Was ist ein Pseudokrupp?

Foto von Vater mit Sohn (PantherMedia / Monkeybusiness Images) Wenn sich bei erkälteten Kleinkindern auch der Kehlkopf entzündet, spricht man von einem Pseudokrupp. Typische Anzeichen sind ein bellender Husten, Pfeifgeräusche beim Einatmen und eine leichte Atemnot. Meist verschwinden die Beschwerden von selbst. Tun sie das nicht oder verstärkt sich die Atemnot, helfen Medikamente wie Kortison.

Ein Pseudokrupp tritt oft in der kalten Jahreszeit auf. Am häufigsten entzündet sich der Kehlkopf bei Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren: Etwa 3 von 100 Kindern dieser Altersgruppe bekommen pro Jahr einen Pseudokrupp. Erwachsene erkranken nur sehr selten.

Der Name „Pseudokrupp“ beschreibt zum einen eine Schwellung der Schleimhäute in den oberen Atemwegen (Krupp). Zum anderen drückt das Wort aus, dass es kein „echter Krupp“ ist. So wird nämlich die bakterielle Infektionskrankheit Diphtherie bezeichnet. Statt Pseudokrupp benutzen Fachleute auch den Begriff „Laryngitis subglottica“. Übersetzt heißt das: Kehlkopfentzündung unterhalb der Stimmlippen.

Wie macht sich ein Pseudokrupp bemerkbar?

Oft hat ein Kind zunächst eine Erkältung mit Schnupfen und leichtem Fieber. Nach einigen Tagen kann es dann zu den typischen Pseudokrupp-Symptomen kommen – meist plötzlich in der Nacht:

  • „bellender“ Husten
  • pfeifende Geräusche beim Einatmen
  • heisere Stimme

Weil die Schwellung den Kehlkopf einengt, atmen die Kinder schneller und holen tiefer Luft. Sie haben zwar meist nur leichte Atemnot, sind aber oft verängstigt und weinen. Dies kann die Atemnot verstärken.

Bei starker Atemnot: Notarzt rufen

Bei ausgeprägter Atemnot ist es wichtig, sofort die 112 anzurufen und notärztliche Hilfe anzufordern. Ein typisches Warnzeichen ist, wenn sich die Haut zwischen den Rippen mit jedem Atemzug sichtbar nach innen zieht. Selten ist die Atemnot sogar so stark, dass die Kinder blau anlaufen. Oder sie sind so erschöpft, dass sie abwesend und teilnahmslos wirken.

Die Ursache für solche Komplikationen kann zum Beispiel sein, dass auch die Luftröhre entzündet und eingeengt ist (sogenannte stenosierende Laryngotracheitis). Oder es steckt eine eitrige Entzündung des Kehldeckels (Epiglottitis) dahinter.

Was kann man selber tun?

Wichtig ist, als Mutter oder Vater möglichst ruhig zu bleiben, für das Kind da zu sein und es zu beruhigen. Denn Angst kann die Atemnot verstärken.

Die meisten Kinder haben nur leichte Beschwerden, die innerhalb von zwei Tagen von selbst abklingen. Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht nötig. Oft wird dazu geraten, viel zu lüften: Frische, kühle und feuchte Luft soll die Symptome lindern. Es ist allerdings nicht durch Studien belegt, dass das tatsächlich hilft.

Wie wird ein Pseudokrupp behandelt?

Wenn die Beschwerden das Kind sehr beeinträchtigen oder sich nicht bessern, ist eine ärztliche Behandlung notwendig, bei starker Atemnot auch im Krankenhaus.

In der Regel bekommt das Kind dann für eine kurze Zeit kortisonhaltige Medikamente – zum Beispiel als Zäpfchen oder Tablette, selten auch als Spritze oder Spray. Die Medikamente wirken entzündungshemmend und bewirken, dass die Schleimhäute abschwellen. Dass die Medikamente bei Pseudokrupp helfen, haben mehrere Studien gezeigt: Kindern, die kortisonhaltige Mittel bekommen hatten, ging es nach 6 und auch nach 12 Stunden besser als Kindern, die zum Vergleich ein Scheinmedikament (Placebo) erhalten hatten. Nebenwirkungen traten bei der kurzen, zum Teil nur einmaligen Anwendung kaum auf. Allerdings hat die Behandlung mit kortisonhaltigen Präparaten einen Nachteil: Die Medikamente wirken erst nach einigen Stunden.

Wenn bei schwerer Atemnot schnelle Hilfe nötig ist, wird Adrenalin über einen Vernebler verabreicht. Der Wirkstoff Adrenalin sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße in der Schleimhaut zusammenziehen – dadurch geht die Schwellung meist innerhalb einer halben Stunde zurück. Mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Herzrasen und Blutdruckanstieg.

Zusätzlich zur Behandlung mit Medikamenten erhalten Kinder mit starker Atemnot in der Regel Sauerstoff über eine Nasenmaske.

Schlagwörter: Atemwege, Atemwegserkrankungen, Erkältung, Grippaler Infekt, Halsschmerzen, Immunsystem und Infektionen, J00, J02, J04, J06, J98, R05, R07, Schnupfen