Rosazea vorbeugen und behandeln

Foto von Paar in Bistro (Ingram Publishing / Thinkstock) Wer mögliche Auslöser einer Rosazea („Kupferrose“) meidet, kann Entzündungs-Schüben möglicherweise vorbeugen. Die Erkrankung der Gesichtshaut lässt sich mit Cremes und Gelen behandeln, außerdem mit Medikamenten zum Einnehmen.

Eine Rosazea ist eine häufige, oft chronische Entzündung der Gesichtshaut. Sie macht sich durch rote Flecken im Gesicht, sichtbare Äderchen und Pusteln bemerkbar und verläuft in Schüben. Oft finden Betroffene mit der Zeit heraus, dass bestimmte Auslöser bei ihnen einen Entzündungsschub verursachen. Das können zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol, Kosmetika oder auch Medikamente sein. Die Auslöser sind aber von Mensch zu Mensch verschieden. Eine Rolle spielt außerdem Sonnenlicht: Auch wenn UV-Strahlung eine Rosazea unterschiedlich beeinflussen kann, bedeutet Sonnenbrand eine zusätzliche Belastung oder gar Schädigung der Haut.

Was kann ich tun, um Rosazea-Schüben vorzubeugen?

Wer „seine“ Auslöser für einen Entzündungsschub kennt, hat die Möglichkeit, zumindest einige dieser Faktoren zu vermeiden. Nicht bekannt ist allerdings, ob eine Umstellung auf eine bestimmte Ernährung helfen kann.

Um auslösende Faktoren herauszufinden, kann das Führen eines Tagebuchs für einige Wochen oder Monate hilfreich sein. Wer zum Beispiel den Verdacht hat, eine Hautcreme könnte ein Auslöser sein, kann für eine Weile darauf verzichten. Anhand der Tagebuch-Eintragungen lässt sich erkennen, ob sich die Häufigkeit der Rosazea-Schübe und die Stärke der Entzündung dadurch tatsächlich verringern.

Im Tagebuch hält man fest,

  • wie viel man von bestimmten Nahrungsmitteln (zum Beispiel scharfen Speisen oder Alkohol) gegessen und getrunken hat,
  • welchen sonstigen Einflüssen die Haut ausgesetzt war (etwa Sonne, Wind, Sport, heißes Wasser),
  • wie stark die Rosazea war,
  • zu welchem Zeitpunkt man Medikamente genommen hat, welche und wie viele.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt zahlreiche Cremes, Lotionen und Gele, die zur Behandlung der Rosazea empfohlen werden. Doch nicht alle dieser Mittel wurden bisher ausreichend in Studien geprüft. Am besten erprobt sind Cremes oder Gele mit den Wirkstoffen Azelainsäure oder dem Antibiotikum Metronidazol. Sie können eine Rosazea nachweislich lindern. Allerdings kann es ein paar Wochen dauern, bis sich durch die Anwendung eine deutliche Verbesserung zeigt.

Zu den Medikamenten in Tablettenform, die bei Rosazea eingenommen werden können, gehören unter anderem die Antibiotika Erythromycin, Clindamycin sowie Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline. Von diesen Arzneien gibt es für das Antibiotikum Doxyzyklin Hinweise, dass es die Hautrötungen bei Rosazea lindern kann.

Andere Medikamente zum Einnehmen sind bislang nicht ausreichend erforscht. Medikamente zum Einnehmen wirken im ganzen Körper und haben daher auch mehr Nebenwirkungen als Salben oder Cremes. Häufige Nebenwirkungen von Antibiotika sind zum Beispiel Durchfall, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit.

Ein stark wirksames Mittel ist der hormonähnliche Wirkstoff Isotretinoin. Dieses Medikament ist in Deutschland jedoch nur zur Behandlung schwerer Akneformen zugelassen. Es wird in Form von Kapseln zum Einnehmen sehr zurückhaltend vor allem bei schweren Fällen der Rosazea verwendet. Es kann zahlreiche, zum Teil schwere Nebenwirkungen haben, beispielsweise kann es selbst Haut- und Schleimhautreizungen auslösen. Außerdem darf es nicht von Frauen benutzt werden, die schwanger werden könnten, da der Wirkstoff zu Fehlbildungen beim ungeborenen Kind führen kann. Den Einsatz von Medikamenten außerhalb der in der Zulassung genannten Anwendungsgebiete nennt man „Off-Label-Use“.

Dehnt sich die Rosazea auf die Augen aus, ist sie schwierig zu behandeln: Bisher ist für keine Therapie wirklich nachgewiesen, dass sie bei dieser Rosazea-Form hilft.

Stark ausgebildete Knötchen und Schwellungen der Nase können operativ oder mit bestimmten Lasergeräten behandelt werden. Auch erweiterte Blutgefäße im Gesicht lassen sich durch eine Lasertherapie behandeln.

Was Studien sagen