Welche Medikamente sind bei Rosazea gut erprobt?

Foto von Frau bei der Anwendung einer Hautcreme (PantherMedia / Andy Nowack) Hautcremes mit den Wirkstoffen Metronidazol und Azelainsäure können Rosazea-Beschwerden wie Hautrötungen wirksam lindern. Dies gilt vermutlich auch für Medikamente mit dem Antibiotikum Doxyzyklin.

Die Rosazea („Kupferrose“) ist eine häufige entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut. Oft entwickeln sich Hautrötungen, Papeln, Pusteln und kleine erweiterte Gefäße, bei stärkeren Formen kommen Schwellungen und Knötchen hinzu. Oft sind auch Augen und Augenlider betroffen.

Zur Behandlung der Rosazea wird eine Vielzahl von medizinischen Hautcremes, Lotionen und Gels angeboten. Bei schweren Formen der Rosazea werden auch stärkere Medikamente zum Einnehmen eingesetzt, die zum Teil unangenehme Nebenwirkungen haben können.

Um die Frage zu beantworten, wie wirksam die heute eingesetzten Therapien gegen Rosazea sind, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration die vorhandenen Studien systematisch ausgewertet. Sie fanden fast ausschließlich Studien zur Behandlung der Rosazea mit Medikamenten.

Azealinsäure und Metronidazol können Beschwerden lindern

Die Forscherinnen und Forscher haben insgesamt 58 Studien zu Rosazea-Behandlungen ausgewertet. Viele der Studien waren nicht sehr aussagekräftig. In der Gesamtschau fanden sie aber für einige Medikamente Belege, dass sie Rosazea lindern können. Hierzu gehören Cremes mit dem Wirkstoff Azelainsäure sowie Cremes, die das Antibiotikum Metronidazol enthalten.

Am besten untersucht ist der Wirkstoff Azelainsäure. Die Analyse der Studien zu diesem Mittel ergab:

  • Die Beschwerden besserten sich bei 64 von 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Azelainsäure anwendeten.
  • Zum Vergleich: Nur bei 40 von 100 Teilnehmenden, die eine Creme ohne Wirkstoff (Placebo) anwendeten, ließ die Rosazea nach.

Anders ausgedrückt, kann Azelainsäure also die Beschwerden bei 24 von 100 Menschen lindern.

Cremes mit Azelainsäure und Metronidazol erwiesen sich auch als relativ gut verträglich: Nebenwirkungen traten nur selten auf oder waren nicht besonders schwerwiegend. Bei der Anwendung von Cremes kann es aber ein paar Wochen dauern, bis sich die Beschwerden deutlich bessern.

Von den Medikamenten zum Einnehmen kann offenbar das Antibiotikum Doxyzyklin Hautrötungen lindern. Bisherige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es in niedriger Dosierung (40 Milligramm) nicht weniger wirksam ist als in höheren Dosierungen, aber seltener zu Nebenwirkungen führt.

Andere häufig eingesetzte Arzneimittel sind noch nicht ausreichend erprobt. Dies gilt auch für verschiedene Medikamente, die bei schweren, ausgedehnten Hautveränderungen bei Rosazea zur Einnahme empfohlen werden. Diese Mittel können Nebenwirkungen wie Durchfälle, Übelkeit und manchmal Lichtempfindlichkeit hervorrufen.