Operative und nicht operative Behandlungsmöglichkeiten

Foto von Beinen (PantherMedia / Andy Nowack) Viele Menschen behandeln ihre Krampfadern mit Stützstrümpfen. Wenn sich die Beschwerden dadurch nicht ausreichend lindern lassen, können die Krampfadern operativ entfernt werden. Bei kleineren Krampfadern kommt auch eine Verödung infrage.

Die meisten Menschen versuchen, ihre Krampfadern mit Stützstrümpfen (Kompressionsstrümpfen) in den Griff zu bekommen. Die Strümpfe sollen Druck auf die Venen ausüben und so den Bluttransport unterstützen. Wenn das Tragen der Stützstrümpfe die Beschwerden nicht ausreichend lindert, können Krampfadern auch durch einen Eingriff behandelt werden.

Es gibt verschiedene Techniken, mit denen Krampfadern operativ entfernt oder verödet werden können. Die Blutversorgung in den Beinen wird durch das Entfernen der erkrankten Venen nicht beeinträchtigt, da das Blut in andere, gesunde Venen umgeleitet wird.

Operative Behandlungen

Krampfader-Operationen gehören zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen. Die gängigsten Verfahren zur Entfernung von Krampfadern sind:

  • das Venenstripping: Hierbei werden oben am Bein (knapp unterhalb der Leiste) und in der Kniekehle oder am Knöchel Schnitte gesetzt. Die Vene wird am oberen Schnitt zunächst abgebunden oder abgeklemmt (sogenannte Venenligation). Dann wird durch den unteren Schnitt ein langer Draht in die Vene eingeführt und vorgeschoben. Schließlich wird am unteren Ende des Drahtes ein knopfähnlicher Aufsatz befestigt und die Vene über den Schnitt in der Leiste komplett herausgezogen.
  • die Phlebektomie: Bei einer Phlebektomie werden mehrere, wenige Millimeter kleine Schnitte entlang der betroffenen Vene gesetzt. Durch diese kleinen Schnitte wird die Vene dann zunächst mit einem kleinen Häkchen soweit wie möglich hervorgezogen, dann durchtrennt und in mehreren Teilen entfernt. Dieses Verfahren wird vor allem bei kleineren Venen eingesetzt – etwa den Seitenästen größerer Venen. Es soll verhindern, dass sich Narben bilden, wie sie bei größeren Einschnitten entstehen können.

Beide Operationen können Nebenwirkungen haben. Hierzu gehören vor allem Schmerzen, Blutungen, Schwellungen, Narbenbildungen und Hautverfärbungen. Seltener treten Komplikationen auf wie etwa Infektionen, Thrombosen oder Verletzungen der Nerven. Nach dem Eingriff können sich allerdings erneut Krampfadern bilden und eine weitere Behandlung nötig machen.

In der Regel ist es möglich, nach einer Krampfader-Operation die Klinik am selben Tag wieder zu verlassen, manchmal ist aber auch ein Aufenthalt über Nacht erforderlich. Bis man wieder den gewohnten Tätigkeiten nachgehen kann, die Schwellungen zurückgehen und die Narben verheilt sind, ist etwas Geduld nötig. Es kann bis zu drei Wochen dauern, bevor es möglich ist, nach einer Krampfader-Operation wieder zur Arbeit zu gehen.

Neuere Verfahren

Es gibt verschiedene Alternativen zur operativen Entfernung von Krampfadern:

  • Bei der Radiofrequenzablation werden die Venen mithilfe von Wärme versiegelt, die durch elektromagnetische Wellen (Radiowellen) erzeugt wird. Dazu wird durch einen Hautschnitt eine dünne sogenannte Radiofrequenzsonde in die Vene eingeführt. In der Sonde befindet sich ein Katheter, der Wärme ausstrahlt und die Vene solange erhitzt, bis sie versiegelt ist.
  • Die endovenöse Lasertherapie versiegelt die Vene ebenfalls von innen durch Wärme. Der Ablauf ähnelt dem bei der Radiofrequenzablation. Allerdings werden statt Radiowellen Laserstrahlen verwendet, um Wärme zu erzeugen.
  • Beim Trivex-Verfahren wird ein winziges rotierendes Messer ins Innere der Vene eingeführt, um sie zu zerschneiden und das Gewebe anschließend abzusaugen. Dabei wird die Vene von außen durch die Haut beleuchtet und so für die Chirurgin oder den Chirurgen sichtbar gemacht. „Trivex“ ist ein Eigenname, der sich von der englischen Bezeichnung des Verfahrens ableitet: „transilluminated powered phlebectomy“. Dieses Verfahren kommt nur für Menschen infrage, bei denen die „große Rosenader“ (Vena saphena magna) gesund ist.

Bisherige Studien zeigen, dass Radiofrequenzablationen oder endovenöse Lasertherapien ähnliche Behandlungsergebnisse haben wie Operationen.

Auch die neueren Behandlungsverfahren können Nebenwirkungen haben wie Schmerzen, blaue Flecken und Narben. Komplikationen wie Nervenschäden oder Infektionen treten jedoch seltener auf als bei herkömmlichen Operationen.

Das Trivex-Verfahren wurde erst in zwei Studien untersucht. In einer dieser Studien linderte es Schmerzen weniger gut als eine Phlebektomie. Insgesamt ist mehr Forschung nötig, um beurteilen zu können, was Menschen mit Krampfadern vom Trivex-Verfahren erwarten können.

Was Studien sagen

Sklerotherapie (Verödung)

Eine Alternative zu den zuvor beschriebenen Eingriffen bietet die sogenannte Sklerotherapie. Dabei wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die betroffene Vene gespritzt. Dadurch wird die Venenwand geschädigt und die Vene dauerhaft verschlossen. Dies wird auch als Verödung bezeichnet. Eine Sklerotherapie kommt vor allem bei kleinen oder mittelgroßen oberflächlichen Krampfadern infrage.

Eine Sklerotherapie kann Krampfadern wirksam behandeln. Studien, in denen die Sklerotherapie mit dem Venenstripping verglichen wurde, zeigen keine eindeutigen Unterschiede zwischen den jeweiligen Behandlungsergebnissen. Allerdings nahmen an den bisherigen Studien zu wenige Personen teil, um sichere Aussagen treffen zu können.

In den Studien bekamen etwa 10 von 100 Menschen nach einer Sklerotherapie eine Venenentzündung (Phlebitis). Außerdem kann die Behandlung zu einer dauerhaften Verfärbung der Haut an der Einstichstelle führen. Andere Nebenwirkungen wie Nervenschäden oder Blutergüsse traten aber deutlich seltener auf als nach einer Operation. Nach einer Sklerotherapie ist es zudem viel eher möglich, seine gewohnten Tätigkeiten wieder aufzunehmen als nach einem operativen Eingriff.

Inzwischen gibt es auch Lasergeräte, mit denen Krampfadern ohne Hautschnitt verschlossen werden sollen. Ob diese Behandlung die Beschwerden lindern kann, ist bislang ebenfalls nicht gut erforscht.

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