Einleitung

Fremanezumab (Handelsname Ajovy) ist seit März 2019 in Deutschland zur Vorbeugung von Migräne zugelassen. Es kommt für Erwachsene infrage, die mindestens vier Tage im Monat Migräne haben.

Bei einem Migräneanfall setzen plötzlich heftige Schmerzen ein, oft auf einer Kopfseite. Sie sind deutlich stärker als gewöhnliche Kopfschmerzen und werden als pulsierend, pochend oder hämmernd empfunden. Meist tritt eine Migräne mit zusätzlichen Beschwerden auf: Übelkeit, Erbrechen oder auch Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche. Unbehandelt halten die Beschwerden zwischen vier Stunden und drei Tagen an. Eine Migräne kann den Alltag erheblich einschränken.

Fremazenumab ist ein Antikörper. Er hemmt die Wirkung eines bestimmten Proteins (Calcitonin Gene-Related Peptide, abgekürzt CGRP), das bei der Entstehung von Migräneanfällen eine Rolle spielt. Dadurch soll Migräneanfallen vorgebeugt werden.

Anwendung

Fremanezumab wird entweder einmal im Monat in einer Dosierung von 225 mg oder alle drei Monate in einer Dosierung von 675 mg unter die Haut gespritzt. Innerhalb von drei Monaten nach Behandlungsbeginn sollte der Behandlungserfolg bewertet und über eine Fortsetzung der Therapie entschieden werden.

Andere Behandlungen

Für bis dahin unbehandelte Personen oder Patientinnen und Patienten, bei denen mindestens eine vorbeugende Therapie nicht ausreichte oder nicht vertragen wurde, kommen in der Regel Metoprolol, Propranolol, Flunarizin, Topiramat oder Amitriptylin infrage. Helfen auch diese Wirkstoffe nicht, können Valproinsäure oder bei bestimmten Patientinnen und Patienten Clostridium botulinum Toxin Typ A zum Einsatz kommen. Sind alle genannten Therapien zur Vorbeugung ungeeignet, kommt eine bestmögliche unterstützende Behandlung (BSC) infrage. Die unterstützende Behandlung soll sich an den individuellen Bedürfnissen orientieren, Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, ob Fremanezumab bei der Vorbeugung von Migräneanfällen Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Fremanezumab (Ajovy).