Pembrolizumab (Keytruda) als Ersttherapie bei fortgeschrittenem Nierenzellkrebs mit günstiger oder mittelmäßiger Prognose

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2020 geprüft, welche Vor- und Nachteile Pembrolizumab in Kombination mit Axitinib für nicht vorbehandelte Erwachsene mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom und günstiger oder mittelmäßiger Prognose im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Zu dieser Frage legte der Hersteller eine Studie vor, aus der für diese Frage die Daten von 753 Patientinnen und Patienten ausgewertet werden konnten. 376 von ihnen erhielten Pembrolizumab und Axitinib und 377 Sunitinib.

Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Pembrolizumab?

Lebenserwartung: Die Studie deutet darauf hin, dass Pembrolizumab in Kombination mit Axitinib das Leben verlängern kann. Innerhalb von etwa 16 Monaten starben ungefähr 15 von 100 Personen, die mit Pembrolizumab plus Axitinib behandelt wurden. Dagegen starben im gleichen Zeitraum etwa 24 von 100 Personen, die Sunitinib erhielten.

Schwere Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Bei diesen schweren Nebenwirkungen weist die Studie auf einen Vorteil von Pembrolizumab und Axitinib im Vergleich zu Sunitinib hin.

Schwere Infektionen: Erste Schätzungen deuten auch bei dieser schweren Nebenwirkung auf einen Vorteil von Pembrolizumab und Axitinib im Vergleich zu Sunitinib hin.

Welche Nachteile hat Pembrolizumab?

Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Erste Schätzungen deuten darauf hin, dass bei der Behandlung mit Pembrolizumab plus Axitinib die Therapie häufiger wegen Nebenwirkungen beendet wird, als bei der Behandlung mit Sunitinib.

Schwere Nebenwirkungen, bei denen erste Schätzungen auf einen Nachteil von Pembrolizumab plus Axitinib hindeuten, sind schwere Erkrankungen von Leber und Galle sowie schwere Erkrankungen der Niere. Diese schweren Nebenwirkungen traten bei der Behandlung mit Pembrolizumab plus Axitinib häufiger auf, als bei der Behandlung mit Sunitinib.

Außerdem weist die Studie bei schweren immunvermittelten Nebenwirkungen auf einen Nachteil von Pembrolizumab und Axitinib hin. Als immunvermittelte Nebenwirkungen bezeichnet man Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift.

Weitere Nebenwirkungen, bei denen die Studie auf einen Nachteil von Pembrolizumab und Axitinib hindeutet, sind Erkrankungen der Atemwege und hormonelle (endokrine) Erkrankungen.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Schwere Nebenwirkungen insgesamt: Bei einzelnen schweren Nebenwirkungen gab es wie beschrieben Vor- und Nachteile. Insgesamt zeigte sich kein Unterschied. In beiden Behandlungsgruppen traten schwere Nebenwirkungen im Mittel (Median) nach 2 bis 3 Monaten auf.

Welche Fragen sind noch offen?

Zu Krankheitsbeschwerden, Gesundheitszustand und gesundheitsbezogener Lebensqualität legte der Hersteller keine Daten vor.