Erstbehandlung Erwachsener: Dolutegravir / Lamivudin (Dovato) bei HIV-Infektion

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, wie die Fixkombination Dolutegravir / Lamivudin (Handelsname Dovato) bei Erwachsenen als Erstbehandlung einer HIV Typ 1-Infektion im Vergleich zu den Standardtherapien abschneidet. Eine gängige Erstbehandlung ist beispielsweise Dolutegravir in Kombination mit Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil.

Der Hersteller legte 2 noch laufende Studien mit insgesamt 1441 Personen vor. Die eine Hälfte wurde mit Dolutegravir / Lamivudin behandelt, die andere Gruppe erhielt Dolutegravir plus Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil. Die Patientinnen und Patienten wurden knapp 2 Jahre untersucht. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Dolutegravir / Lamivudin?

Übelkeit: Hier belegen die Studien einen Vorteil für Dolutegravir / Lamivudin: Trat in dieser Gruppe bei 4 von 100 Personen Übelkeit auf, war das mit der Standardtherapie bei 8 von 100 Personen der Fall.

Entzündung der Nase und des Rachens und Gelenkschmerzen: Auch bei diesen Nebenwirkungen belegen die Studien einen Vorteil von Dolutegravir / Lamivudin.

Welche Nachteile hat Dolutegravir / Lamivudin?

Es zeigten sich keine Nachteile von Dolutegravir / Lamivudin im Vergleich zur Standardtherapie.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Lebenserwartung: Hier gab es keinen Unterschied. Von den 1441 Personen waren 3 Personen in der Dolutegravir / Lamivudin-Gruppe verstorben.

Häufigkeit von AIDS-Erkrankungen: Die Immunschwäche infolge einer HIV-Infektion begünstigt verschiedene Erkrankungen wie Infektionen mit bestimmten Bakterien, Viren oder Pilzen. Auch bestimmte Tumore treten häufiger auf. Der Erfolg einer Therapie misst sich auch daran, wie oft diese Erkrankungen auftreten. Das war mit beiden Therapien nur sehr selten der Fall.

Auch bei folgenden Aspekten gab es keinen Unterschied:

  • Schwere Nebenwirkungen
  • Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen
  • Gesundheitszustand
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Psychiatrische Erkrankungen

Bei Erkrankungen des Nervensystems zeigte sich kein relevanter Unterschied.

Welche Fragen sind noch offen?

Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität legte der Hersteller keine Daten vor.