskrebs können HPV auch das Risiko für Tumore in der Scheide, am Penis, am After sowie im Mund- und Rachenraum erhöhen. Diese Tumore sind jedoch deutlich seltener als am Gebärmutterhals.

Wie steckt man sich mit HPV an?

Da HP-Viren weit verbreitet sind, infizieren sich die meisten sexuell aktiven Frauen und Männer im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit HPV. Im Normalfall werden die Viren vom Abwehrsystem erfolgreich bekämpft und verschwinden, ohne Beschwerden verursacht zu haben. Man kann sich wiederholt mit HPV anstecken.

Weil HP-Viren unsichtbar in Haut- und Schleimhautzellen im gesamten Genitalbereich sitzen können, kann man sich bei jedem intimen Hautkontakt anstecken, nicht nur beim Geschlechtsverkehr. Eine Ansteckung über Körperflüssigkeiten wie Sperma, Blut oder Speichel gilt als unwahrscheinlich. Die Viren können aber beim Oralverkehr übertragen werden, wenn die Mundschleimhaut mit HPV-infizierten Hautstellen in Berührung kommt.

Frauen und Männer stecken sich ähnlich häufig an. Mögliche Infektionsfolgen wie Krebs entwickeln sich bei Männern jedoch seltener. Bei Frauen ist das Infektionsrisiko bis zum Alter von etwa 30 Jahren am größten.

Infektionen mit HPV lassen sich direkt mit einem HPV-Test nachweisen oder indirekt durch einen Abstrich an Schleimhautveränderungen erkennen.

Wie schützt man sich vor HPV?

Da HP-Viren so weit verbreitet sind, kann man sich bereits beim ersten intimen Kontakt mit HPV anstecken. Wer sich sicher vor einer Ansteckung schützen wollte, müsste völlig enthaltsam sein oder einen Partner haben, die oder der ebenfalls keine anderen intimen Kontakte hat und hatte.

Kondome schützen nicht zuverlässig vor HPV, weil sie nicht alle Hautstellen im Genitalbereich abschirmen, die befallen sein können. Dennoch verringern sie das Ansteckungsrisiko. Zudem schützen Kondome vor vielen anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

Für Mädchen und Frauen, die sich noch nicht mit HPV infiziert haben, steht eine Impfung zur Verfügung. Die Impfstoffe können vor einer Infektion mit bestimmten HPV-Typen schützen. Damit sinkt auch das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Was bedeutet HPV für eine Partnerschaft?

Eine HPV-Infektion macht sich bei Männern wie Frauen nur selten bemerkbar. Weil Frauen sich häufiger untersuchen lassen als Männer, wird bei ihnen auch eher ein HPV-Test gemacht – etwa, weil im Rahmen eines Abstrichs eine Schleimhautveränderung am Muttermund festgestellt wurde. Nach der Diagnose fällt es manchen Frauen schwer, ihren Partner oder ihre Partnerin über die Infektion zu informieren. Doch auch in einer festen Beziehung können beide Partner HPV haben. Wer zuerst infiziert war oder wie lange die Ansteckung zurückliegt, lässt sich nicht feststellen und spielt für den Verlauf der normalerweise harmlosen Infektion keine Rolle.

Bislang ist unklar, ob sich beide Partner immer wieder gegenseitig neu anstecken können. Es gibt jedoch Hinweise, dass sich Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals der Frau eher wieder zurückbilden, wenn ein Paar beim Geschlechtsverkehr regelmäßig Kondome benutzt. Dies spricht dafür, dass die Kondome vor dem Kontakt mit den Viren des Partners zumindest zum Teil schützen.

Was passiert, wenn die Infektion anhält?

Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst aus, da das Immunsystem die HP-Viren erkennt und beseitigt. Gelingt dies nicht, dauert die HPV-Infektion über einen längeren Zeitraum an. Bisher gibt es keine Behandlung, die HP-Viren direkt bekämpfen kann.

Wenn sich die Viren dauerhaft ansiedeln, können sie Gewebeveränderungen hervorrufen. Diese bilden sich oft wieder zurück. Sie können aber auch bestehen bleiben oder sich weiterentwickeln. Bei einigen Menschen entstehen, je nach Virustyp, stärkere Gewebeveränderungen, aus denen sich Krebs entwickeln kann.

Was lässt sich gegen Genitalwarzen tun?

Viele Feigwarzen sind nicht sicht- und spürbar, andere entwickeln sich zu festen Knötchen mit unregelmäßiger Oberfläche. Sie sind wenige Millimeter klein bis mehrere Zentimeter groß und rötlich, bräunlich oder weißlich gefärbt. Meistens kommen sie gehäuft vor. Je nachdem, wie groß sie sind und wo sie sich gebildet haben, können sie Beschwerden wie Jucken oder Brennen verursachen.

Genitalwarzen können lokal mit einem Medikament (einer Salbe oder Lösung) behandelt oder operativ entfernt werden. Welche Therapie im Einzelfall infrage kommt, hängt ebenfalls von der Beschaffenheit der Warzen ab und davon, wo sie sich genau befinden und wie weit sie sich ausgebreitet haben.

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