Operation: Welche Vor- und Nachteile hat es, zusätzlich Hormone einzunehmen?

Foto von Paar im Gespräch mit dem Arzt (PantherMedia / Cathy Yeulet) Es ist nicht nachgewiesen, dass die Einnahme von hormonellen Medikamenten vor oder nach einer Endometriose-Operation das Behandlungsergebnis verbessert. Hormonpräparate wie GnRH-Analoga haben jedoch häufig Nebenwirkungen und verringern während der Einnahme die Fruchtbarkeit.

Endometriose entsteht, wenn sich Gebärmutterschleimhaut im Bauchraum ansiedelt. Wenn diese Gewebsansiedlungen (Endometriose-Herde) starke Schmerzen verursachen oder die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, entscheiden sich manche Frauen für eine Operation.

Bei der Operation sollen möglichst alle sichtbaren Endometriose-Herde entfernt werden. Manche Fachleute hoffen, dass eine Kombination aus Operation und Hormonbehandlung die Aussichten auf Erfolg verbessern könnte. In diesem Fall nimmt eine Frau vor und / oder nach der Operation zusätzlich hormonelle Medikamente ein. Diese Behandlung soll die Operation erleichtern und mögliche Beschwerden nach dem Eingriff verringern.

Für die Hormonbehandlung kommen verschiedene Wirkstoffe infrage, die die Hormonproduktion in den Eierstöcken unterdrücken. Dazu gehören sogenannte GnRH-Analoga (englisch: Gonadotropin-Releasing Hormones). Allerdings haben diese Medikamente eine Reihe von Nebenwirkungen wie verstärkten Haarwuchs, Hitzewallungen oder eine Verringerung der Knochendichte.

Eine Alternative zu den GnRH-Analoga sind hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille. Sie enthalten meist Gestagene und Östrogene und sind in der Regel besser verträglich als GnRH-Analoga. Während einer Hormonbehandlung ist eine Schwangerschaft so gut wie ausgeschlossen.

Forschung zur Hormoneinnahme vor oder nach einer Operation

Eine Wissenschaftlergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat die Vor- und Nachteile einer Hormonbehandlung zusätzlich zur Operation geprüft. Dazu wertete sie 16 Studien aus, in denen die Medikamente entweder

  • nur vor oder nur nach der Operation oder
  • sowohl vor als auch nach der Operation eingesetzt wurden.

An den Studien nahmen knapp über 1400 Frauen teil, die überwiegend GnRH-Analoga einnahmen. Über den Einsatz anderer hormoneller Verhütungsmittel wie der Pille vor und / oder nach einer Operation ist daher nur wenig bekannt.

Studien zur Hormoneinnahme vor einer Operation

Zwei Studien befassten sich mit der Hormonbehandlung vor einer Operation und verglichen die Ergebnisse mit denen einer Operation ohne zusätzliche Hormonbehandlung. Es gab Hinweise darauf, dass eine Hormonbehandlung vor der Operation die Größe von Endometriose-Zysten verringern konnte. Die Studien untersuchten jedoch nicht, ob dies auch mit geringeren Schmerzen verbunden war oder ob die Frauen andere Vorteile hatten, zum Beispiel eine Verbesserung der Fruchtbarkeit.

Studien zur Hormoneinnahme nach einer Operation

Zwölf Studien untersuchten die Wirkung einer Hormonbehandlung nach einer Operation. Sie zeigten widersprüchliche Ergebnisse: In einer Studie konnte die Gabe von Hormonen die Schmerzen nach dem Eingriff verringern, in den anderen Studien nicht. Die Fruchtbarkeit wurde durch eine Hormoneinnahme nach der Operation nicht verbessert. Die Studien konnten auch nicht nachweisen, dass eine Hormonbehandlung nach einer Operation die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten der Endometriose verringert.

Studien zur Hormoneinnahme vor und nach einer Operation

Nur eine Studie mit wenigen Frauen untersuchte, ob es hilft, Hormone sowohl vor als auch nach der Operation zu nehmen. Diese Untersuchung reicht nicht aus, um die Vor- und Nachteile dieser Einnahme verlässlich zu beurteilen.

Nebenwirkungen

Viele der Studienteilnehmerinnen, die eine Hormonbehandlung bekamen, berichteten über Nebenwirkungen. In den meisten Studien wurden die Nebenwirkungen allerdings nicht genau genug erfasst, um ihre Häufigkeit abschätzen zu können. Viele der hormonell behandelten Frauen gaben jedoch an, dass ihre Regelblutung ausblieb, sie also nicht schwanger werden konnten. Das ist für Frauen mit Kinderwunsch ein wichtiger Nachteil der zusätzlichen Hormonbehandlung.