Olaparib (Lynparza) bei Frauen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs und verändertem BRCA-Gen

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Olaparib für Frauen mit fortgeschrittenem, hochgradig epithelialem Eierstockkrebs mit einem veränderten BRCA-Gen, deren Tumor auf eine Erstbehandlung mit einer platinbasierten anspricht, Vor- oder Nachteile im Vergleich zum abwartenden Beobachten hat.

Der Hersteller legte eine Studie vor, aus der die Daten von 391 Patientinnen ausgewertet werden konnten. Fast alle Frauen waren an einem serösen Eierstockkrebs erkrankt. Der Begriff serös beschreibt eine bestimmte Beschaffenheit des Tumorgewebes.

Die Studie ist noch nicht beendet, es wurde eine Zwischenauswertung nach ungefähr 5 Jahren gemacht. In der Studie erhielten 260 Frauen Olaparib und 131 Frauen eine Standardbetreuung (abwartendes Beobachten). Erste Abschätzungen deuten auf folgende Vor- und Nachteile hin.

Welche Vorteile hat Olaparib?

In der Studie zeigten sich keine Vorteile von Olaparib im Vergleich zur üblichen Behandlung.

Welche Nachteile hat Olaparib?

Schwere Nebenwirkungen: Erste Abschätzungen deuten auf einen Nachteil von Olaparib im Vergleich zum abwartenden Beobachten hin. Schwere Nebenwirkungen traten bei etwa 39 von 100 Frauen unter Olaparib auf, in der Vergleichsgruppe bei nur etwa 19 von 100 Frauen.

Therapieabbrüche aufgrund von schweren Nebenwirkungen: Erste Abschätzungen deuten auf einen Nachteil von Olaparib im Vergleich zum abwartenden Beobachten hin. Unter Olaparib brachen etwa 12 von 100 Frauen die aufgrund von Nebenwirkungen ab, in der Vergleichsgruppe nur etwa 2 von 100 Frauen.

Schwere : Bei dieser Nebenwirkung deuten erste Schätzungen auf einen Nachteil von Olaparib hin. Eine schwere () trat bei etwa 21 von 100 Frauen unter Olaparib auf, in der Vergleichsgruppe nur bei etwa 2 von 100 Frauen.

Auch bei den folgenden Nebenwirkungen deuten erste Schätzungen auf einen Nachteil von Olaparib hin:

  • Geschmacksstörung
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Übelkeit und Erbrechen
  • der Mund- und anderer Schleimhäute
  • Muskelkrampf (Muskelspasmen)
  • Kraftlosigkeit (Asthenie)

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Gesundheitszustand: Hier zeigte sich kein Unterschied.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Hier zeigte sich kein relevanter Unterschied.

Welche Fragen sind noch offen?

Lebenserwartung: Es zeigte sich kein Unterschied. Allerdings war die Beobachtungszeit sehr kurz und es traten zu wenig Todesfälle ein, um eine belastbare Aussage treffen zu können. In beiden Gruppen starben etwa 21 von 100 Frauen.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Olaparib (Ovarialkarzinom; Erstlinie Erhaltung) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V . Dossierbewertung; Auftrag A19-56. 11.10.2019. (IQWiG-Berichte; Band 826).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

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Erstellt am 21. Oktober 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2023

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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