Empagliflozin (Jardiance) bei Herzinsuffizienz

Einleitung

Empagliflozin (Handelsname Jardiance) ist seit Juni 2021 für Erwachsene zur Behandlung der chronischen mit Beschwerden zugelassen. Der Wirkstoff kommt für Personen infrage, bei denen die Auswurfleistung des Herzens vermindert ist.

Bei einer (auch Herzschwäche oder genannt) kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen. Das kann dazu führen, dass Organe und Muskeln nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Eine Herzschwäche kann akut auftreten, zum Beispiel nach einem . Meist entwickelt sie sich jedoch langsam infolge eines dauerhaft erhöhten Blutdrucks oder einer koronaren Herzkrankheit, dann spricht man von chronischer Herzinsuffizienz.

Für die Behandlung wird nach der des Herzens unterschieden:

  • Herzschwäche mit verminderter Auswurfleistung: Der Herzmuskel ist so geschwächt, dass er nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpt.
  • Herzschwäche mit erhaltener Auswurfleistung: Der Herzmuskel schlägt zwar noch kräftig, kann sich aber zwischen zwei Schlägen nicht mehr völlig entspannen und füllt sich deshalb nicht richtig mit Blut. Dadurch kann er nur weniger Blut in den Körper pumpen.

Empagliflozin erhöht unter anderem die Ausscheidung von Natrium und im Urin. Es soll bei Personen mit chronischer und verminderter Auswurfleistung den Blutdruck senken und die des Herzens verbessern.

Anwendung

Empagliflozin ist als Tablette verfügbar. Die empfohlene Dosis beträgt 10 mg Empagliflozin einmal täglich.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten mit chronischer , die eine verminderte Auswurfleistung und Beschwerden haben, kommt als Standardtherapie eine optimierte individuelle infrage. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt auf die Patientin oder den Patienten abgestimmt und berücksichtigt auch Begleiterkrankungen und Risikofaktoren wie , Herzrhythmusstörungen, koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus oder Hypercholesterinämie sowie die durch sie verursachten Beschwerden (zum Beispiel Ödeme).

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2021 geprüft, ob Empagliflozin für Personen mit chronischer , die eine verminderte Auswurfleistung und Beschwerden haben, im Vergleich zu einer optimierten individuellen Vor- oder Nachteile hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller eine Studie mit insgesamt 3730 Personen vor: Die Hälfte von ihnen erhielt zusätzlich zu einer optimierten individuellen Empagliflozin, die andere Hälfte zusätzlich ein Scheinmedikament ().

In der Studie zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Empagliflozin?

Krankenhauseinweisungen aufgrund der : Erste Schätzungen deuten hier auf einen Vorteil von Empagliflozin für Personen mit leichter (Schweregrad 2) hin: Mit Empagliflozin wurden etwa 10 von 100 Personen in ein Krankenhaus eingewiesen. Ohne Empagliflozin waren es etwa 16 von 100 Personen. Für Personen mit einer mittelschweren bis schweren (Schweregrad 3 und 4) zeigte sich kein Unterschied.

Schwere Nebenwirkungen gesamt: Erste Schätzungen deuten für Personen mit leichter (Schweregrad 2) auch bei den schweren Nebenwirkungen insgesamt auf einen Vorteil von Empagliflozin hin: Mit Empagliflozin hatten etwa 26 von 100 Personen schwere Nebenwirkungen. Ohne Empagliflozin waren es etwa 31 von 100 Personen. Für Personen mit einer mittelschweren bis schweren (Schweregrad 3 und 4) zeigte sich kein Unterschied.

Einzelne schwere Nebenwirkungen, für die erste Schätzungen auf einen Vorteil der zusätzlichen Gabe von Empagliflozin hindeuten, sind schwere Erkrankungen der Nieren und Harnwege, schwere Erkrankungen der Leber und Galle sowie schweres bei Menschen mit leichter .

Welche Nachteile hat Empagliflozin?

Es zeigten sich keine Nachteile.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

Bei folgenden Aspekten zeigte sich kein (relevanter) Unterschied:

  • Lebenserwartung
  • Herzinfarkte und Schlaganfälle
  • gesundheitsbezogene Lebensqualität
  • Gesundheitszustand
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen
  • Verschiedene Nebenwirkungen: Harnwegsinfekte, Erkrankungen der Geschlechtsorgane und Brustdrüse, diabetische Ketoazidose (lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung)

Welche Fragen sind noch offen?

Eine Folge der können Nierenerkrankungen sein. Hierzu legte der Hersteller keine verwertbaren Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses () im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Empagliflozin (Jardiance).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Empagliflozin (Herzinsuffizienz) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V. Dossierbewertung; Auftrag A21-93. 13.10.2021. (IQWiG-Berichte; Band 1217).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Empagliflozin (Herzinsuffizienz) – Addendum zum Auftrag A21-93; Auftrag A21-148. 10.12.2021. (IQWiG-Berichte; Band 1253).

IQWiG-Gesundheitsinformationen sollen helfen, Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen.

Ob eine der von uns beschriebenen Möglichkeiten im Einzelfall tatsächlich sinnvoll ist, kann im Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt geklärt werden. Gesundheitsinformation.de kann das Gespräch mit Ärzten und anderen Fachleuten unterstützen, aber nicht ersetzen. Wir bieten keine individuelle Beratung.

Unsere Informationen beruhen auf den Ergebnissen hochwertiger Studien. Sie sind von einem Autoren-Team aus Medizin, Wissenschaft und Redaktion erstellt und von Expertinnen und Experten außerhalb des IQWiG begutachtet. Wie wir unsere Texte erarbeiten und aktuell halten, beschreiben wir ausführlich in unseren Methoden.

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Aktualisiert am 06. Januar 2022
Nächste geplante Aktualisierung: 2025

Herausgeber:

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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