Einleitung

Das Arzneimittel Nivolumab (Handelsname Opdivo) ist seit Juni 2017 in Deutschland zur Behandlung eines fortgeschrittenen Urotheltumors zugelassen. Der Wirkstoff kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten infrage, bei denen die Erkrankung trotz einer platinbasierten Chemotherapie weiter fortschreitet.

Urothel ist die Bezeichnung der Schleimhaut, die die Harnwege auskleidet. Dazu gehören Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und der obere Teil der Harnröhre. Bei mehr als 90 von 100 Personen wachsen Urothelkarzinome in der Blase (Blasenkarzinom).

Erste Symptome sind meist schmerzlose Blutungen in der Blase, sodass sich der Urin bräunlich verfärbt. Auch vermehrter Harndrang kann auftreten. Bei fortgeschrittenem Urothelkrebs kann es zu Unterleibs- oder Nierenschmerzen, vergrößerten Lymphknoten oder Knochenschmerzen kommen. Männer erkranken häufiger als Frauen.

Nivolumab wird zur Behandlung bei einem fortgeschrittenen Urothelkrebs eingesetzt, der nicht mehr operativ entfernt werden kann oder bereits Absiedlungen (Metastasen) gebildet hat. Der Wirkstoff soll das Immunsystem aktivieren, den Krebs zu bekämpfen.

Anwendung

Nivolumab wird in Abständen von zwei Wochen als Infusion verabreicht, also über einen Tropf in eine Vene gegeben. Die Infusion dauert ungefähr 60 Minuten. Die Dosis hängt vom Körpergewicht ab, es werden 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht.

Die Behandlung wird beendet, wenn der Krebs weiter fortschreitet oder zu starke Nebenwirkungen auftreten.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Urothelkrebs kommt nach erfolgloser Therapie mit einer platinbasierten Chemotherapie der Wirkstoff Vinflunin infrage. Tritt der Krebs erneut nach 6 bis 12 Monaten nach der Chemotherapie auf (Spätrezidiv), kann auch erneut eine Cisplatin-basierte Chemotherapie zum Einsatz kommen.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, ob Nivolumab für Personen mit fortgeschrittenem Urothelkrebs Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Nivolumab (Opdivo).

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Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

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