Ramucirumab (Cyramza) für Männer mit metastasiertem Darmkrebs

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, welche Vor- und Nachteile Ramucirumab für Personen mit metastasiertem Darmkrebs hat. Für die Bewertung legte der Hersteller dem IQWiG eine relevante Studie vor. An dieser Studie nahmen 615 Männer teil. Etwa eine Hälfte erhielt Ramucirumab zusammen mit einer FOLFIRI-Chemotherapie, die andere Hälfte wurde mit FOLFIRI allein behandelt.

Welche Vorteile hat Ramucirumab?

Für Männer hatte es keine Vorteile, wenn sie Ramucirumab zusätzlich zu einer FOLFIRI-Chemotherapie erhielten.

Welche Nachteile hat Ramucirumab?

  • Schwere Nebenwirkungen: Bei schweren Nebenwirkungen zeigte sich ein schwacher Hinweis auf einen Nachteil. Mit Ramucirumab plus FOLFIRI hatten 79 von 100 der Teilnehmer schwere Nebenwirkungen, mit FOLFIRI allein war dies bei 62 von 100 der Fall.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Auch hier gab es einen schwachen Hinweis auf einen Nachteil. Mit Ramucirumab plus FOLFIRI brachen 29 von 100 Teilnehmern die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab, in der Vergleichsgruppe waren es 13 von 100 Teilnehmern.
  • Bei Appetitverlust und Verstopfung ergab sich ebenfalls ein schwacher Hinweis auf einen Nachteil. 69 von 100 Männern, die Ramucirumab plus FOLFIRI erhalten hatten, berichteten über Appetitverlust. In der Vergleichsgruppe waren es 48 von 100 Männern. Bei Verstopfung waren es etwa 51 von 100 Männern (Ramucirumab plus FOLFIRI) gegenüber 39 von 100 Männern.
  • Weitere Nebenwirkungen: Auch Blutungen, Kopfschmerzen, Hand-Fuß-Syndrom und Ödeme traten bei Behandlung mit Ramucirumab plus FOLFIRI häufiger auf.
  • Gesundheitszustand und Lebensqualität: Für die Selbsteinschätzung des globalen Gesundheitszustandes zeigte sich ein schwacher Hinweis auf einen Nachteil. Das galt auch für mehrere Aspekte der Lebensqualität wie körperliche Funktion, Rollenfunktion und emotionale Funktion.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung: Für Männer zeigte sich kein Unterschied. In beiden Gruppen war nach etwa 12 bis 14 Monaten die Hälfte der Teilnehmer verstorben.
  • Erschöpfung: Auch hier zeigte sich kein relevanter Unterschied. Eine Erschöpfung trat bei etwa 65 bis 74 von 100 Teilnehmern auf.
  • Durchfall, Atemnot, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Erbrechen: In beiden Gruppen hatten etwa 42 bis 54 von 100 Teilnehmern solche Beschwerden, es zeigte sich kein Unterschied.
  • Lebensqualität: Für kognitive und soziale Funktionen als Teilaspekte der Lebensqualität zeigte sich kein Unterschied.