Operationen

Foto von Paar (Wavebreak Media / Thinkstock) Medikamente helfen bei Beschwerden durch Myome meist nur, solange sie angewendet werden. Deshalb fragen sich viele Frauen mit starken Regelblutungen und Schmerzen irgendwann, ob sie sich operieren lassen sollen. Es stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung, die jeweils Vor- und Nachteile haben.

Wenn Frauen mit Myomen sich operieren lassen, hoffen sie, ihre Beschwerden dadurch dauerhaft loszuwerden. Tatsächlich können Operationen bei manchen Frauen die Beschwerden längerfristig lindern. Doch jeder Eingriff birgt Chancen und Risiken. Ob eine Operation infrage kommt – und wenn ja, welche –, hängt davon ab, wie eine Frau die Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren für sich selbst beurteilt. Bei der Entscheidung für eine bestimmte Behandlung spielen Größe, Lage und Anzahl der Myome eine wichtige Rolle. Für Frauen, die sich noch ein Kind wünschen, sind nicht alle Operationsmethoden geeignet.

Vor einer Operation kann es sinnvoll sein, über einige Monate Hormonpräparate wie GnRH-Analoga anzuwenden. Sie sollen bewirken, dass die Myome schrumpfen. Dann kann schonender operiert werden, so dass die Gebärmutter möglichst wenig beeinträchtigt wird. Mit diesem Ziel wird manchmal auch der Wirkstoff Ulipristal eingesetzt.

Die Entfernung einzelner Myome ist allerdings nicht sinnvoll, wenn zu viele Narben an der Gebärmutter entstehen könnten oder das Blutungs- und Nachblutungsrisiko zu hoch wird. Außerdem ist nicht immer sicher, dass sich die Beschwerden nach dem Eingriff bessern. Dann kommt eine Gebärmutterentfernung infrage – möglicherweise aber auch eine nicht-operative Behandlungsmethode wie die Myomembolisation. Dabei wird die Blutversorgung des Myoms blockiert.

Entfernung des Myoms (Myomektomie)

Bei der Myomektomie werden nur die Myome operativ entfernt. Die Gebärmutter bleibt erhalten. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Myom zu entfernen:

  • Über die Scheide (hysteroskopische Myomektomie)
  • Über eine Bauchspiegelung (laparoskopische Myomektomie)
  • Über einen Bauchschnitt (Laparotomie)

Für alle Eingriffe ist eine Vollnarkose nötig. Welcher Eingriff infrage kommt, hängt davon ab, wie viele Myome vorhanden sind, wo sie liegen und wie groß sie sind. Fast immer wird versucht, einen Bauchschnitt zu vermeiden, da dieser belastender ist als die Bauchspiegelung und anschließend eine größere Narbe in der Bauchdecke hinterlässt. Bei sehr großen Myomen oder einer durch viele Myome vergrößerten Gebärmutter ist eine Bauchspiegelung oder ein Eingriff über die Scheide nicht immer möglich.

Die Bauchspiegelung und der Bauchschnitt ermöglichen auch die Entfernung von Myomen, die vom Bauchraum zugänglich sind. Das sind unter anderem gestielte Myome und Myome, die außen auf der Gebärmutter sitzen. Auch Myome, die in der Gebärmutterwand liegen und sich nach außen vorbuckeln, sowie Myome, die seitlich neben der Gebärmutter liegen, können so entfernt werden.

Ein Eingriff über die Scheide eignet sich besonders, wenn ein Myom in die Gebärmutterhöhle hineinragt. Dies kann bei Myomen in der Gebärmutterwand oder unter der Gebärmutterschleimhaut der Fall sein. Eine Entfernung über die Scheide kann dann schonender sein als eine Bauchspiegelung. Studien deuten darauf hin, dass ein Eingriff über die Scheide schneller geht und Frauen dabei weniger Blut verlieren.

Wie wirkt sich die Operation auf die Beschwerden aus?

Die meisten Frauen, die eine lange Zeit Beschwerden durch ihre Myome hatten, spüren nach der Operation eine deutliche Besserung ihrer Symptome oder haben keine Beschwerden mehr. Studien zeigen, dass etwa 90 von 100 operierten Frauen noch ein bis zwei Jahre nach dem Eingriff mit dem Ergebnis zufrieden sind. Bei bis zu 20 von 100 operierten Frauen bilden sich in den Jahren nach dem Eingriff erneut Myome.

Welche Risiken hat die Operation?

Studien zur Myom-Entfernung zeigen:

  • Bei etwa 2 von 100 Frauen kann es während des Eingriffs zu Verletzungen im Bauchraum kommen.
  • Bei weniger als einer von 100 Frauen kann wegen unstillbarer Blutungen eine Gebärmutter-Entfernung nötig werden.

Es können vorübergehende Beschwerden wie Fieber oder Wundinfektionen auftreten. Bei der Bauchspiegelung kommt es während der Operation zu weniger Blutverlust als beim Bauchschnitt. Komplikationen sind aber insgesamt ähnlich selten.

Langfristig können nach Operationen im Bauchraum Verwachsungen entstehen. Solche Stränge aus Bindegewebe können Organe mit der Bauchdecke verkleben. Narben und Verwachsungen können Schmerzen im Unterbauch verursachen. Je nachdem wo sie liegen, können sie auch Darmprobleme zur Folge haben oder die Fruchtbarkeit einschränken.

Wie wirkt sich die Operation auf die Fruchtbarkeit aus?

Eine Myom-Entfernung schadet der Fruchtbarkeit bei den meisten Frauen nicht – es sei denn, es bilden sich später Verwachsungen, die zum Beispiel die Funktion der Eierstöcke oder Eileiter behindern. Studien haben untersucht, ob die Art des Eingriffs die Chancen, schwanger zu werden, beeinflusst. Im Ergebnis zeigte sich kein Unterschied zwischen einem Eingriff mit Bauchschnitt und einer Bauchspiegelung. In beiden Gruppen bekam etwa ein Drittel der Frauen in den folgenden zwei Jahren ein Kind.

Manchmal werden Myome mit dem Ziel entfernt, die Fruchtbarkeit zu verbessern. Wenn ein Myom zum Beispiel unter der Gebärmutterschleimhaut sitzt, kann es die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindern. Ob eine Myom-Entfernung die Chance auf ein Kind erhöht, wurde bislang aber kaum in guten Studien untersucht. Die wenigen vorhandenen Studien konnten nicht klären, ob eine Operation hier hilft.

Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)

Eine Entfernung der Gebärmutter ist eine Behandlungsmöglichkeit für Frauen, die besonders viele oder sehr große Myome haben oder Myome, die sich schwer entfernen lassen. Sie entscheiden sich für eine Gebärmutter-Entfernung in der Hoffnung, dadurch ihre Beschwerden ein für alle Mal loszuwerden.

Wie zur Myom-Entfernung gibt es auch verschiedene Operationsmethoden zur Entfernung der Gebärmutter: Sie kann über einen großen Bauchschnitt, eine Bauchspiegelung oder von der Scheide aus entfernt werden. Die letzten beiden Verfahren sind aus medizinischen Gründen jedoch nicht bei allen Frauen möglich. Es gibt auch ein Verfahren, bei dem die Entfernung über die Scheide mithilfe einer zusätzlichen Bauchspiegelung kontrolliert wird.

Die Gebärmutter kann vollständig oder teilweise entfernt werden. Teilweise bedeutet, dass nur der Gebärmutterkörper entfernt wird. Der Gebärmutterhals bleibt erhalten.

Wie wirkt sich die Operation auf die Beschwerden aus?

Bei der Entfernung der Gebärmutter werden die Myome mit entfernt. Da es nach dem Eingriff keine Regelblutungen mehr gibt, hören auch die damit verbundenen Beschwerden auf. Manche Frauen berichten, dass sie weiterhin Unterleibsschmerzen oder -krämpfe haben. Solche Beschwerden können eine Folge des Eingriffs sein oder andere Gründe haben, die schon vor der Operation bestanden.

Wie die verschiedenen Operationsverfahren langfristig im Vergleich zueinander abschneiden, ist nicht ausreichend untersucht. Ihre Vor- und Nachteile sind also noch unklar.

Welche Komplikationen können auftreten?

Bei bis zu 5 von 100 Frauen kann es während der Operation zu größeren Komplikationen kommen. Dazu zählen Verletzungen der Nachbarorgane (Blase, Harnleiter, Darm) oder an Blutgefäßen. Bei etwa 2 von 100 Frauen können erneute Operationen oder Krankenhausaufenthalte notwendig werden.

Kurz nach einem Eingriff können Fieber, Blasen- oder Wundinfektionen auftreten. Diese Beschwerden sind meist gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt werden. Dann klingen sie nach einigen Tagen meist wieder ab.

Das Risiko für Komplikationen hängt unter anderem vom Operationsverfahren sowie unter Umständen auch von der Erfahrung der Operateure ab.

Ist ein bestimmtes Verfahren risikoärmer als die anderen?

Eine Entfernung der Gebärmutter von der Scheide aus gilt bisher als das schonendste und komplikationsärmste Verfahren. Nach diesem Eingriff treten seltener Infektionen auf als nach der Operation über einen Bauchschnitt. Zudem ist die Erholungsphase um etwa 10 Tage kürzer und es bleibt keine Bauchnarbe zurück.

Auch die Bauchspiegelung hat Vorteile gegenüber einem Bauchschnitt: Infektionen sind seltener, die so operierten Frauen verlieren während des Eingriffs weniger Blut und müssen nicht so lange im Krankenhaus bleiben. Allerdings ist das Risiko für Verletzungen der Harnleiter oder der Blase bei der Bauchspiegelung etwas höher. Diese Verletzungen kommen bei etwa 3 von 100 Frauen bei einer Bauchspiegelung und bei einer von 100 Frauen bei der Bauchschnitt-OP oder dem Eingriff über die Scheide vor.

Fieber, Blasen- oder Wundinfektionen können nach einem Bauchschnitt bei bis zu 25 von 100 Frauen auftreten und damit häufiger als nach den anderen Eingriffen. Nach einer Bauchspiegelung oder einer Entfernung über die Scheide betrifft dies etwa 15 von 100 Frauen.

Die Bauchspiegelung und die Entfernung über die Scheide scheinen insgesamt ähnlich häufig zu Komplikationen und weiteren Nebenwirkungen zu führen.

Welche Folgen hat eine Gebärmutter-Entfernung?

Viele Frauen sind nach dem Eingriff zufrieden und bereuen ihn auch später nicht. Dies gilt jedoch nicht für alle. Manche haben das Gefühl, mit der Gebärmutter einen wichtigen Teil ihrer Weiblichkeit verloren zu haben. Für sie ist die Gebärmutter kein „verzichtbares Organ“, wie manche Ärztinnen und Ärzte manchmal behaupten. Wie Frauen den Verlust der Gebärmutter erleben, ist jedoch sehr unterschiedlich. So ist zum Beispiel das Sexualleben bei vielen Frauen unbeeinträchtigt oder bessert sich durch den Eingriff sogar. Andere Frauen berichten, dass es sich verschlechtert.

Wahrscheinlich kommen Frauen, denen die Gebärmutter entfernt wurde, etwas früher in die Wechseljahre. Als Grund wird vermutet, dass nach einer Gebärmutter-Entfernung die Eierstöcke schlechter durchblutet werden und die Hormonproduktion deshalb nachlässt. Wurden außer der Gebärmutter auch die Eierstöcke entfernt, setzen die Wechseljahre sehr plötzlich ein.

Es ist auch möglich, dass die Gebärmutter-Operation die Funktion der Harnblase beeinträchtigt. Bei den meisten Frauen treten solche Probleme nicht auf. Der Eingriff könnte aber das Risiko erhöhen, dass eine Blasenschwäche entsteht („Stressinkontinenz“). Dabei geht beim Husten, Niesen, Lachen oder beim Heben schwerer Lasten ungewollt etwas Urin ab.

Der Gebärmutterhals ist eng mit der Blase und dem Darm verbunden. Nach der Gebärmutter-Entfernung können die Blase oder der Darm daher ihren Halt verlieren und sich senken. Auch die Scheide kann absinken. In der Folge können Druckgefühle und -beschwerden im Unterleib auftreten. Das Risiko für eine Organ-Absenkung betrifft vor allem Frauen, die schon vor dem Eingriff einen geschwächten Beckenboden hatten.

Ob eine Teilentfernung der Gebärmutter Vorteile gegenüber einer vollständigen Entfernung der Gebärmutter hat, ist noch nicht geklärt. Die bisherigen Studien zeigen kurz- oder langfristig keinen Unterschied etwa für die Blasenfunktion oder für die Sexualität. Nach einer Teilentfernung können aber weiterhin noch leichte Regelblutungen auftreten. Diese entstehen, wenn Reste der Gebärmutterschleimhaut im Gebärmutterhals abgestoßen werden.

Vergleich zwischen Myom-Entfernung und Gebärmutter-Entfernung

Das Risiko für kurzfristige Komplikationen ist bei einer Myom-Entfernung per Bauchschnitt und bei einer Entfernung der Gebärmutter vermutlich ähnlich hoch. Welche Vor- und Nachteile die Eingriffe langfristig im Vergleich zueinander haben, lässt sich aber nicht sicher sagen, da die Frage noch nicht untersucht wurde.

Die Myom-Entfernung hat den Vorteil, dass die Gebärmutter erhalten bleibt und es nach dem Eingriff daher noch möglich ist, schwanger zu werden. Die Operation kann in vielen Fällen die Beschwerden genauso lindern wie eine Entfernung der Gebärmutter. Allerdings können nach der Myom-Entfernung Myome nachwachsen und auch erneut Beschwerden auslösen. Dies kann nach einer Gebärmutter-Entfernung nicht passieren.

Sich entscheiden

Eine Myom-Operation ist in der Regel kein Notfall. Deshalb ist es meistens möglich, sich vor einer Entscheidung ausführlich über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Operationsverfahren zu informieren.

Wer sich durch seine Ärztin oder seinen Arzt zu einer bestimmten Behandlung gedrängt fühlt, sollte sich eine zweite Meinung einholen. Auch Angehörige oder Freunde können manchmal Druck ausüben, sich für eine bestimmte Behandlung zu entscheiden. Welche Behandlung geeignet ist, hängt neben der medizinischen Begründung jedoch sehr von der persönlichen Situation und den eigenen Wünschen ab.

Welcher Eingriff infrage kommt, ist auch nicht ganz unabhängig von den Erfahrungen der operierenden Ärztinnen oder Ärzte und davon, welche Operationsverfahren sie anbieten. Viele Kliniken haben sich auf bestimmte Operationen spezialisiert und bieten nur diese an. Deshalb kann eine zweite ärztliche Meinung wichtig sein, wenn in einem Krankenhaus nur eine ganz bestimmte Behandlung empfohlen oder auf Alternativen nicht ausreichend eingegangen wird.

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