Pertuzumab (Perjeta) als adjuvante Therapie bei frühem Brustkrebs

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, ob Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel für Erwachsene mit HER2-positivem, frühem Brustkrebs mit hohem Risiko für ein Wiederauftreten Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat.

Für die Bewertung der adjuvanten Therapie mit Pertuzumab legte der Hersteller eine laufende Studie vor, aus der die Behandlungsergebnisse von 3634 Personen verglichen werden konnten. Es nahmen fast nur Frauen an der Studie teil. Die eine Hälfte erhielt ein Jahr lang Pertuzumab, Trastuzumab und eine Chemotherapie, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Placebo), Trastuzumab und eine Chemotherapie.

Welche Vorteile hat Pertuzumab?

Rückfall: Die Studie deutet auf einen Vorteil von Pertuzumab hin. Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 45 Monaten hatten bei der Therapie mit Pertuzumab, Trastuzumab und einer Chemotherapie 9 von 100 Frauen einen Rückfall (Rezidiv), bei der Therapie ohne Pertuzumab waren es 12 von 100 Frauen.

Emotionale Funktion: Erste Abschätzungen deuten darauf hin, dass mit Pertuzumab behandelte Frauen sich 2 Jahre nach Ende der Therapie beispielsweise weniger niedergeschlagen fühlten als Frauen, die eine Standardtherapie erhielten.

Rollenfunktion: Erste Abschätzungen deuten darauf hin, dass mit Pertuzumab behandelte Frauen unter 65 Jahre sich 2 Jahre nach Ende der Therapie in ihrem Alltag weniger eingeschränkt fühlten als Frauen, die eine Standardtherapie erhielten. Bei Frauen ab 65 Jahre zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.

Welche Nachteile hat Pertuzumab?

Krankheitsbeschwerden: Erste Abschätzungen deuten auf einen Nachteil von Pertuzumab für verschiedene Krankheitsbeschwerden direkt nach der Behandlung hin:

  • Erschöpfung
  • Beschwerden im Brustbereich
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen.

Schwere Nebenwirkungen: Die Studie deutet auf einen Nachteil von Pertuzumab für schwere Nebenwirkungen hin. Bei der Therapie mit Pertuzumab, Trastuzumab und einer Chemotherapie hatten 29 von 100 Frauen schwere Nebenwirkungen, bei der Standardtherapie ohne Pertuzumab waren es nur 24 von 100 Frauen.

Einzelne schwere Nebenwirkungen: Die Studie deutet auf einen Nachteil von Pertuzumab für verschiedene Nebenwirkungen hin:

  • Schwerer Durchfall trat bei etwa 2 von 100 Frauen unter Pertuzumab auf, in der Vergleichsgruppe bei etwa einer von 100 Frauen.
  • Eine schwere Herzerkrankung trat bei etwa einer von 100 Frauen unter Pertuzumab auf, in der Vergleichsgruppe bei weniger als einer von 100 Frauen.
  • Eine schwere Stoffwechsel- oder Ernährungsstörung trat bei etwa 2 von 100 Frauen unter Pertuzumab auf, in der Vergleichsgruppe bei weniger als einer von 100 Frauen.

Körperliche Funktion: Erste Abschätzungen deuten darauf hin, dass mit Pertuzumab behandelte Frauen über 65 Jahre körperliche Aktivitäten ihres Alltags wie beispielsweise Arbeiten, Einkaufen, Essen oder Waschen schlechter bewältigen konnten als Frauen, die eine Standardtherapie ohne Pertuzumab erhielten. Bei Frauen unter 65 Jahre zeigte sich dieser Zusammenhang nicht.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Lebenserwartung: Es zeigte sich kein Unterschied zwischen beiden Behandlungsgruppen.

Auch bei folgenden Punkten zeigte sich kein Unterschied:

  • Behandlungsabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen
  • Krankheitsbeschwerden wie Schmerzen, Schlaflosigkeit, Atemnot und Verstopfung

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Pertuzumab (Perjeta).