Behandlungen und Untersuchungen

Welche Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt?

Kinder und Erwachsene haben die Möglichkeit, an zahlreichen Früherkennungsuntersuchungen teilzunehmen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen bei vielen Früherkennungsuntersuchungen für bestimmte Personengruppen die Kosten.

Früherkennungsuntersuchungen haben das Ziel, Krankheiten zu entdecken, bevor sie Beschwerden verursachen. Dies kann von Vorteil sein, wenn Krankheiten zu diesem Zeitpunkt erfolgreicher behandelt werden können, als wenn sie erst mit dem Auftreten von Beschwerden entdeckt werden. Früherkennungsuntersuchungen können jedoch auch schaden. Daher sollten sie immer auf ihren Nutzen und Schaden geprüft werden. Es gibt keine Pflicht, an den Untersuchungen teilzunehmen.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, kann auf Kosten seiner Krankenkasse folgende Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch nehmen:

  • Der „Gesundheits-Check-up“: Durch diese Kontrolluntersuchung sollen frühzeitig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Nierenerkrankungen erkannt werden. Im Rahmen der Untersuchung wird unter anderem der Blutdruck gemessen und Blut und Urin werden untersucht. Der Gesundheits-Check-up kann ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.
  • Das Hautkrebs-Screening: Beim Hautkrebs-Screening untersucht eine Ärztin oder ein Arzt den gesamten Körper auf Hautveränderungen, um möglichst früh Hautkrebserkrankungen wie den schwarzen Hautkrebs zu entdecken. Diese Untersuchung kann ebenfalls ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre in Anspruch genommen werden.
  • Test auf verstecktes Blut im Stuhl: Diese Untersuchung soll helfen, Darmkrebs frühzeitig zu entdecken. Eine Stuhlprobe wird daraufhin untersucht, ob sie mit dem bloßen Auge nicht sichtbares (okkultes) Blut enthält. Alle gesetzlich Versicherten im Alter von 50 bis 54 Jahren haben einmal pro Jahr Anspruch auf diese Untersuchung.
  • Die Darmspiegelung: Eine Darmspiegelung dient zur Früherkennung und Vorbeugung von Darmkrebs. Sie kann ab dem Alter von 55 Jahren zweimal in Anspruch genommen werden. Zwischen den beiden Untersuchungen müssen zehn Jahre Abstand liegen. Alternativ zur Darmspiegelung können gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre den zuvor beschriebenen Test auf verborgenes Blut im Stuhl wählen. Wenn Blut im Stuhl entdeckt wurde und eine Darmspiegelung nötig ist, wird diese von der Krankenkasse bezahlt.

Darüber hinaus gibt es weitere Früherkennungsuntersuchungen für Frauen, Männer oder Kinder:

Für Frauen:

  • Das Chlamydien-Screening: Chlamydien sind Bakterien, die sexuell übertragen werden können. Eine Chlamydien-Infektion kann das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöhen und zu Unfruchtbarkeit führen. Damit eine Chlamydien-Infektion rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann, wird allen Frauen bis zum Ende des 25. Lebensjahrs eine jährliche Untersuchung auf Chlamydien angeboten. Dabei wird eine Urinprobe im Labor auf diese Bakterien hin untersucht.
  • Die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs: Diese Untersuchung umfasst unter anderem einen Zellabstrich (Pap-Test), bei dem Zellen vom Gebärmutterhals entnommen werden. Diese werden dann in einem Labor auf auffällige Veränderungen hin überprüft, um Zellveränderungen frühzeitig zu entdecken. Die Untersuchung kann einmal jährlich von Frauen ab 20 Jahren in Anspruch genommen werden.
  • Die Tastuntersuchung der Brust: Diese Untersuchung ist zur Früherkennung von Brustkrebs gedacht. Beide Brüste und die umliegenden Lymphknoten werden von einer Ärztin oder einem Arzt genau betrachtet und abgetastet. Frauen ab 30 haben einmal pro Jahr Anspruch auf eine Tastuntersuchung.
  • Das Mammografie-Screening: Das Mammografie-Screening hat ebenfalls zum Ziel, Brustkrebs möglichst früh zu entdecken. Dabei werden beide Brüste geröntgt. Die Untersuchung kann von Frauen ab 50 Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres alle zwei Jahre beansprucht werden.

Für Männer:

  • Die Prostata- und Genitaluntersuchung: Bei dieser Untersuchung werden die Prostata und die äußeren Genitalien abgetastet, um Prostatakrebs und Erkrankungen der Geschlechtsorgane frühzeitig zu erkennen. Männer haben ab 45 Jahren einmal jährlich Anspruch auf diese Untersuchung.

Für Kinder:

  • Die U-Untersuchungen: Diese Untersuchungen dienen der frühen Erkennung von Krankheiten und Entwicklungsstörungen bei Kindern. Kinder haben ein Anrecht auf zehn „U-Untersuchungen“ – die erste findet direkt nach der Geburt statt, die letzte im sechsten Lebensjahr (U1 bis U9 mit U7a).
  • Die J-Untersuchung: Ziel dieser Untersuchung ist unter anderem, Probleme in der Schule, Verhaltensstörungen und gesundheitsschädliches Verhalten zu erkennen. Sie kann von Jugendlichen zwischen dem 13. und 15. Lebensjahr einmalig in Anspruch genommen werden.
  • Die Untersuchung auf Zahn-, Kiefer- und Mundkrankheiten: Ziel dieser Untersuchung ist es, bei Kindern Erkrankungen der Zähne oder des Zahnfleischs zu erkennen. Die Untersuchung kann von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre zweimal im Jahr in Anspruch genommen werden. Kinder bis sechs Jahre haben Anspruch auf drei Untersuchungen im Jahr.

Zu allen Früherkennungsuntersuchungen gehört ein ärztliches Aufklärungsgespräch, in dem die Untersuchungen genau erklärt werden. Neben den hier aufgezählten Früherkennungsuntersuchungen gibt es noch weitere spezielle Angebote, zum Beispiel die Zahnvorsorgeuntersuchung für Erwachsene, die zweimal im Jahr in Anspruch genommen werden kann, oder die Schwangerenvorsorge.

Eine vollständige Liste aller Vorsorge- und Früherkennungsangebote bietet der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA). Ferner bieten einige gesetzliche Krankenkassen freiwillig Leistungen an, die über die gesetzlich vorgeschriebenen hinausgehen. Über solche Leistungen informiert die jeweilige Kasse.

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