Ipilimumab (Yervoy) und Nivolumab (Opdivo) als Ersttherapie bei fortgeschrittenem Nierenzellkrebs und mittelmäßiger Prognose

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, welche Vor- und Nachteile die Kombination aus Ipilimumab (Yervoy) und Nivolumab (Opdivo) bei Personen mit unbehandeltem fortgeschrittenem Nierenzellkrebs und mittelmäßiger Prognose im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Zu dieser Fragestellung legte der Hersteller Daten aus einer Studie vor, in der die Kombination Ipilimumab plus Nivolumab mit einer alleinigen Behandlung mit Sunitinib verglichen wurde.

In dieser Ende 2014 begonnenen Studie werden 667 Patientinnen und Patienten mit mittelmäßigem Risikoprofil behandelt: 334 Personen mit Ipilimumab plus Nivolumab und 333 Personen mit Sunitinib. Bisher zeigen sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Ipilimumab plus Nivolumab?

Lebenserwartung: Die Studie deutet darauf hin, dass die Kombination aus Ipilimumab plus Nivolumab das Leben verlängern kann: Von den Personen, die Ipilimumab plus Nivolumab erhielten, starben innerhalb von 31 Monaten etwa 37 von 100 Personen. Von den Personen, die die Standardtherapie Sunitinib erhielten, waren es etwa 48 von 100 Personen.

Krankheitsbeschwerden: Erste Schätzungen deuten darauf hin, dass die Kombination aus Ipilimumab plus Nivolumab Krankheitsbeschwerden wie Knochenschmerzen, Erschöpfung oder Gewichtsverlust lindern kann.

Lebensqualität: Auch hier deuten erste Schätzungen auf einen Vorteil von Ipilimumab plus Nivolumab hin.

Schwere Nebenwirkungen: Insgesamt deutet die Studie auf einen Vorteil von Ipilimumab plus Nivolumab im Vergleich zu Sunitinib hin. Traten im Mittel (Median) bei den Personen mit Ipilimumab plus Nivolumab insgesamt schwere Nebenwirkungen nach etwas über 4 Monaten auf, war das mit Sunitinib bereits nach etwas über 2 Monaten der Fall.

Bei der Betrachtung einzelner Nebenwirkungen gab es sowohl Vor- als auch Nachteile.

Mit der Kombination aus Ipilimumab plus Nivolumab traten unter anderem seltener auf:

  • Entzündung der Schleimhaut
  • Hand-Fuß-Syndrom (schmerzhafte Schwellung und Rötung der Hand- und Fußsohle)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Erkrankungen des Blutes und Lymphsystems

Welche Nachteile hat Ipilimumab plus Nivolumab?

Mit der Kombination aus Ipilimumab plus Nivolumab traten im Vergleich zu Sunitinib unter anderem folgende schwere Nebenwirkungen häufiger auf:

  • Lungenentzündung
  • Erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie)
  • Hormonelle Erkrankungen

Auch Behandlungsabbrüche wegen Nebenwirkungen traten häufiger auf: Erste Schätzungen deuten darauf hin, dass die Kombination aus Ipilimumab plus Nivolumab Behandlungsabbrüche fördern kann: Von den Personen, die Ipilimumab plus Nivolumab erhielten, brachen etwa 29 von 100 ihre Behandlung wegen Nebenwirkungen ab. Von den Personen, die Sunitinib erhielten, waren es nur etwa 19 von 100 Personen.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Gesundheitszustand: Hier gab es zwar einen Vorteil für Ipilimumab plus Nivolumab im Vergleich zu Sunitinib. Dieser Unterschied war jedoch so gering, dass offenbleibt, ob die Verbesserungen für Patientinnen und Patienten spürbar sind.
  • Immunvermittelte schwere Nebenwirkungen: Als immunvermittelte Nebenwirkungen bezeichnet man Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Der Hersteller legte hierzu keine verwertbaren Daten vor.