Hilft es, weniger Kochsalz zu sich zu nehmen?

Foto von Gemüsezubereitung (PantherMedia / Hannes Eichinger) Eine kochsalzärmere Ernährung kann helfen, den Blutdruck zu senken. Ob sich dies langfristig auf das Risiko für Folgeerkrankungen auswirkt, ist unklar.

Ein erhöhter Blutdruck verursacht zwar nicht unbedingt spürbare Beschwerden, kann aber auf die Dauer das Herz und die Gefäße schädigen. Dadurch steigt zum Beispiel das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenschwäche. Viele Faktoren können den Blutdruck erhöhen – einer davon ist zu viel Kochsalz in der Nahrung. Vielen Menschen mit Bluthochdruck wird daher empfohlen, weniger Kochsalz zu verwenden.

Wer sich salzärmer ernähren möchte, kann insgesamt weniger salzhaltige Lebensmittel verzehren und zusätzlich darauf achten, Speisen weniger zu salzen. Viel Salz steckt in verarbeiteten Lebensmitteln wie Fertiggerichten, Chips, vielen Käsesorten, gepökeltem Fleisch oder Brot. Frische, unbehandelte Lebensmittel wie Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch, Joghurt oder Quark enthalten wenig Salz.

Studien zeigen: Salzärmere Ernährung senkt den Blutdruck

Eine Wissenschaftlergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat untersucht, welchen Einfluss eine kochsalzärmere Ernährung auf Bluthochdruck hat. Zu dieser Frage haben die Forscherinnen und Forscher 22 geeignete Studien ausgewertet. An den Studien nahmen rund 1000 Menschen teil. Die Hälfte von ihnen ernährte sich für mindestens vier Wochen salzarm – das heißt, sie nahmen gut 4 Gramm weniger Salz pro Tag zu sich. Die andere Hälfte ernährte sich wie gewohnt.

Alle Studien zeigten, dass eine salzärmere Ernährung den Blutdruck senken kann: Bei den Teilnehmenden sank der systolische Blutdruckwert um 5 mmHg, der diastolische Blutdruckwert um 3 mmHg.

Allerdings reagiert nicht jeder Mensch gleich auf Kochsalz. Daher lässt sich nicht für jede Person genau sagen, welche Menge Salz sie weniger zu sich nehmen muss, damit ihr Blutdruck um einen bestimmten Wert sinkt.

Bisher haben nur sehr wenige Studien untersucht, ob die Kochsalzreduktion auch das Risiko für Folgeerkrankungen senken kann. Folgen eines Bluthochdrucks treten meist erst nach mehreren Jahren auf, die bisherigen Studien dauerten im Mittel aber nur einige Wochen.

Daher bleibt unklar, ob eine salzärmere Ernährung auch langfristig schützen kann. Zudem ist nicht sicher, ob das Ausmaß der Blutdrucksenkung durch eine salzarme Ernährung ausreicht, um langfristig die Gefäße und Organe zu schützen.

Schlagwörter: Alter und Pflege, Bluthochdruck, E86, E87, Herz und Kreislauf, Hypertonie, I10, I11