Einleitung

Larotrectinib (Handelsname Vitrakvi) ist seit September 2019 für alle soliden Tumore mit Genfusionen der sogenannten NTRK-Gene (Neurotrophe Tyrosin-Rezeptor Kinase) zugelassen.

Zu den soliden Tumoren zählen unter anderem Lungen-, Darm-, Haut- oder Schilddrüsenkrebs. Der Wirkstoff kommt bei Patientinnen und Patienten im fortgeschrittenen Stadium infrage, wenn es keine anderen zufriedenstellenden Therapieoptionen mehr gibt.

Bei einer NTRK-Genfusion ist ein NTRK-Gen mit einem zweiten Gen verschmolzen. Das führt dazu, dass sich die Zellen übermäßig vermehren. Larotrectinib soll das dafür verantwortliche überaktive Genprodukt hemmen und so das Wachstum des Krebses bremsen.

Anwendung

Der Wirkstoff ist als Lösung oder Kapsel zum Einnehmen verfügbar. Erwachsene nehmen 2-mal täglich 100 mg ein, bei Kindern richtet sich die Dosis nach der Körperoberfläche. Er kann auch über eine Magen- oder Nasensonde verabreicht werden. Bei zu starken Nebenwirkungen oder Fortschreiten der Krebserkrankung wird die Therapie beendet.

Andere Behandlungen

Für Kinder und Erwachsene mit fortgeschrittenen Krebstumoren, für die keine andere Therapie oder Operation mehr infrage kommt, ist die Standardtherapie eine bestmögliche unterstützende Behandlung („Best Supportive Care“ oder BSC). Die unterstützende Behandlung soll sich an den individuellen Bedürfnissen orientieren, Beschwerden wie Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Larotrectinib für Personen mit fortgeschrittenen Krebstumoren mit NTRK-Genfusion im Vergleich zu der bestmöglichen unterstützenden Behandlung Vor- oder Nachteile hat.

Der Hersteller legte aber keine Daten vor, aus denen sich Aussagen über die Vor- oder Nachteile für Patientinnen und Patienten mit bestimmten Krebsarten ableiten ließen. Zudem wurde Larotrectinib in den Studien nicht mit der BSC-Therapie oder einer anderen Behandlung verglichen. Um Vor- oder Nachteile einer Therapie im Vergleich zu einer anderen Therapie abzuleiten ist aber ein direkter oder indirekter Vergleich nötig.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Larotrectinib (Vitrakvi).