Remdesivir (Veklury) bei Covid-19 mit Notwendigkeit einer Sauerstoffgabe

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2021 geprüft, ob Remdesivir (Handelsname Veklury) für Personen ab 12 Jahren mit einer durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Lungenentzündung im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat. Infrage kommt Remdesivir bei diesen Personen nur bei schwerem Krankheitsverlauf und wenn zusätzlicher Sauerstoff gegeben werden muss.

Für die Bewertung wurden Daten von 958 Personen aus 3 Studien herangezogen, die entweder Remdesivir oder ein erhielten. Alle Gruppen erhielten zusätzliche Behandlungen. Die Personen wurden knapp einen Monat nachbeobachtet. Für sie zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Remdesivir?

Personen mit niedrigem Sauerstoffbedarf:

  • Lebenserwartung: Hier weisen die Studien auf einen Vorteil für die Personen hin, die Remdesivir erhielten. Von ihnen verstarben 3 von 100 Personen; ohne Remdesivir 12 von 100 Personen.
  • Erholung nach Covid-19: Auch hier weisen die Studien auf einen Vorteil für die Remdesivir-Behandlung hin. Innerhalb der Studienzeit von einem Monat hatten sich in den Teilnehmergruppen mit Remdesivir mehr Personen von der Covid-19-Erkrankung erholt als in den Vergleichsgruppen ohne Remdesivir.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Für Personen mit hohem Sauerstoffbedarf zeigte sich kein Unterschied bei

  • der Lebenserwartung und
  • der Erholung nach der Erkrankung.

Welche Fragen sind noch offen?

Der Hersteller legte keine verwertbaren Daten zu schweren Nebenwirkungen und Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen vor. Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden keine Daten vorgelegt. Ob Remdesivir Vor- oder Nachteile bei diesen Aspekten gegenüber den Standardtherapien hat, bleibt deshalb offen.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Remdesivir (COVID-19) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A21-38. 29.06.2021. (IQWiG-Berichte; Band 1143).

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Erstellt am 19. April 2022
Nächste geplante Aktualisierung: 2025

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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