Helfen Lagerungsmanöver bei gutartigem Lagerungsschwindel?

Foto von Frau mit Schwindel beim Aufstehen (PantherMedia / Tatiana Gladskikh) Sich hin und her drehen lassen und dann den Schwindel los sein – kann das funktionieren? Das hat sich auch eine Forschungsgruppe gefragt und Studien zu Lagerungsmanövern ausgewertet. Ihr Fazit: Ja, sie helfen.

Das Epley- und das Semont-Manöver sind Abfolgen von Drehungen des Kopfes und Positionswechseln des Rumpfes. Sie werden bei gutartigem Lagerungsschwindel eingesetzt, um das durch winzige Steinchen gestörte Gleichgewichtsorgan zu beruhigen. Die Manöver sollen die losen Steinchen dazu bringen, sich festzusetzen. Dann lösen sie keine Schwindelattacken mehr aus und können vom Körper abgebaut werden.

Studienergebnisse zur Wirksamkeit

Wissenschaftler des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration haben elf Studien zum Epley-Manöver ausgewertet. An diesen Studien nahmen knapp 750 Erwachsene mit einem gutartigen Lagerungsschwindel teil.

Die Studienergebnisse zeigen, dass das Epley-Manöver die Schwindelanfälle mit hoher Wahrscheinlichkeit verschwinden lässt. Nach bis zu vier Wochen ergab der Vergleich zwischen den Teilnehmergruppen:

  • Ohne Behandlung waren 20 von 100 Personen beschwerdefrei.
  • Nach dem Epley-Manöver waren 52 von 100 Personen beschwerdefrei.

Das heißt, das Epley-Manöver konnte zusätzlich 32 von 100 Menschen vor weiteren Schwindelanfällen bewahren.

Studien, die das Epley- und das Semont-Manöver miteinander verglichen hatten, zeigten, dass beide gleich wirksam sind.

Da die Lagerungsmanöver in den Studien keine ernsthaften Komplikationen verursachten, schätzen die Wissenschaftler sie als sicher ein. Typische Nebenwirkungen sind Schwindel oder Übelkeit, weil die Manöver manchmal selbst eine Schwindelattacke auslösen.