Was erhöht das Risiko für weißen Hautkrebs?

Foto von kleinem Jungen mit Sonnencreme (PantherMedia / Benjamin Gelman) Mehrere Faktoren begünstigen weißen Hautkrebs. Der wichtigste lässt sich durch das eigene Verhalten beeinflussen – nämlich die Zeit, in der man sich ungeschützt in der Sonne aufhält. Sonnenlicht enthält ultraviolette Strahlung, die die Haut schädigen und zu Krebs führen kann.

Das Risiko, im Laufe des Lebens an weißem Hautkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Die wichtigsten weiteren Risikofaktoren hängen alle damit zusammen, wie oft und wie intensiv die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist und wie empfindlich sie darauf reagiert:

  • die geografische Lage des Wohnorts
  • der Hauttyp
  • der eigene Umgang mit UV-Strahlung
  • der Besuch von Solarien

Das ultraviolette (UV-)Licht der Sonne besteht hauptsächlich aus UV-A-Strahlen. Sie dringen tief in die Haut ein und bräunen sie schnell. Diese Bräune hält jedoch nicht lange an und schützt nur wenig vor weiterer Sonnenstrahlung. UV-A-Licht schädigt die Haut und lässt sie vorzeitig altern.

Die UV-B-Strahlen der Sonne dringen vor allem in die obere Hautschicht ein. Dort sorgen sie für eine verzögerte, aber länger anhaltende Bräunung und einen gewissen Eigenschutz der Haut vor weiterer Sonnenstrahlung. Allerdings röten und reizen sie die Haut und können Sonnenbrand verursachen. Man nimmt an, dass UV-B-Strahlen Hautkrebs stärker fördern als UV-A-Strahlen.

Warum spielt es eine Rolle, wo man lebt?

Wie viel UV-B-Strahlung man täglich ausgesetzt ist, hängt vom Wohnort ab. Innerhalb Deutschlands sind die Unterschiede allerdings eher gering. In höher gelegenen Bergregionen muss man mit stärkerer UV-B-Strahlung rechnen als im Flachland. Außerdem reflektieren Schnee, Wasser und heller Sand das UV-Licht und verstärken die Strahlung.

Weltweit sind die Unterschiede wesentlich größer. Eine hoch stehende Sonne und eine dünne Ozonschicht erhöhen die Stärke der UV-Strahlung und damit das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Deshalb ist die UV-Strahlung in der Nähe des Äquators und in Ländern, die sich in der Nähe des Ozonlochs über der Antarktis befinden, besonders hoch.

Welcher Umgang mit der Sonne ist bedenklich?

Zumindest über vier Tatsachen sind sich Fachleute einig:

  • Sich in der Sonne aufzuhalten, gehört zum normalen Leben dazu. Der Körper bildet mithilfe des UV-B-Lichts der Sonne lebensnotwendiges Vitamin D.
  • Sonnenbrand sollte man so gut es geht vermeiden.
  • Zu viel Sonne fördert Hautkrebs.
  • Kinder sind empfindlicher als Erwachsene.

Doch darüber hinaus gibt es auf die Frage, was „zu viel Sonne“ ist, keine einfache Antwort. Das liegt zum einen daran, dass die Antwort unter anderem von persönlichen Eigenschaften wie dem Hauttyp abhängt. Zum anderen aber auch daran, dass der Zusammenhang zwischen Sonne und Krebs noch nicht genau verstanden wird.

Zudem sind die Häufigkeit, Dauer und Intensität, mit der Menschen UV-Strahlung ausgesetzt sind, sehr unterschiedlich: Wer im Freien arbeitet, hält sich im Sommer unter Umständen täglich mehrere Stunden in der Sonne auf. Wer im Büro arbeitet, geht eher am Wochenende oder im Urlaub in die Sonne. Dabei ist auch der Wunsch, „braun zu werden“, von Mensch zu Mensch verschieden.

Die Sonnenstrahlen, denen man bei alltäglichen Aktivitäten – auf dem Weg zur Arbeit, bei alltäglichen Besorgungen oder in der Freizeit – ausgesetzt ist, werden manchmal als weniger bedeutend eingestuft als die, denen man sich beim bewussten Sonnenbad aussetzt.

Hinzu kommt, dass die Verteilung der UV-Dosis auf der Haut sehr unterschiedlich ist: Gesicht, Hals, Hände und Arme bekommen viel mehr Sonne ab als der Rest des Körpers. Andere Hautbereiche sind dagegen nur selten der Sonne ausgesetzt.

Im Laufe des Lebens häuft also jeder Hautbereich seine eigene Dosis an UV-Strahlung an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diskutieren noch, welche Rolle die Gesamtmenge an UV-Licht spielt, die auf die Haut trifft – und wie ein „Wechselbad“ zwischen Tagen oder Wochen mit sehr viel und sehr wenig Sonne zu beurteilen ist. Ein Beispiel für letzteres ist, wenn ein Kind im Sommerurlaub ungeschützt in der Mittagssonne spielt, während es den Rest des Jahres eher wenig nach draußen geht.

Können auch Solarien Hautkrebs verursachen?

Solarien-Licht enthält UV-Strahlung. Wer regelmäßig Solarien besucht, erhöht damit vermutlich sein Risiko, an einem Basalzell- oder Plattenepithelkarzinom zu erkranken. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. In Deutschland ist es für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren daher gesetzlich verboten, Solarien oder Sonnenstudios zu benutzen.

Welche UV-A- und UV-B-Dosis das Sonnen auf einer Sonnenbank mit sich bringt, hängt von den Röhren ab. Die Zusammensetzung schwankt mit dem Solariumsmodell und dem Alter der Röhren. Neuere Sonnenbänke dürfen nicht mehr UV-Licht abgeben als die Mittagssonne am Äquator bei wolkenlosem Himmel.

Manche Menschen gehen ins Solarium, weil sie die Haut vorbräunen wollen, um so einen Sonnenbrand zu verhindern. Die UV-A-Strahlung aus Solarien bräunt die Haut zwar schnell, aber nicht nachhaltig. Außerdem schützt die gewonnene Bräune kaum vor einem Sonnenbrand.

Für welche Hauttypen ist das Risiko durch UV-Strahlung erhöht?

Menschen mit heller Haut haben ein höheres Risiko für weißen Hautkrebs als Menschen mit einer von Natur aus dunklen Haut.

Menschen mit hellem Hauttyp (Typ I und II) haben einen hellen Teint, oft Sommersprossen und werden nie (Typ I) oder nur wenig (Typ II) braun. Sie bekommen leicht einen starken Sonnenbrand. Lichtempfindliche Menschen haben gewöhnlich eine helle Augen- und Haarfarbe, beispielsweise blaue oder grüne Augen und rote oder blonde Haare.

Menschen mit dunklerem Hauttyp reagieren weniger empfindlich auf UV-Strahlen.

Die folgende Einteilung hilft zu beurteilen, zu welchem Hauttyp man gehört:

Hauttyp I:
  • sehr helle Haut, sehr häufig mit Sommersprossen
  • rötliche bis rötlich-blonde Haare
  • blaue oder graue Augen
  • UV-Strahlung führt nach spätestens 10 Minuten zu Sonnenbrand, die Haut bräunt nicht
Hauttyp II:
  • helle Haut, häufig mit Sommersprossen
  • blonde bis braune Haare
  • alle Augenfarben
  • UV-Strahlung führt nach spätestens 20 Minuten zu Sonnenbrand, die Haut bräunt kaum bis mäßig
Hauttyp III:
  • helle bis hellbraune Haut, selten mit Sommersprossen
  • dunkelblonde bis braune Haare
  • graue oder braune Augen
  • UV-Strahlung führt nach spätestens 30 Minuten zu Sonnenbrand, die Haut bräunt gut
Hauttyp IV:
  • hellbraune oder olivfarbene Haut, keine Sommersprossen
  • dunkelbraune Haare
  • braune bis dunkelbraune Augen
  • UV-Strahlung führt nach spätestens 50 Minuten zu Sonnenbrand, die Haut bräunt schnell und tief
Hauttyp V:
  • dunkelbraune Haut
  • dunkelbraune bis schwarze Haare
  • dunkelbraune Augen
  • UV-Strahlung führt erst nach über 60 Minuten zu Sonnenbrand, die vorhandene Bräunung nimmt nicht mehr weiter zu
Hauttyp VI:
  • dunkelbraune bis schwarze Haut
  • schwarze Haare
  • dunkelbraune Augen
  • UV-Strahlung führt erst nach über 60 Minuten zu Sonnenbrand, die vorhandene Bräunung nimmt nicht mehr weiter zu

Während ein sehr heller und heller Hauttyp (Typ I und II) für Menschen zum Beispiel aus Skandinavien und Großbritannien typisch ist, leben Menschen mit mittelbrauner Haut und dunklen Augen und Haaren (Typ IV) vor allem im Mittelmeerraum und geografisch vergleichbaren Regionen. Menschen mit noch dunklerer oder schwarzer Haut (Typ V und VI) stammen ursprünglich etwa aus Teilen Asiens oder Afrikas.

Welche weiteren Ursachen und Risikofaktoren gibt es?

UV-Licht kann auch zu einer Krebsvorstufe führen – der aktinischen Keratose. Eine aktinische Keratose sieht oft aus wie ein bräunlicher oder rötlicher, schuppiger Fleck. Aus ihr kann sich ein Plattenepithelkarzinom entwickeln.

Wer raucht, hat möglicherweise ein höheres Risiko für Plattenepithelkrebs. Auch einige Giftstoffe wie Arsen und Chemikalien können die Entstehung von weißem Hautkrebs begünstigen.

Personen, die berufsbedingt im Freien arbeiten, erkranken häufiger an weißem Hautkrebs.

Eine weitere Risikogruppe sind Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem. Hierzu zählen vor allem Menschen, deren Immunsystem künstlich mit Medikamenten unterdrückt werden muss, beispielsweise nach einer Organtransplantation. Für einige Hautkrankheiten wie Schuppenflechte gibt es Behandlungen mit UV-Licht, die als Nebenwirkung die Bildung eines Plattenepithelkarzinoms fördern können.

Bei einigen erblich bedingten Erkrankungen ist auch das Risiko für weißen Hautkrebs erhöht, beispielsweise bei Xeroderma pigmentosum oder dem Gorlin-Goltz-Syndrom (Basalzellnävussyndrom).

Wie hoch ist das Risiko, wenn man bereits Hautkrebs hatte?

Wer schon einmal an Hautkrebs erkrankt ist, hat ein erhöhtes Risiko für einen erneuten Tumor. Das Risiko hängt beispielsweise davon ab,

  • welche Art von Hautkrebs zuerst festgestellt wurde,
  • ob dieser früh oder spät entdeckt wurde,
  • wie er behandelt wurde,
  • an welcher Körperstelle er aufgetreten ist,
  • ob andere in der Familie Hautkrebs haben oder hatten,
  • welchen Hauttyp jemand hat und
  • wie intensiv die UV-Strahlung am Wohnort ist.

Nach einem Basalzellkarzinom ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, erneut an Hautkrebs zu erkranken: Bei etwa 29 von 100 bereits betroffenen Personen wird später ein weiteres Basalzellkarzinom gefunden. Bei ungefähr 4 von 100 Personen, die an einem Basalzellkarzinom erkrankt waren, wird ein Plattenepithelkarzinom entdeckt und bei weniger als einem von 100, die ein Basalzellkarzinom hatten, ein Melanom.

Von 100 Menschen mit Plattenepithelkarzinom werden etwa 13 erneut an dieser Krebsart erkranken, 16 an Basalzellkrebs und weniger als einer wird ein Melanom entwickeln.

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