Einleitung

Foto von Mutter mit Kindern in der Sprechstunde (PantherMedia / CandyBox Images) Die Borkenflechte, auch Grindflechte oder Impetigo contagiosa genannt, ist eine juckende, manchmal auch schmerzende oberflächliche Hautinfektion, die vor allem bei kleinen Kindern häufig vorkommt. Sie wird durch Bakterien verursacht und ist hochansteckend. Deshalb dürfen Kinder mit Borkenflechte erst wieder in die Kita oder zur Schule gehen, wenn sie keine anderen Kinder mehr anstecken können – also etwa 24 Stunden nach Beginn einer Behandlung mit Antibiotika. Ohne Therapie kann eine Borkenflechte einige Wochen lang ansteckend bleiben.

Symptome

Die ersten Anzeichen einer Borkenflechte sind meist um Mund und Nase herum zu sehen: ein juckender roter Ausschlag mit wassergefüllten Bläschen, die rasch aufplatzen. Dann bilden sich gelbliche Krusten, die nach einiger Zeit abfallen, ohne Narben zu hinterlassen.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Borkenflechte wird durch eine Infektion mit bestimmten Bakterien verursacht, meist Streptokokken oder Staphylokokken. Die Keime können zum Beispiel über kleinere Hautverletzungen, einen Ausschlag oder Insektenstich in die Haut eindringen.

Übertragen werden sie durch Hautkontakt oder den Kontakt mit Gegenständen, die eine infizierte Person berührt hat (Schmierinfektion).

Häufigkeit und Verlauf

Die Borkenflechte ist die häufigste Hautinfektion bei Kindern. In Europa werden pro Jahr etwa 2 von 100 Kindern wegen einer Borkenflechte behandelt.

Der typische Ausschlag zeigt sich wenige Tage nach einer Ansteckung. Die Infektion kann sich auf die Hände, Arme oder Beine ausbreiten. Selten greift sie auf tiefere Hautschichten oder das Nagelbett über. Auch ohne Behandlung klingt eine Borkenflechte meist von selbst wieder ab, es kann dann aber einige Wochen dauern. Eine überstandene Erkrankung macht leider nicht immun gegen die Bakterien, schützt also nicht vor einer erneuten Infektion.

Behandlung

Solange sich die Borkenflechte nur auf einen kleinen Hautbereich beschränkt, werden zur Behandlung häufig desinfizierende Lösungen oder Salben empfohlen. Ihr Nutzen ist allerdings fraglich.

Als wirksam haben sich antibiotikahaltige Salben erwiesen. Antibiotika-Tabletten werden normalerweise nur eingesetzt, wenn ein Kind eine großflächige Borkenflechte hat, oder wenn die Infektion an mehreren Körperstellen auftritt. Antibiotika-Tabletten haben häufiger Nebenwirkungen als antibiotische Salben, sie können zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden verursachen.

Um Ansteckungen zu vermeiden, ist eine gründliche Hygiene wichtig, vor allem

  • häufiges Händewaschen,
  • getrenntes Benutzen von Handtüchern sowie
  • Waschen der getragenen Kleidung bei mindestens 60° C.

Damit sich ein erkranktes Kind nicht so heftig kratzen kann, ist es gut, wenn seine Fingernägel möglichst kurz geschnitten sind.

Was Studien sagen

Weitere Informationen

Die Borkenflechte gehört zu den Erkrankungen, die im Infektionsschutzgesetz erfasst sind. Dort ist festgelegt, dass schon Personen, bei denen nur der Verdacht auf eine Erkrankung besteht, sich von Gemeinschaftseinrichtungen fernhalten müssen, in denen sie Kontakt zu anderen haben. Eine Teilnahme an Gemeinschaftsaktivitäten ist erst dann wieder möglich, wenn eine Ärztin oder ein Arzt keine Ansteckungsgefahr mehr sieht. In der Regel ist das 24 Stunden nach Beginn einer Behandlung mit Antibiotika der Fall – oder erst, wenn die Borkenflechte von selbst abgeheilt ist.

Schlagwörter: Borkenflechte, Grindflechte, Haut und Haare, Immunsystem und Infektionen, Impetigo, L01, L29