Fingolimod (Gilenya) für Erwachsene mit MS bei Vorbehandlung mit Glatirameracetat

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2016 geprüft, ob Fingolimod (Handelsname Gilenya) Vor- oder Nachteile für Erwachsene mit hochaktiver schubförmiger multipler Sklerose (MS) im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Die nachfolgenden Ergebnisse gelten für Patientinnen und Patienten, bei denen die Erkrankung hochaktiv geblieben ist, obwohl sie Glatirameracetat in ausreichender Dosierung angewandt haben.

Für diese Personengruppe lagen dem IQWiG Daten aus einer Studie vor: Von den Teilnehmenden hatten 17 Personen als Folgebehandlung Fingolimod und 25 eine Standardtherapie mit Beta-Interferon angewendet.

Wo zeigten sich keine Unterschiede?

  • Lebenserwartung: Innerhalb eines Jahres starb in keiner der beiden Gruppen ein Teilnehmer. Die Daten reichen allerdings nicht aus, um die Auswirkungen von Fingolimod auf die Lebenserwartung zuverlässig beurteilen zu können.
  • Krankheitsschübe: Die Studie zeigte keinen Unterschied zwischen Fingolimod und Beta-Interferon. Innerhalb eines Jahres bekamen zwischen 32 und 47 % aller Teilnehmenden einen neuen MS-Schub.
  • Weitere Krankheitsfolgen: Verglichen wurde die Wirkung der beiden Medikamente auf körperliche Einschränkungen. Hier zeigte sich kein Unterschied.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Lebensqualität: Hierzu legte der Hersteller keine aussagekräftigen Daten vor.
  • Nebenwirkungen: Nebenwirkungen traten bei Fingolimod ähnlich oft auf wie bei Beta-Interferon. Insgesamt gab es aber nur wenige Daten, sodass keine abschließende Aussage möglich ist.
  • Müdigkeit und Alltagsaktivitäten: Daten zur Auswirkung der Therapien auf die Müdigkeit und auf die Folgen der Krankheit auf Alltagsaktivitäten fehlten.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Fingolimod (neues Anwendungsgebiet) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A15-48. 15.02.2016. (IQWiG-Berichte; Band 313).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Fingolimod – Addendum zum Auftrag A15-48; Auftrag A16-19. 11.05.2016. (IQWiG-Berichte; Band 387).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

Seite kommentieren

Was möchten Sie uns mitteilen?

Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Bewertungen und Kommentare werden von uns ausgewertet, aber nicht veröffentlicht. Ihre Angaben werden von uns vertraulich behandelt.

Bitte beachten Sie, dass wir Sie nicht persönlich beraten können. Hinweise zu Beratungsangeboten finden Sie hier.

Aktualisiert am 01. April 2019
Nächste geplante Aktualisierung: 2022

Autoren/Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

So halten wir Sie auf dem Laufenden

Folgen Sie uns auf Twitter oder abonnieren Sie unseren Newsletter oder Newsfeed. Auf YouTube finden Sie unsere wachsende Videosammlung.