Remdesivir (Veklury) bei Covid-19 (Coronavirus-Krankheit)

Einleitung

Remdesivir (Handelsname Veklury) ist seit Juli 2020 für Personen ab 12 Jahren mit einer durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Lungenentzündung zugelassen, wenn die Erkrankung so schwer ist, dass die Gabe von Sauerstoff notwendig ist. Seit Dezember 2021 ist der Wirkstoff auch für Erwachsene mit Risiko für einen schweren Verlauf zugelassen, bei denen keine Sauerstoffzufuhr nötig ist.

SARS-CoV-2 (severe acute respiratory syndrome coronavirus type 2) ist ein neuartiges , das Anfang 2020 als Auslöser von Covid-19 identifiziert wurde. Hauptübertragungsweg ist die Aufnahme virushaltiger Partikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen. Je nach Virusvariante können bei Covid-19 Symptome wie Kopfschmerzen, Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und Geschmacksverlust auftreten. Beschwerden und Krankheitsverlauf können sehr unterschiedlich sein: Dabei reicht die Spanne von symptomfreier bis zu schwerem Verlauf mit lebensbedrohlichem Lungenversagen.

Ist die Lunge wenig betroffen und wird nur eine leicht unterstützende Sauerstofftherapie benötigt, kommt eine sogenannte Low-Flow-Therapie zum Einsatz. Ist die Lungenentzündung schwerer, wird die Lunge mit mehr Sauerstoff mit einer High-Flow-Therapie oder einer nicht invasiven Beatmung unterstützt.

Remdesivir zählt zu den sogenannten Virostatika und soll die Vermehrung der Viren in einem frühen Stadium einer Covid-19-Erkrankung verhindern.

Anwendung

Die empfohlene Dosierung bei Personen ab 12 Jahren mit einer Lungenentzündung, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen und im Krankenhaus engmaschig überwacht werden müssen, ist:

  • Tag 1: Erstmalige Dosis von Remdesivir 200 mg als intravenöse
  • Ab Tag 2: 100 mg einmal täglich als intravenöse

Die Behandlungsdauer sollte mindestens 5 bis maximal 10 Tage betragen.

Bei Erwachsenen mit Risiko für einen schweren Verlauf, die keine Sauerstoffzufuhr benötigen und behandelt werden können, wird Remdesivir maximal 3 Tage eingesetzt. Die sollte so bald wie möglich nach der Diagnosestellung und innerhalb von 7 Tagen nach Symptombeginn begonnen werden.

Andere Behandlungen

Bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg kommt je nach Symptom- und Krankheitsverlauf eine medikamentöse infrage wie beispielsweise:

und auch nicht medikamentöse Therapien wie beispielsweise:

  • Sauerstoffgabe
  • Beatmung
  • Flüssigkeitstherapie

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2021 und 2022 geprüft, ob Remdesivir für Personen mit Covid-19 im Vergleich zu oben genannten Therapien Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte für folgende Gruppen verwertbare Ergebnisse vor:

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Remdesivir (Veklury) bei Personen mit Gabe von Sauerstoff und für Personen, die keinen Sauerstoff benötigen.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Remdesivir (COVID-19) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A21-38. 29.06.2021. (IQWiG-Berichte; Band 1143).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Remdesivir (COVID-19) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A22-04. 11.04.2022. (IQWiG-Berichte; Band 1328).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Aktualisiert am 19. April 2022
Nächste geplante Aktualisierung: 2025

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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