Können Eltern beeinflussen, ob ihre Kinder später rauchen?

Foto von Familie beim Kartenspielen (PantherMedia / Monkeybusiness Images) Viele Eltern würden gerne etwas tun, damit ihre Kinder nicht anfangen zu rauchen. Dazu gibt es zwar eine Reihe von Vorschlägen. Allerdings ist bislang nicht gut untersucht, welche Maßnahmen Kinder erfolgreich vom Rauchen abhalten können. Ob ein Jugendlicher anfängt zu rauchen, hängt auch stark von seiner eigenen Einstellung und dem Einfluss seiner Altersgenossen ab.

Wer als Erwachsener raucht, hat meistens als Jugendlicher angefangen: 9 von 10 erwachsenen Raucherinnen und Rauchern probierten ihre erste Zigarette vor dem 18. Geburtstag. Und je jünger man anfängt, desto schwerer fällt es später, wieder damit aufzuhören. Nach Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) rauchen in Deutschland etwa 12 von 100 Jugendlichen regelmäßig.

Wann und warum Jugendliche mit dem Rauchen anfangen, hat unterschiedliche Gründe. So beginnen Mädchen und Jungen offenbar eher mit dem Rauchen, wenn sie sich Sorgen um ihr Körpergewicht machen. Manche rauchen, weil sie hoffen, dadurch schlanker zu werden. Jugendliche, die Sport treiben, fangen dagegen seltener an zu rauchen.

Die Einstellungen und das Rauchverhalten der Menschen im direkten Umfeld spielen ebenfalls eine Rolle: Jugendliche Raucher haben häufiger Freunde, Geschwister oder Eltern, die ebenfalls rauchen.

Forschung zum Einfluss der Eltern

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben nach Studien zur Frage gesucht, wie Eltern dabei unterstützt werden können, ihre Kinder vom Rauchen abzuhalten. Sie suchten nach sogenannten randomisierten kontrollierten Studien. In solchen Untersuchungen werden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip zwei oder mehr Behandlungsgruppen zugeteilt. Am Ende wird verglichen, wie sich die unterschiedlichen Behandlungen ausgewirkt haben.

Im Fall der Rauchprävention hieß dies beispielsweise: Eltern und Kinder einer Gruppe nahmen an einer speziellen Schulung teil, in der sie Strategien zur Rauchprävention lernten. Die andere Gruppe erhielt keine solche Schulung.

Die Wissenschaftler fanden insgesamt 22 Studien, in denen untersucht wurde, ob eine familienbezogene Maßnahme verhindern kann, dass Jugendliche mit dem Rauchen anfangen. Einige der Studien deuten auf die Wirksamkeit solcher Maßnahmen hin. Andere waren nicht zuverlässig genug, um belastbare Antworten geben zu können.

Rauchprävention ist bei manchen Kindern und Jugendlichen erfolgreich

In den Studien wurden verschiedene Maßnahmen untersucht. In einigen Studien wurden beispielsweise Elternkurse erprobt, in anderen wurden Eltern nur Broschüren mit Ratschlägen verschickt, wie man junge Menschen vom Rauchen abhalten kann.

Die Ergebnisse reichten insgesamt nicht aus, um sicher sagen zu können, welche Ratschläge wirksam sind. Unklar ist zum Beispiel, ob es etwas bringt, wenn man zu Hause Informationsmaterial gegen das Rauchen auslegt. Eine weitere Strategie bestand darin, Eltern zu ermutigen, ihren Kindern Stärke und Selbstbewusstsein zu vermitteln, damit sie Nein sagen können, wenn ihnen eine Zigarette angeboten wird. Auch die Erfolgsaussichten dieses Ansatzes sind nicht ausreichend wissenschaftlich geprüft.

Ob sich bestimmte Strategien vielleicht sogar negativ auswirken, ließ sich aus den Studienergebnissen ebenfalls nicht ablesen. Es gab keine Informationen darüber, ob manche Maßnahmen das Rauchen sogar noch begünstigten – oder ob der Versuch, Einfluss zu nehmen, familiäre Konflikte auslöste oder Schuldgefühle bei den Eltern weckte.

Die Wissenschaftlergruppe kam zu dem vorsichtigen Schluss, dass Jugendliche möglicherweise seltener anfangen zu rauchen, wenn die Eltern dabei unterstützt werden, ihre Kinder aktiv vom Tabakkonsum abzuhalten. Allerdings beeinflussen neben dem Verhalten der Eltern auch andere starke Faktoren, ob Jugendliche mit dem Rauchen beginnen.

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt. Pflichtfelder sind mit einem Sternchen (*) markiert.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Hinweise auf Beratungsangebote finden Sie in unserem Text "Wie finde ich Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen?"

Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

Empfehlen Sie diesen Artikel

Hier können Sie einen Button dauerhaft aktivieren. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Datenschutz.