Fingolimod (Gilenya) für Erwachsene bei rasch fortschreitender schubförmiger multipler Sklerose

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2015 geprüft, ob Fingolimod (Handelsname Gilenya) Vor- oder Nachteile für Erwachsene mit einer rasch fortschreitenden schweren schubförmigen multiplen Sklerose (MS) im Vergleich zu Standardtherapien hat. Bei dieser Personengruppe kann Fingolimod als Alternative zu den Standardtherapien mit Beta-Interferon oder Glatirameracetat eingesetzt werden.

Das IQWiG konnte Ergebnisse einer Studie mit insgesamt 121 Patientinnen und Patienten auswerten. Die eine Hälfte der Teilnehmenden wurde mit Fingolimod behandelt, die andere Hälfte mit Beta-Interferon.

Welche Vorteile hat Fingolimod?

  • Krankheitsschübe: Die Studie weist darauf hin, dass Fingolimod Vorteile für Frauen hat: Bei den Frauen, die mit Fingolimod behandelt wurden, trat der erste Schub später auf als bei den Frauen, die Beta-Interferon erhielten. Bei den Männern zeigte sich kein Unterschied zwischen den Behandlungen.
  • Grippeähnliche Symptome: Bei grippeähnlichen Symptomen deuten die Daten darauf hin, dass Fingolimod gegenüber Beta-Interferon Vorteile hat. Etwa 2 von 100 Personen, die Fingolimod einnahmen, hatten grippeähnliche Symptome – aber etwa 37 von 100 Personen, die Beta-Interferon spritzten.

Welche Nachteile hat Fingolimod?

  • Schwere Nebenwirkungen: Die Studie deutet darauf hin, dass Personen, die Fingolimod erhielten, häufiger schwere Nebenwirkungen hatten. Bei den mit Beta-Interferon behandelten Personen traten keine schweren Nebenwirkungen auf – aber bei 7 von 100 Personen, die mit Fingolimod behandelt wurden.

Wo zeigten sich keine Unterschiede?

  • Lebenserwartung: Von den 121 Patientinnen und Patienten ist im Verlauf eines Jahres niemand gestorben.
  • Weitere Krankheitsfolgen: Verglichen wurde die Wirkung der beiden Medikamente auf körperliche Einschränkungen. Hier konnte kein Unterschied nachgewiesen werden.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Es zeigte sich kein Unterschied zwischen den Gruppen.
  • Magen-Darm-Erkrankungen: Auch hier zeigte sich kein Unterschied.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Lebensqualität: Zur Lebensqualität lagen keine verwertbaren Daten vor.
  • Müdigkeit und Alltagsaktivitäten: Verwertbare Daten zur Auswirkung der Therapien auf die Müdigkeit und die Folgen der Krankheit auf Alltagsaktivitäten fehlten.