Ramucirumab (Cyramza) für Frauen mit metastasiertem Darmkrebs

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, welche Vor- und Nachteile Ramucirumab bei Personen mit metastasiertem Darmkrebs hat. Für die Bewertung legte der Hersteller dem IQWiG eine relevante Studie vor. An dieser Studie nahmen 457 Frauen teil. Etwa eine Hälfte erhielt Ramucirumab zusammen mit einer FOLFIRI-Chemotherapie, die andere Hälfte wurde mit FOLFIRI allein behandelt.

Welche Vorteile hat Ramucirumab?

  • Lebenserwartung: Hier zeigte sich ein Hinweis auf einen Vorteil: Von den Frauen, die Ramucirumab plus FOLFIRI erhalten hatten, war nach knapp 13 Monaten die Hälfte verstorben, in der Vergleichsgruppe war nach etwa 11 Monaten die Hälfte verstorben.

Welche Nachteile hat Ramucirumab?

  • Schwere Nebenwirkungen: Bei schweren Nebenwirkungen zeigte sich ein schwacher Hinweis auf einen Nachteil. Mit Ramucirumab plus FOLFIRI hatten 79 von 100 der Teilnehmerinnen schwere Nebenwirkungen, mit FOLFIRI allein war dies bei 62 von 100 der Fall.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Auch hier gab es einen schwachen Hinweis auf einen Nachteil. Mit Ramucirumab plus FOLFIRI brachen 29 von 100 Frauen die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab, in der Vergleichsgruppe waren es 13 von 100 Frauen.
  • Blutungen, Kopfschmerzen, Hand-Fuß-Syndrom und Ödeme: Bei diesen Nebenwirkungen zeigte sich ein schwacher Hinweis auf einen Nachteil von Ramucirumab plus FOLFIRI. Von Ödemen waren beispielsweise etwa 20 von 100 Frauen betroffen, die Ramucirumab plus FOLFIRI erhalten hatten. In der Vergleichsgruppe waren es 9 von 100 Frauen.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Erschöpfung: Hier zeigte sich kein Unterschied. Eine Erschöpfung trat bei etwa 65 bis 74 von 100 Frauen auf.
  • Appetitverlust und Verstopfung: Es zeigte sich kein Unterschied. Etwa 46 bis 57 von 100 Frauen hatten diese Beschwerden.
  • Durchfall, Atemnot, Schlaflosigkeit, Übelkeit und Erbrechen: In beiden Gruppen hatten etwa 42 bis 54 von 100 Frauen solche Beschwerden, es zeigte sich kein Unterschied.
  • Gesundheitszustand und Lebensqualität: Hier zeigte sich kein Unterschied, das galt auch für Teilaspekte der Lebensqualität wie zum Beispiel körperliche, emotionale und soziale Funktion.