Pembrolizumab (Keytruda) als unterstützende Therapie bei schwarzem Hautkrebs

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Pembrolizumab (Handelsname Keytruda) als unterstützende (adjuvante) Therapie für Personen nach operativer Entfernung eines schwarzen Hautkrebs (Melanom) und dessen Lymphknotenmetastasen im Vergleich zu abwartendem Beobachten Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte für diese Fragestellung eine relevante Studie vor. Eine Gruppe der Teilnehmenden (514 Personen) erhielt Pembrolizumab, die andere Gruppe (505 Personen) ein Placebo. Alle Personen wurden regelmäßig untersucht und waren zu Beginn der Studie in einem guten Allgemeinzustand. Für diese Personen zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Pembrolizumab?

Rückfälle (Rezidive): Hier deutet die Studie auf einen Vorteil von Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo hin: Mit Pembrolizumab trat der Krebs nur bei etwa 31 von 100 Personen erneut auf, mit Placebo war das hingegen bei knapp 49 von 100 Personen der Fall.

Welche Nachteile hat Pembrolizumab?

  • Schwere Nebenwirkungen: Die Studie deutet hier auf einen Nachteil für die Personen mit Pembrolizumab hin. Schwere Nebenwirkungen traten bei etwa 31 von 100 Personen auf, während dies mit Placebo nur bei 19 von 100 Personen der Fall war. Dazu gehörten beispielsweise Magen-Darm-, Atemwegserkrankungen sowie immunvermittelte Nebenwirkungen. Bei immunvermittelten Nebenwirkungen greift das Immunsystem den eigenen Körper an.
  • Bei den folgenden Nebenwirkungen deutet die Studie ebenfalls auf einen Nachteil von Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo hin:
    • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    • Hauterkrankungen
    • Mundtrockenheit
    • Oberbauchbeschwerden
    • Appetitminderung
    • Muskel- und Skelettschmerzen
    • Atemnot
  • Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen: Auch hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Pembrolizumab im Vergleich zu Placebo hin. Mit Pembrolizumab brachen etwa 14 von 100 Personen die Behandlung ab, mit Placebo nur knapp 4 von 100 Personen.

Welche Fragen sind noch offen?

Auswirkungen auf die Lebenserwartung können aufgrund des zu kurzen Beobachtungszeitraums noch nicht abgeschätzt werden. Zu Krankheitsbeschwerden, gesundheitsbezogener Lebensqualität und Gesundheitszustand legte der Hersteller keine verwertbaren Daten vor.

Schlagwörter: C43, Keytruda, Pembrolizumab