Einleitung

Lenvatinib (Handelsname Lenvima) ist seit Mai 2015 für erwachsene Patientinnen und Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkrebs zugelassen, der Metastasen gebildet hat oder lokal fortgeschritten ist. Der Wirkstoff kommt infrage, wenn der Krebs trotz Radiojodtherapie fortschreitet.

Wenn ein bösartiger Tumor der Schilddrüse entdeckt wird, werden der Tumor oder die gesamte Schilddrüse operativ entfernt. Manchmal ist eine Operation jedoch nicht mehr möglich, wenn der Tumor schon zu groß ist oder sich bereits Absiedlungen in anderen Körperregionen gebildet haben. Dann spricht man von fortgeschrittenem Krebs.

Beim differenzierten Schilddrüsenkrebs haben die Krebszellen noch eine Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Schilddrüsengewebe. Sie können beispielsweise Jod aufnehmen, sodass eine Radiojodtherapie infrage kommt. Die meisten Schilddrüsenkrebse sind differenzierte Krebse.

Der Wirkstoff Lenvatinib hemmt bestimmte Eiweißstoffe (Enzyme) und soll so das Tumorwachstum hemmen.

Anwendung

Lenvatinib wird einmal täglich als Kapsel eingenommen.

Die empfohlene Dosis beträgt 24 mg. Lenvatinib ist als Kapsel in einer Dosierung von 10 und 4 mg verfügbar.

Bei starken Nebenwirkungen kann die Dosis angepasst oder die Behandlung mit Lenvatinib kurzzeitig unterbrochen oder beendet werden.

Andere Behandlungen

Als Standardtherapie kommt für Patientinnen und Patienten mit progressivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem differenziertem Schilddrüsenkrebs, der nicht ausreichend auf eine Radiojod Behandlung angesprochen hat, Sorafenib infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Lenvatinib Vor- oder Nachteile für Patientinnen und Patienten mit progressivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem differenziertem Schilddrüsenkrebs im Vergleich zu Sorafenib hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Lenvatinib (Lenvima).