Folgebehandlung Erwachsener: Elvitegravir-Kombination (Genvoya) bei HIV-Infektion

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, wie die Elvitegravir-Kombination (Handelsname Genvoya) im Vergleich zu den Standardtherapien bei vorbehandelten Personen abschneidet. Für diese Patientinnen und Patienten kommt eine individuell angepasste Therapie infrage. Diese berücksichtigt, welche Behandlungen bereits versucht und warum diese abgesetzt wurden. Zum Beispiel ist es möglich, dass die vorige Behandlung nicht gewirkt oder Nebenwirkungen ausgelöst hat.

Für Patientinnen und Patienten, die aus solchen Gründen auf eine neue Behandlung wechseln wollen, gab es keine Daten.

Stattdessen legte der Hersteller eine Studie mit 1443 Personen vor, die bereits Standard-HIV-Medikamente einnahmen und keinen besonderen Grund hatten, die Behandlung zu wechseln. Bei 963 Personen wurde dennoch die Therapie auf die Elvitegravir-Fixkombination umgestellt. Die anderen 480 Patientinnen und Patienten nahmen weiter die Kombination Emtricitabin / Tenofovirdisoproxil (plus weitere Wirkstoffe) ein.

Welche Nachteile hat die Elvitegravir-Kombination?

  • Erkrankungen des Nervensystems: Aus der Studie ergibt sich ein schwacher Hinweis, dass diese Nebenwirkungen bei Männern bei der Behandlung mit der Elvitegravir-Kombination häufiger auftraten als bei der Behandlung mit der Standardtherapie. Bei der Behandlung mit der Elvitegravir-Kombination trat bei 21 von 100 Männern eine Erkrankung des Nervensystems auf – im Vergleich zu 11 von 100 Männern, die die Standardtherapie erhielten. Bei Frauen zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung: Es zeigte sich kein Unterschied zwischen den Behandlungen.
  • Häufigkeit von AIDS-Erkrankungen: Die Immunschwäche infolge einer HIV-Infektion begünstigt verschiedene Erkrankungen wie Infektionen mit bestimmten Bakterien, Viren oder Pilzen. Auch bestimmte Tumore treten häufiger auf. Der Erfolg einer Therapie misst sich auch daran, ob diese Erkrankungen bei behandelten Personen seltener auftreten. In der Studie gab es keinen Unterschied zwischen den Therapien.
  • Lebensqualität: Auch bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigte sich kein Unterschied.
  • Nebenwirkungen: Die Studie zeigte keinen Unterschied zwischen den Behandlungen bei:
    • psychiatrischen Erkrankungen
    • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
    • Nieren- und Harnwegserkrankungen
  • Schwere Nebenwirkungen: Auch schwere Nebenwirkungen traten bei beiden Behandlungen vergleichbar häufig auf.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Abbruch wegen Nebenwirkungen: Die Frage, wie viele Personen die jeweilige Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abbrachen, konnte aufgrund der ungeeigneten Daten nicht beantwortet werden.

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Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

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