Der menschliche Körper

Wie funktioniert die Bauchspeicheldrüse?

Die Bauchspeicheldrüse („das Pankreas“) ist 12 bis 18 Zentimeter lang und wiegt etwa 70 bis 100 Gramm. Sie besteht aus einem „Kopf“, einem Körper und einem spitz zulaufenden Schwanz und liegt quer im Oberbauch hinter dem Magen. Das Organ hat unter anderem zwei wichtige Aufgaben. Es produziert:

  • Enzyme, die Nahrungsbestandteile im Darm spalten sowie
  • Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

 

Grafik: Lage der Bauchspeicheldrüse - wie im Text beschriebenLage der Bauchspeicheldrüse

 

Hormone und Enzyme werden in unterschiedlichen Zellen produziert:

Die exokrinen Zellen der Bauchspeicheldrüse

Die exokrinen Drüsenzellen produzieren zu 99 % Verdauungssaft – pro Tag etwa 1,5 bis 2 Liter. Sie werden exokrin („nach außen abgebend“) genannt, weil sie den Verdauungssaft „nach außen“ in den Dünndarm abgeben. Der klare, farblose Saft besteht hauptsächlich aus Wasser und enthält Salz, Natriumbikarbonat und Verdauungsenzyme. Man unterscheidet zwischen Enzymen zur Spaltung von Fetten (Lipasen), Eiweißen (Proteasen) und Kohlenhydraten (Amylasen). In der Bauchspeicheldrüse sind die Proteasen noch inaktiv. Sie werden erst aktiviert, nachdem sie in den Dünndarm abgegeben wurden. Das Natriumbikarbonat im Verdauungssaft neutralisiert den sauren Magensaft im Nahrungsbrei und sorgt so dafür, dass die Verdauungsenzyme optimal wirken können.

Über einen Ausführungsgang gelangt der Verdauungssaft der Bauchspeicheldrüse in den Dünndarm. Vor der Mündung in den Dünndarm läuft der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse bei den meisten Menschen mit dem Ausführungsgang der Gallenblase zusammen. Am Ende des Gangs befindet sich ein Ringmuskel, der die Abgabe des Verdauungssafts in den Dünndarm steuert.

Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse können die Enzyme nicht erst im Dünndarm, sondern bereits in der Bauchspeicheldrüse aktiviert werden, was dazu führt, dass sich die Drüse „selbst verdaut“.

 

Grafik: Bauchspeicheldrüse und benachbarte Organe - wie im Text beschriebenBauchspeicheldrüse und benachbarte Organe

 

Die endokrinen Zellen der Bauchspeicheldrüse

Über die Bauchspeicheldrüse verteilen sich Ansammlungen von endokrinen Zellen. Sie werden Langerhans-Inseln genannt, weil sie wie kleine Inseln über das Gewebe verstreut sind und vom Pathologen Paul Langerhans entdeckt wurden. Diese Inselzellen stellen Insulin, Glukagon und andere Hormone her. Sie werden als endokrine („nach innen abgebende“) Zellen bezeichnet, weil sie Hormone direkt ins Blut abgeben. Die Hormone sorgen dafür, dass der Zuckerspiegel im Blut weder zu hoch noch zu niedrig ist.

Steigt der Zuckerspiegel im Blut, beispielsweise nach einer Mahlzeit, schütten die Inselzellen Insulin aus. Dieses Hormon hat die Aufgabe, den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren und dort in Energie umzuwandeln. Außerdem führt Insulin dazu, dass die Leber und die Muskeln vermehrt Zucker speichern. Es bremst auch die Neuproduktion von Zucker in der Leber. Dadurch sinkt der Zuckerspiegel im Blut.

Wenn der Blutzuckerspiegel zu niedrig ist, gibt die Bauchspeicheldrüse Glukagon an das Blut ab. Dieses Hormon ist der Gegenspieler von Insulin. Es regt die Leberzellen an, gespeicherten Zucker freizusetzen. Zusätzlich sorgt Glukagon dafür, dass Eiweiße in der Leber in Zucker umgewandelt werden und als Energie zur Verfügung stehen. Wenn der Zuckerspiegel im Blut angestiegen ist, wird die Glukagon-Freisetzung wieder gebremst.

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