Gewichtsabnahme und Bewegung bei Arthrose

Foto von Gruppe beim Bewegungstraining (Francesco Ridolfi / iStock / Thinkstock) Abnehmen und bewegen – beides wird Menschen mit Arthrose häufig empfohlen. Eine Gewichtsabnahme kann vor allem Menschen mit einer Kniearthrose helfen. Bewegungstherapien können bei einer Knie- und Hüftarthrose Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern.

Eine schmerzhafte Arthrose kann es erschweren, sich genügend zu bewegen – und das kann dazu führen, dass man an Gewicht zulegt. Mehr Gewicht kann wiederum die Beschwerden verstärken, vor allem bei Arthrose in den Knien. Doch was kann man von einer Gewichtsabnahme erwarten? Welche Art von Bewegung ist für Menschen mit Arthrose geeignet?

An den meisten Studien zu diesen Fragen haben Menschen mit Kniearthrose teilgenommen. Menschen mit Hüftarthrose nahmen nur an den hier aufgeführten Studien zu Bewegungstherapien teil.

Wie viel muss man abnehmen, um eine Verbesserung zu bemerken?

Durch starkes Übergewicht werden die Kniegelenke mehr als normal belastet. Dies fördert den Gelenkverschleiß und kann dazu führen, dass eine Arthrose bereits in jüngeren Jahren auftritt. Übergewichtigen Menschen mit Kniearthrose wird daher häufig empfohlen abzunehmen. Übergewicht beginnt bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 25, von „starkem Übergewicht“ (Adipositas) spricht man ab einem BMI von 30.

Fachleute raten übergewichtigen Menschen mit Arthrose oft, mindestens 10 Prozent ihres Körpergewichts abzunehmen, um ihre Gesundheit zu verbessern. Das würde zum Beispiel für eine 160 cm große und 80 kg schwere Frau bedeuten, dass sie mindestens 8 kg abnehmen muss. Eine solche Gewichtsabnahme kann jedoch schwerfallen. Um erfolgreich abzunehmen und das neue Gewicht dann auch zu halten, sind eine hohe Motivation und einiges an Durchhaltevermögen nötig.

Bei Arthrose könnte aber vielleicht schon eine geringere Gewichtsabnahme helfen: Studien geben schwache Hinweise darauf, dass übergewichtige Menschen mit Kniearthrose ihre Beweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern können, wenn sie in fünf Monaten mindestens 5 Prozent ihres Körpergewichts abnehmen – von beispielsweise 80 kg also 4 kg.

Den meisten Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern fiel es allerdings schwer, allein durch eine Diät so viel abzunehmen. Es gelang ihnen eher, wenn sie die Diät mit einer Bewegungstherapie kombinierten. Die Mehrzahl der Teilnehmenden wurde durch Schulungen zu Ernährung und zum Umgang mit Arthrose beim Abnehmen unterstützt.

Um sicher sagen zu können, wie gut eine Gewichtsabnahme alleine bei Arthrose helfen kann, ist jedoch noch weitere Forschung nötig.

Hilft eine Bewegungstherapie bei Hüft- und Kniearthrose?

Viele Trainingsarten eignen sich für Menschen mit Arthrose – zum Beispiel zügiges Gehen (Walking), Radfahren und Schwimmen.

Es gibt auch spezielle Bewegungstherapien, die auf die betroffenen Gelenke abgestimmt sind. Solche Übungen werden von einer Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten zusammengestellt und angeleitet, um die Gelenkbewegung zu erweitern. Therapeutische Übungen können die Muskelstärke, Beweglichkeit und Widerstandsfähigkeit trainieren. Sie können aber auch aus Funktions- oder Koordinationsübungen bestehen, wie zum Beispiel bestimmte Aerobic-Übungen.

Studien deuten darauf hin, dass bei Menschen mit Hüftarthrose Bewegungstherapien wie zum Beispiel Aerobic und Übungen zur Kräftigung der Muskulatur die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen lindern können.

Bei Menschen mit Kniearthrose können Bewegungstherapien wie Aerobic oder Übungen zur Kräftigung der Muskulatur helfen: Aerobic machte die Teilnehmenden beweglicher und linderte die Schmerzen. Die Teilnehmenden, die ihre Muskulatur kräftigten, hatten ebenfalls weniger Schmerzen. Es gab zudem schwache Hinweise, dass Wassergymnastik die Beweglichkeit fördern kann.

Unabhängig von speziell auf das Gelenk abgestimmten Bewegungstherapien ist es für Menschen mit Arthrose wichtig, aktiv zu bleiben. Abzunehmen und mehr Bewegung in den eigenen Alltag zu bringen, kann dazu beitragen, dass die Gelenke nicht noch mehr Schaden nehmen, und so das Leben mit Arthrose erleichtern.

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt. Pflichtfelder sind mit einem Sternchen (*) markiert.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Hinweise auf Beratungsangebote finden Sie in unserem Text "Wie finde ich Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen?"

Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

Empfehlen Sie diesen Artikel

Hier können Sie einen Button dauerhaft aktivieren. Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Datenschutz.