Einleitung

Dupilumab (Handelsname Dupixent) ist seit Oktober 2019 für Erwachsene mit schwerer chronischer Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen zugelassen. Der Wirkstoff wird als zusätzliche Therapie mit Kortison-Nasensprays eingesetzt. Er kommt für Patientinnen und Patienten infrage, bei denen die Einnahme von Kortisontabletten oder ein operativer Eingriff nicht ausreichend geholfen haben.

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung sind die Nasenschleimhaut und die Nasennebenhöhlen zum Beispiel durch eine Infektion entzündet. Die Fachbezeichnung dafür lautet „Rhinosinusitis“. Typische Beschwerden sind verstopfte Nase, laufende Nase, Husten, Fieber und Schmerzen, insbesondere im Bereich der Nebenhöhlen.

Man unterscheidet eine akute von einer chronischen Form der Nasennebenhöhlenentzündung. Bei der chronischen Form hält die Erkrankung länger als drei Monate an.

Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung bilden sich manchmal auch Polypen. Das sind gutartige Wucherungen der Schleimhaut in den Nasennebenhöhlen. Sie blockieren die Belüftung der Nasennebenhöhlen zusätzlich und begünstigen dadurch die Ansiedlung von Krankheitserregern.

Dupilumab soll die Entzündung der Schleimhaut verringern, indem es einen entzündungsfördernden Botenstoff hemmt.

Anwendung

Dupilumab gibt es als Fertigspritze in einer Dosierung von 300 mg. Der Wirkstoff wird zusätzlich zu einer Behandlung mit einem Kortison-Nasenspray angewendet (Add-on-Therapie).

Bei der ersten Anwendung werden 300 mg des Wirkstoffs unter die Haut gespritzt (eine Spritze zu 300 mg). Danach wird die Anwendung alle 2 Wochen wiederholt.

Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen.

Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 24 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Personen mit einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen, denen mit Kortisontabletten oder einem operativen Eingriff nicht ausreichend geholfen werden kann, erhalten als Standardtherapie ein Kortison-Nasenspray mit den Wirkstoffen Budesonid oder Mometasonfuroat. Die Behandlung kann mit Maßnahmen wie Nasenspülungen unterstützt werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2020 geprüft, welche Vor- und Nachteile Dupilumab für Personen mit chronischer Nasennebenhöhlenentzündung und Nasenpolypen, bei denen Kortisontabletten oder ein operativer Eingriff nicht ausreichend geholfen haben, im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Zu dieser Frage legte der Hersteller zwei Studien vor, deren Ergebnisse gemeinsam ausgewertet werden konnten: Insgesamt erhielten 438 der Teilnehmenden Dupilumab als zusätzliche Therapie mit Mometasonfuroat und 286 der Teilnehmenden eine Standardtherapie bestehend aus Mometasonfuroat und einem Scheinmedikament (Placebo).

Nach einem halben Jahr zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Dupilumab?

Krankheitsbeschwerden und Folgen: In den Studien wurden die Patientinnen und Patienten gefragt, ob verschiedene Krankheitsbeschwerden und Beeinträchtigungen wie zum Beispiel verminderter Geschmackssinn, Schwindel, Schmerzen, Schlaf- oder Konzentrationsprobleme vorliegen und wie belastend diese für sie sind. Die Studie zeigt hier insgesamt einen Vorteil: Die Beschwerden besserten sich insgesamt bei 80 von 100 Personen, die zusätzlich Dupilumab erhielten, aber nur bei 54 von 100 Personen ohne Dupilumab.

Auch für einzelne Krankheitsbeschwerden wie laufende oder verstopfte Nase und verminderter Geruchssinn zeigt die Studie einen Vorteil von Dupilumab.

Gesundheitszustand: In den Studien wurden die Patientinnen und Patienten gefragt, wie sie ihren Gesundheitszustand selbst einschätzen. Die Studie zeigt auch hier einen Vorteil von Dupilumab.

Welche Nachteile hat Dupilumab?

Es zeigten sich keine Nachteile von Dupilumab als Add-on-Therapie.

Welche Fragen sind noch offen?

Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen keine Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Dupilumab (Dupixent).