Pembrolizumab (Keytruda) mit Chemotherapie bei nicht plattenepithelialem metastasierenden Lungenkrebs (PD-L1-negativ)

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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) in Kombination mit einer Chemotherapie für unbehandelte Erwachsene mit metastasierendem nicht kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) im Vergleich zu den Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte zwei Studien zu dieser Frage vor. In beiden Studien wurden für die Fragestellung Personen untersucht, deren Tumor keine EGFR- oder ALK-Mutation aufwies und PD-L1-negativ war. Diese Veränderungen führen zu unkontrolliertem Tumorwachstum und einer schlechteren Immunabwehr. Fachleute unterscheiden zwischen Tumoren, bei denen mindestens 50 % der Tumorzellen PD-L1 aufweisen (PD-L1-positiv) und Tumoren, bei denen weniger als 50 % der Tumorzellen PD-L1 aufweisen (PD-L1-negativ).

In der kleineren Studie konnten die Daten von 40 Personen ausgewertet werden, von denen die eine Hälfte mit Pembrolizumab in Kombination mit einer carboplatinbasierten Chemotherapie (Carboplatin und Pemetrexed) behandelt wurde. Die andere Gruppe erhielt nur die carboplatinbasierte Chemotherapie.

In der größeren Studie konnten die Daten von 250 Personen ausgewertet werden. Davon erhielten 162 Personen Pembrolizumab in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie (Carboplatin oder Cisplatin und jeweils Pemetrexed), während 88 Personen ausschließlich mit der platinbasierten Chemotherapie behandelt wurden. Die untersuchten Teilnehmenden waren in beiden Studien trotz fortgeschrittener Erkrankung in einem guten Allgemeinzustand.

Es zeigten sich für Patientinnen und Patienten (PD-L1-negativ) folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Pembrolizumab?

Lebenserwartung: Die Studien belegen hier einen Vorteil von Pembrolizumab für die untersuchten Frauen: Mit der zusätzlichen Behandlung verstarben 17 von 100 Frauen, mit den Standard-Chemotherapien waren 54 von 100 Frauen verstorben. Für Männer zeigte sich kein Unterschied.

Schwere Nebenwirkungen: Die Studien geben hier einen Hinweis auf einen Vorteil für die zusätzliche Behandlung mit Pembrolizumab: Hier traten bei etwa 47 von 100 schwere Nebenwirkungen auf, während dies bei den Personen mit den Standard-Chemotherapien bei 63 von 100 Personen der Fall war. Zudem dauerte es mit Pembrolizumab länger bis schwere Nebenwirkungen erstmals auftraten.

Welche Nachteile hat Pembrolizumab?

Es zeigten sich keine Nachteile zwischen den Standard-Chemotherapien und der zusätzlichen Gabe von Pembrolizumab.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Verstopfung: Zu dieser Beschwerde lagen nur Daten aus der größeren Studie vor. Es ließ sich kein relevanter Unterschied zwischen der platinbasierten Chemotherapie und der zusätzlichen Gabe von Pembrolizumab nachweisen.

Bei den folgenden Beschwerden gab es in der größeren Studie keinen Unterschied zwischen den Gruppen:

  • Atemnot
  • Erschöpfung
  • Schlaflosigkeit
  • Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schmerzen
  • Appetitverlust
  • Husten und Bluthusten
  • Haarausfall
  • Schluckstörung
  • Erkrankungen des Nervensystems

Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Auch hier gab es in der größeren Studie keinen Unterschied.

Schwere und nicht schwere immunvermittelte Nebenwirkungen: Bei immunvermittelten Nebenwirkungen greift das Immunsystem den eigenen Körper an. Hier gab es in der größeren Studie ebenfalls keinen Unterschied.

Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen: Hier zeigte sich in beiden Studien kein Unterschied zwischen den Standard-Chemotherapien und der zusätzlichen Gabe von Pembrolizumab.

Welche Fragen sind noch offen?

Zum Gesundheitszustand legte der Hersteller keine verwertbaren Daten vor.