Flüssiges Aufstoßen bei Babys

Foto von Vater mit Baby (PantherMedia / Cathy Yeulet) Wenn Eltern ihr Baby tragen, gehört das Spucktuch über der Schulter zur Grundausstattung: Es fängt flüssige „Bäuerchen“ auf. Wenn ein Baby öfter etwas Milch oder Nahrung aufstößt, ist das normalerweise kein Grund, sich Sorgen zu machen.

Babys legen in ihrem ersten Lebensjahr sehr schnell an Gewicht zu und brauchen dafür viel Nahrung. Für ihr Verdauungssystem ist es mitunter schwer, damit problemlos fertig zu werden. Säuglinge spucken in den ersten Monaten ihres Lebens deshalb häufiger. Es ist normal, wenn dabei eine kleine Menge Milch wieder hochkommt, etwa ein Löffel voll.

Nur selten weist flüssiges Aufstoßen auf eine Krankheit hin. Dann ist es aber meist von anderen Problemen begleitet – beispielsweise, wenn das Kind nicht richtig wächst.

Wie kommt es zu flüssigem Aufstoßen?

Vom Mund in den Magen gelangt die Nahrung durch die Speiseröhre („Ösophagus“). Am unteren Ende der Speiseröhre sitzt ein Muskelring, der auch unterer Ösophagussphinkter genannt wird. Dieser Muskelring sorgt dafür, dass der Speisebrei im Magen bleibt. Bei Säuglingen funktioniert dieser „Schließmuskel“ oft noch nicht richtig, außerdem ist ihr Magen noch relativ klein.

Flüssiges Aufstoßen ist kein Erbrechen. Beim Erbrechen führt unter anderem ein Zusammenziehen des Zwerchfells und der Muskulatur der Speiseröhre dazu, dass der Mageninhalt aktiv herausgewürgt wird. Meist ist einem dann auch übel. Beim flüssigen Aufstoßen steigt die Nahrung einfach wieder hoch und ein wenig fließt bis in den Mund zurück. Der Fachausdruck dafür heißt „Regurgitation“.

Grafik: Speiseröhre mit unterem Schließmuskel, Magen und DarmSpeiseröhren-Schließmuskel beim Baby

Wann ist flüssiges Aufstoßen normal?

Die Hälfte bis zwei Drittel aller Babys stoßen mindestens einmal am Tag flüssig auf, bis sie sechs Monate alt sind. Wenn Ihr Baby häufiger spuckt, ist das also kein Grund, sich zu sorgen: Es mag manchmal lästig sein, ist aber normal, solange das Baby keine Beschwerden hat. Es spuckt auch nicht, weil es zu viel gefüttert wurde oder weil es die Milch nicht gut verträgt.

Mit zehn bis zwölf Monaten spucken nur noch 5 von 100 Babys. Bei den anderen hat sich das Problem ohne irgendeine Behandlung einfach ausgewachsen. Wann das flüssige Aufstoßen aufhört, ist bei jedem Kind unterschiedlich: Manche Babys spucken auch noch regelmäßig, wenn sie älter als ein Jahr sind.

Wann ist ärztlicher Rat nötig?

Wenn Ihr Baby wohlgenährt ist und gut gedeiht, ist ein medizinisches Problem unwahrscheinlich. Babys, die einfach aufstoßen und sonst keine Beschwerden haben, müssen auch nicht untersucht werden. Ein Arztbesuch ist aber nötig, wenn Ihr Baby

  • sehr oft spuckt, auffallend blass ist, nicht wächst und nicht so zunimmt, wie es für sein Alter normal wäre.
  • Schmerzen hat – dann weint es viel, schreit oder krümmt oft den Rücken.
  • hüstelt, keucht und sich häufig räuspert. Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass die Speiseröhre des Babys durch Magensäure gereizt ist.
  • nicht nur nach einer Mahlzeit spuckt, sondern auch, wenn es nüchtern ist.
  • sich schwallartig übergibt: Dabei verkrampfen sich die Magen-Darm-Muskeln und die Nahrung wird in größeren Mengen und mit einigem Druck wieder ausgespien.
  • zugleich Durchfall und Fieber hat: Wenn Babys zu viel Flüssigkeit verlieren, können sie rasch austrocknen, und das kann für sie gefährlich sein.

Bei wenigen Babys kann flüssiges Aufstoßen auf ein ernsthaftes Problem hinweisen, zum Beispiel bei Frühgeborenen und Säuglingen mit Erkrankungen, die ihre Entwicklung verzögern. Häufiges Spucken kann dann zum Beispiel ein Zeichen für Fehlbildungen des Darms sein. In diesem Fall erbricht sich das Baby wahrscheinlich auch häufiger und hat Magen-Darm-Krämpfe, die man fühlen oder sehen kann. Bei solchen Anzeichen ist schnelle ärztliche Hilfe wichtig.

Hinter den Beschwerden kann außerdem eine Refluxkrankheit stecken. Dabei kann die zurückfließende Nahrung zu Schäden in der Speiseröhre oder zu Atemwegserkrankungen führen, wenn Nahrung in die Lunge gerät.