Pembrolizumab (Keytruda) mit Chemotherapie bei plattenepithelialem metastasierenden Lungenkrebs (PD-L1-negativ)

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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) in Kombination mit einer Chemotherapie für unbehandelte Erwachsene mit metastasierendem nicht kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

In der vorgelegten Studie des Herstellers wurden für die Fragestellung Personen untersucht, deren Tumor PD-L1-negativ war. Fachleute unterscheiden zwischen Tumoren, bei denen mindestens 50 % der Tumorzellen PD-L1 aufweisen (PD-L1-positiv) und Tumoren, bei denen weniger als 50 % der Tumorzellen PD-L1 aufweisen (PD-L1-negativ). Durch dieses Eiweiß wird die Immunabwehr geschwächt.

In der Studie konnten die Daten von 310 Personen ausgewertet werden: Die Hälfte wurde mit Pembrolizumab in Kombination mit einer carboplatinbasierten Chemotherapie (Carboplatin mit Paclitaxel oder nab-Paclitaxel) behandelt, die andere Hälfte erhielt nur die carboplatinbasierte Chemotherapie. Die untersuchten Teilnehmenden waren trotz fortgeschrittener Erkrankung in einem guten Allgemeinzustand. Sie wurden im Mittel (Median) etwa viereinhalb bis fünfeinhalb Monate untersucht.

Die Daten zeigten für Patientinnen und Patienten (PD-L1-negativ) folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Pembrolizumab?

Lebenserwartung: Hier weist die Studie auf einen Vorteil für die zusätzliche Gabe von Pembrolizumab hin: Waren die Personen mit dieser Behandlung im Mittel (Median) nach 14,5 Monaten verstorben, war das bei den Personen mit der carboplatinbasierten Chemotherapie allein bereits nach etwa 11 Monaten der Fall.

Schluckstörung: Bei dieser Beschwerde weist die Studie auf einen Vorteil der zusätzlichen Gabe von Pembrolizumab im Vergleich zur carboplatinbasierten Chemotherapie allein hin. In der Gruppe mit Pembrolizumab hatten 16 von 100 Personen Schluckstörungen, während dies mit der carboplatinbasierten Chemotherapie allein bei knapp 28 von 100 Personen der Fall war.

Körperliche Aktivitäten des Alltags (gesundheitsbezogene Lebensqualität): Hier weist die Studie ebenfalls auf einen Vorteil für die Personen hin, die zusätzlich Pembrolizumab erhielten. Mit Pembrolizumab behandelte Personen konnten im Alltag körperliche Aktivitäten wie beispielsweise Einkaufen, Essen oder Waschen besser bewältigen als die nur mit der carboplatinbasierten Chemotherapie behandelten Personen. Bei anderen Aspekten der gesundheitsbezogenen Lebensqualität wie beispielsweise sozialen Aktivitäten, Niedergeschlagenheit oder Sorgen, sowie der Erinnerungs- und Konzentrationsfähigkeit zeigte sich aber kein Unterschied zwischen den Behandlungen.

Schwere Nebenwirkungen: Die Studie deutet hier auf einen Vorteil für die zusätzliche Behandlung mit Pembrolizumab hin: In dieser Gruppe traten bei etwa 68 von 100 schwere Nebenwirkungen auf, während dies bei den Personen mit der carboplatinbasierten Chemotherapie allein bei 78 von 100 Personen der Fall war. Zudem dauerte es mit Pembrolizumab länger bis schwere Nebenwirkungen erstmals auftraten.

Welche Nachteile hat Pembrolizumab?

Nicht schwere immunvermittelte Nebenwirkungen: Bei immunvermittelten Nebenwirkungen greift das Immunsystem den eigenen Körper an. Hier weist die Studie auf einen Nachteil bei den Personen mit der zusätzlichen Gabe von Pembrolizumab hin: Immunvermittelte Nebenwirkungen traten in dieser Gruppe bei 26 von 100 Personen auf. Mit der carboplatinbasierten Chemotherapie allein war dies nur bei knapp 9 von 100 Personen der Fall.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Bei den folgenden Aspekten gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen:

  • Atemnot
  • Erschöpfung
  • Schlaflosigkeit
  • Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verstopfung
  • Schmerzen
  • Appetitverlust
  • Husten und Bluthusten
  • Haarausfall
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Schwere immunvermittelte Nebenwirkungen
  • Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen

Welche Fragen sind noch offen?

Zum Gesundheitszustand legte der Hersteller keine verwertbaren Daten vor.