Ibrutinib (Imbruvica) bei Morbus Waldenström

Einleitung

Der Wirkstoff Ibrutinib (Handelsname Imbruvica) ist seit Juli 2015 für Erwachsene mit Morbus Waldenström zugelassen. Seit Juni 2019 kann er auch in Kombination mit Rituximab eingesetzt werden.

Morbus Waldenström ist eine sehr seltene bösartige Erkrankung, bei der sich B-Zellen im Blut unkontrolliert vermehren. Die krankhaft veränderten Zellen des Immunsystems produzieren zudem eine große Menge .

Bei Personen mit Morbus Waldenström finden sich mit der Zeit immer mehr B-Zellen im Blut. Meist fällt die Erkrankung erst auf, wenn der Körper nicht mehr genügend rote und herstellen kann. Erste Beschwerden können Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder starke Müdigkeit sein. Im weiteren Verlauf können Milz, die Lymphknoten oder auch das Knochenmark geschädigt werden. Der Körper stellt auch weniger gesunde Abwehrzellen her. Der Mangel kann das so sehr schwächen, dass die Krankheit lebensbedrohlich wird.

Ibrutinib soll die Vermehrung der B-Zellen stoppen und so das Voranschreiten eines Morbus Waldenström verhindern. Der Wirkstoff kommt für Erwachsene infrage, bei denen vorige Therapien erfolglos waren oder für die eine Chemo-Immuntherapie nicht geeignet ist.

Anwendung

Ibrutinib ist als Kapsel in einer Dosierung von 140 mg und als Tablette in den Dosierungen 140, 280, 420 und 560 mg verfügbar. Zur Behandlung des Morbus Waldenström wird eine Dosis von täglich 420 mg empfohlen. Die Dosierung kann je nach Kombinationstherapie und auftretenden Unverträglichkeiten angepasst werden. Der Wirkstoff sollte abgesetzt werden, wenn er nicht mehr vertragen wird oder die Krankheit voranschreitet.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten mit Morbus Waldenström kommt als Standardtherapie eine optimierte individuelle infrage. Diese hängt unter anderem davon ab, ob es sich um eine Erstbehandlung handelt oder welche Behandlungen bereits versucht wurden. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepasst. Dabei wird auch der Allgemeinzustand der Patientin oder des Patienten berücksichtigt.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, ob Ibrutinib als Einzeltherapie bei Personen mit Morbus Waldenström im Vergleich zu bewährten Standardtherapien Vor- oder Nachteile hat. 2019 wurde geprüft, ob Ibrutinib in Kombination mit Rituximab Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller zu keiner der Fragestellungen verwertbare Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Ibrutinib (Imbruvica) als Einzeltherapie (2016) und in Kombination mit Rituximab (2019).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ibrutinib – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A16-04. 28.04.2016. (IQWiG-Berichte; Band 386).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Ibrutinib (Morbus Waldenström) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A19-78. 28.11.2019. (IQWiG-Berichte; Band 846).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Aktualisiert am 02. Dezember 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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