Erstbehandlung Erwachsener: Elvitegravir-Kombination (Genvoya) bei HIV-Infektion

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, wie die Elvitegravir-Kombination (Handelsname Genvoya) als erste Behandlung von HIV im Vergleich zu den Standardtherapien abschneidet. Eine gängige Erstbehandlung ist der Wirkstoff Efavirenz in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Emtricitabin plus Tenofovirdisoproxil oder Abacavir plus Lamivudin.

Eine Studie, in der die Elvitegravir-Kombination mit den zugelassenen Standardtherapien direkt verglichen wurde, lag nicht vor. Die Daten stammen aus Studien, in denen die Elvitegravir-Kombination und die Standardbehandlung jeweils mit einer dritten Behandlung verglichen wurden. Die Resultate solcher indirekten Vergleiche sind grundsätzlich weniger aussagekräftig als direkt vergleichende Studien.

Für die Bewertung hat das IQWiG die Daten aus drei Studien ausgewertet, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Dosierungsvorgaben und der Studiendauer ausreichend vergleichbar waren.

Welche Vorteile hat die Elvitegravir-Kombination?

  • Nebenwirkung psychiatrische Erkrankungen: Hier zeigte sich ein schwacher Hinweis auf einen Vorteil des neuen Wirkstoffs: Diese Nebenwirkungen traten bei der Behandlung mit der Elvitegravir-Kombination seltener auf.

Welche Nachteile hat die Elvitegravir-Kombination?

  • Häufigkeit von AIDS-Erkrankungen: Die Immunschwäche infolge einer HIV-Infektion begünstigt verschiedene Erkrankungen wie Infektionen mit bestimmten Bakterien, Viren oder Pilzen. Auch bestimmte Tumore treten häufiger auf. Der Erfolg einer Therapie misst sich auch daran, ob diese Erkrankungen bei behandelten Personen seltener auftreten. In einem Behandlungszeitraum von zwei Jahren zeigte sich ein schwacher Hinweis auf einen Nachteil der neuen Wirkstoffkombination.
  • Infektionen: Es zeigte sich ein schwacher Hinweis auf einen Nachteil der Elvitegravir-Kombination.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung: Es zeigte sich kein Unterschied beim Vergleich der Studien.
  • Schwere Nebenwirkungen: Auch hier zeigte sich kein Unterschied.
  • Abbruch wegen Nebenwirkungen: Es zeigte sich kein Unterschied im indirekten Vergleich der Studien. Nur jeweils wenige Personen brachen die Behandlung ab.
  • Bei folgenden Nebenwirkungen zeigte sich ebenfalls kein Unterschied:
    • Erkrankungen des Nervensystems
    • Hauterkrankungen
    • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
    • Nieren- und Harnwegserkrankungen

Welche Fragen sind noch offen?

  • Lebensqualität und Gesundheitszustand: Zur Auswirkung der Behandlung auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität oder den Gesundheitszustand legte der Hersteller keine Daten vor.

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Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

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