Wie sich Migräne und andere Kopfschmerzen äußern

Foto von Mann mit Migräneattacke (PantherMedia / Nils Harder) Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen. Die häufigsten sind Spannungskopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerzen und Migräne.

Kopfschmerzen, die keine bestimmte Ursache wie zum Beispiel eine andere Erkrankung oder einen Unfall haben, werden als primäre Kopfschmerzen bezeichnet. Sind die Kopfschmerzen Folge einer Erkrankung oder Verletzung, spricht man von sekundären Kopfschmerzen. Die drei häufigsten Arten primärer Kopfschmerzen sind Spannungskopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerzen und Migräne.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen hat fast jeder Mensch von Zeit zu Zeit. Diese Schmerzen

  • fühlen sich drückend, dumpf oder ziehend, aber nicht pulsierend an und machen sich auf beiden Kopfseiten bemerkbar,
  • sind leicht bis mittelstark,
  • können über eine halbe Stunde bis zu einigen Tagen andauern,
  • treten normalerweise höchstens einmal im Monat auf,
  • verursachen keine Übelkeit, können aber mit einer Lichtempfindlichkeit verbunden sein und
  • werden bei körperlicher Aktivität nicht stärker.

Spannungskopfschmerzen können auch bei Menschen auftreten, die Migräne haben.

 

Grafik: Häufige Kopfschmerzarten: Stellen, an denen sie typischerweise auftreten - wie im Text beschriebenHäufige Kopfschmerzarten: Stellen, an denen sie typischerweise auftreten

 

Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen treten nur auf einer Kopfseite im Bereich der Schläfe und um das Auge herum auf. Meist ist immer dieselbe Seite betroffen. Cluster-Kopfschmerzen

  • sind sehr stark,
  • werden als brennend oder stechend empfunden,
  • dauern zwischen 15 Minuten und drei Stunden an,
  • treten sehr häufig auf: jeden zweiten Tag meist mehrmals täglich und
  • werden von Beschwerden wie verstopfter Nase oder tränenden Augen begleitet.

Cluster-Kopfschmerzen sind eher selten. Meist sind Männer betroffen.

Migräne

Migräne-Kopfschmerzen sind nicht so häufig wie Spannungskopfschmerzen. Trotzdem haben viele Erwachsene und Kinder damit zu tun. Frauen haben häufiger Migräne als Männer, oft auch vor oder während ihrer Menstruation.

Kopfschmerzen werden als Migräne-Erkrankung eingestuft, wenn mehr als fünfmal Anfälle mit den typischen Beschwerden aufgetreten sind. Typisch für eine Migräne sind

  • mittelstarke bis starke, als pulsierend, hämmernd oder pochend empfundene Schmerzen, meist vor allem im vorderen Kopfbereich,
  • halbseitige Schmerzen, wobei die Seite wechseln kann,
  • Schmerzanfälle, die mindestens vier Stunden und bis zu drei Tage dauern (bei Kindern mindestens zwei Stunden),
  • Licht- und / oder Geräuschempfindlichkeit,
  • häufig auch Übelkeit und
  • Beschwerden, die sich durch körperliche Aktivität verstärken.

Eine Migräne kann zudem von Sehstörungen, Lichtblitzen, Störungen des Geruchsempfindens oder der Haut (zum Beispiel Kribbeln) begleitet werden. Dies wird als Aura bezeichnet. Eine Aura kann vor oder während einer Migräneattacke auftreten. Eine Aura klingt meist innerhalb einer Stunde ab, kann aber manchmal auch länger anhalten.

Wer einen Migräneanfall hat, muss sich häufig in einen ruhigen und abgedunkelten Raum zurückziehen und hinlegen, weil Licht, Geräusche und Bewegung nicht zu ertragen sind. Diese Überempfindlichkeit ist einer der Hauptunterschiede zwischen Migräne und anderen Kopfschmerzen.

Kinder, die Migräne haben, meiden normalerweise helles Licht. Während einer Migräneattacke wirken sie meist blass, oft wird ihnen übel und sie müssen sich übergeben. Es können auch Unterleibsschmerzen auftreten, die eine Stunde bis drei Tage andauern können. Dieses Phänomen wird häufig als „Bauchmigräne“ bezeichnet.

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