Sofosbuvir (Sovaldi) bei chronischer Hepatitis C

Einleitung

Sofosbuvir (Handelsname Sovaldi) ist seit Januar 2014 für Erwachsene zugelassen, die mit Hepatitis-C-Viren infiziert sind. Seit September 2017 kann es auch bei Jugendlichen ab 12 Jahren und seit Juli 2020 auch für Kinder ab 3 Jahren eingesetzt werden. Das Medikament wird mit anderen Wirkstoffen gegen das kombiniert.

Hepatitis-C-Viren (HCV) befallen die Leber und können dort eine akute Entzündung auslösen. Bisher sind sieben verschiedene Formen von Hepatitis-C-Viren bekannt, die als Genotypen 1 bis 7 bezeichnet werden. Bei bis zu 80 von 100 Personen mit C kann das Immunsystem allein das nicht erfolgreich bekämpfen. Bei ihnen entwickelt sich eine dauerhafte (chronische) der Leber, die zu einer sogenannten Zirrhose führen kann. Dadurch arbeitet die Leber zunehmend schlechter. Zudem steigt das Risiko für Leberkrebs. Man nimmt an, dass Behandlungen, nach denen im Blut dauerhaft keine Viren mehr nachweisbar sind, das Risiko für solche Folgeerkrankungen verringern.

Sofosbuvir ist eine sogenannte direkt antiviral wirkende Substanz (DAA). Sie soll in Kombination mit anderen Wirkstoffen die Vermehrung der Viren stoppen und dadurch Folgeerkrankungen der C verhindern.

Anwendung

Sofosbuvir gibt es als Tablette in zwei Dosierungen: 200 mg Sofosbuvir und 400 mg Sofosbuvir. Für Kinder, die Schwierigkeiten haben, Tabletten zu schlucken oder weniger als 17 Kilogramm wiegen, gibt es Sofosbuvir auch als Granulat in den Dosierungen 150 mg und 200 mg Sofosbuvir.

Der Wirkstoff wird einmal täglich zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen. Die Dosierung beträgt bei Erwachsenen 400 mg pro Tag. Bei Kindern und Jugendlichen richtet sich die Dosierung nach dem Körpergewicht.

Sofosbuvir wird mit dem Wirkstoff Ribavirin kombiniert. Je nach wird diese Kombination bei Erwachsenen um Peginterferon erweitert.

Andere Behandlungen

Für Erwachsene und Jugendliche mit chronischer C, die noch keine direkt antiviral wirkende erhalten haben, kommen je nach und Ausmaß der Leberschädigung verschiedene andere Kombinationen von antiviralen Wirkstoffen infrage.

Für Erwachsene und Jugendliche, die bereits mit einem direkt antiviralen Wirkstoff behandelt wurden, hängt die erneute unter anderem vom vorherigen Wirkstoff ab. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepasst.

Für Kinder zwischen 3 und 12 Jahren mit chronischer C vom 2 oder 3 kommt als Alternative abwartendes Beobachten infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2020 geprüft, welche Vor- und Nachteile Sofosbuvir in Kombination mit den Wirkstoffen Peginterferon und / oder Ribavirin für Personen mit C im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat.

Der Hersteller legte für folgende Gruppen Daten vor:

  • Erstbehandlung von Erwachsenen mit chronischer C ( 2)
  • Erst- und Folgebehandlung von Jugendlichen mit chronischer C ( 2 oder 3)
  • Behandlung von Kindern mit chronischer C ( 2 oder 3)

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Sofosbuvir (Sovaldi) in der Erstbehandlung von Erwachsenen, Jugendlichen sowie Kindern mit chronischer C.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Sofosbuvir – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A14-05. 29.04.2014. (IQWiG-Berichte; Band 219).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Sofosbuvir (chronische Hepatitis C bei Jugendlichen) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A17-55. 11.01.2018. (IQWiG-Berichte; Band 582).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Sofosbuvir (chronische Hepatitis C bei Kindern) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A20-64. 29.10.2020. (IQWiG-Berichte; Band 988).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Seite kommentieren

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt. Pflichtfelder sind mit einem Sternchen (*) markiert.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Hinweise auf Beratungsangebote finden Sie in unserem Text „Wie finde ich Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen?

Im IQWiG-Angebot „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

Aktualisiert am 02. November 2020
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

So halten wir Sie auf dem Laufenden

Folgen Sie uns auf Twitter oder abonnieren Sie unseren Newsletter oder Newsfeed. Auf YouTube finden Sie unsere wachsende Videosammlung.