Folgebehandlung Erwachsener: Dolutegravir / Lamivudin (Dovato) bei HIV-Infektion

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2019 geprüft, wie die Fixkombination Dolutegravir / Lamivudin (Handelsname Dovato) im Vergleich zu den Standardtherapien bei bereits behandelten Erwachsenen mit einer HIV Typ 1-Infektion abschneidet.

Der Hersteller legte zwei Studien vor. In der kleineren Studie wurden 90 Personen, in der größeren Studie 743 Personen untersucht. Die eine Hälfte bekam weiterhin die Standardtherapie (eine Kombination aus 3 unterschiedlichen Wirkstoffen), während die andere Hälfte auf Dolutegravir / Lamivudin umgestellt wurde. Untersucht wurden nur Personen, bei denen eine Umstellung der Medikamente nicht notwendig war. Aufgrund der erheblich größeren Teilnehmeranzahl werden nur die Ergebnisse der größeren Studie dargestellt. Die Daten der kleinen Studie widersprechen den Ergebnissen der größeren Studie nicht. Die Patientinnen und Patienten wurden knapp 1 Jahr untersucht. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Dolutegravir / Lamivudin?

Es zeigten sich keine Vorteile von Dolutegravir / Lamivudin gegenüber der Standardtherapie.

Welche Nachteile hat Dolutegravir / Lamivudin?

Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen: Hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Dolutegravir / Lamivudin hin: Brachen in dieser Gruppe knapp 4 von 100 Personen die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab, war das mit der Standardtherapie nur bei 1 von 100 Personen der Fall.

Ermüdung und jahreszeitbedingte Allergien: Auch bei diesen Nebenwirkungen deutet die Studie auf einen Nachteil hin: Sie traten mit Dolutegravir / Lamivudin häufiger auf als mit der Standardtherapie.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Lebenserwartung: Es gab insgesamt einen Todesfall in der Studie.

Häufigkeit von AIDS-Erkrankungen: Die Immunschwäche infolge einer HIV-Infektion begünstigt verschiedene Erkrankungen wie Infektionen mit bestimmten Bakterien, Viren oder Pilzen. Auch bestimmte Tumore treten häufiger auf. Der Erfolg einer Therapie misst sich auch daran, wie oft diese Erkrankungen auftreten. Das war ebenfalls nur bei insgesamt einer Person der Fall.

Auch bei folgenden Aspekten zeigte sich kein Unterschied:

  • Schwere Nebenwirkungen
  • Gesundheitszustand
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Psychiatrische Erkrankungen

Welche Fragen sind noch offen?

Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität legte der Hersteller keine Daten vor.