Mir fiel manchmal sogar das Gehen schwer

Foto von Gymnastikgruppe (PantherMedia / Robert Kneschke) Siegfried, 73 Jahre

„Irgendwann bin ich vor Schmerzen aufgewacht: Mein rechter großer Zeh war angeschwollen, rot und tat sehr weh.“

Als ich etwa 48 Jahre alt war, bin ich irgendwann vor Schmerzen aufgewacht: Mein rechter großer Zeh war angeschwollen, rot und tat sehr weh. Damit fingen die Beschwerden an. Daraufhin ging ich zum Arzt. Er diagnostizierte bei mir Gicht.

Ich bekam Medikamente dagegen. Dennoch hatte ich immer wieder Gichtanfälle. Mir fiel manchmal sogar das Gehen schwer. Ich spürte mit der Zeit auch Schmerzen in anderen Gelenken, aber hauptsächlich hatte ich die Beschwerden im Zeh. Ich kann mich noch an eine Dienstreise erinnern, bei der ich mein Bein hochlagern musste, weil es so wehtat. Und während einer anderen Dienstreise musste ich dort zum Arzt gehen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe vor Schmerzen.

Gichtanfälle traten unregelmäßig und plötzlich auf

Mein Blut wurde regelmäßig auf den Harnsäurespiegel untersucht und ich bekam verschiedene Medikamente. Die Gichtanfälle traten jedoch weiter unregelmäßig und plötzlich auf. Wir probierten immer weiter, das passende Medikament mit der richtigen Dosis zu finden. Nach etwa drei Jahren Behandlung waren dann die Medikamente richtig eingestellt und mir wurde nur noch Allopurinol verordnet. Ich hatte seitdem keine Gichtanfälle mehr. Mit der Zeit habe ich meinen Alkoholkonsum stark reduziert und die Dosis der Medikamente konnte auf 100 mg gesenkt werden. Bei dieser Dosierung ist es bis heute geblieben.

Ich habe damals auch meine Essgewohnheiten geändert. Unter anderem habe ich auch darauf geachtet, weniger Innereien und Hülsenfrüchte zu essen. Obwohl ich mich nicht erinnern kann, dass bestimmte Lebensmittel einen Gichtanfall bei mir ausgelöst hätten. Fette Speisen und üppiges Essen habe ich dennoch seither gemieden.

Die Gicht beeinträchtigt nicht mehr das Leben

Ich bin immer noch medikamentös sehr gut eingestellt und habe kaum Schmerzen. Ab und zu habe ich Gliederschmerzen. Ob die aber auf die Gicht oder auf mein Alter zurückzuführen sind, weiß ich nicht. In meinem Alter ist man ja nicht mehr ganz so fit.

Ich versuche, mich viel zu bewegen und mache schon seit einigen Jahren regelmäßig gymnastische Übungen. Das halte ich für sehr wichtig und es tut mir einfach gut.

Mittlerweile muss ich relativ oft wegen anderer Untersuchungen zum Arzt. Dann wird der Harnsäurespiegel bei anderen Blutuntersuchungen mitgemessen und ich bekomme die entsprechenden Medikamente verschrieben.

Derzeit nehme ich eine Tablette pro Tag, immer am Abend. Früher habe ich sie immer am Morgen genommen. Aber jetzt muss ich auch einige andere Medikamente einnehmen und ich habe die Einnahme auf den Abend verschoben. Damit komme ich gut klar.

 

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

Schlagwörter: E79, Gicht, M10, M20, Muskeln, Knochen und Gelenke, Nieren und Harnwege