Coronavirus: Worauf achten bei Asthma?

Foto von Untersuchung einer Patientin (PantherMedia / Craig Robinson) Wie eine Covid-19-Erkrankung verläuft, hängt vor allem vom Alter und bestehenden Vorerkrankungen ab. Nach allem was man weiß, verläuft sie bei Menschen mit Asthma meist nicht schwerer als bei anderen. Wichtig ist, die Asthma-Medikamente wie gewohnt einzunehmen.

Asthma ist wie Covid-19 eine Erkrankung der Atemwege. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass Menschen mit Asthma durch das Coronavirus besonders gefährdet sind. Dies scheint aber bei den meisten Betroffenen nicht der Fall zu sein.

Erhöht Asthma das Risiko für Komplikationen?

Es gibt bislang nur wenige Studien, die untersucht haben, ob Menschen mit Asthma häufiger an Covid-19 sterben als vergleichbare Personen ohne Asthma. Die bisherigen Erkenntnisse sind:

  • Für Menschen mit leichtem oder mittelschwerem Asthma ist das Risiko zu sterben wahrscheinlich kaum oder gar nicht erhöht.
  • Menschen mit stärkerem oder nicht ausreichend mit Medikamenten behandeltem Asthma könnten etwas anfälliger sein für einen schweren Verlauf. Ob das tatsächlich so ist, muss aber noch besser untersucht werden.
  • Menschen mit Asthma haben ein geringeres Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 als beispielsweise Menschen mit Diabetes, schwerem Übergewicht oder Immunschwäche.

Wenn jemand mit Asthma eine Lungenentzündung bekommt und beatmet werden muss, kann das aufgrund der ohnehin verengten Atemwege problematisch sein. Die Beatmung kann länger dauern, man muss länger im Krankenhaus bleiben. Auch deshalb ist es wichtig, dass das Asthma so gut wie möglich behandelt wird.

Was lässt sich zum Risiko für Kinder sagen?

Die meisten Kinder mit Asthma dürften kein erhöhtes Risiko haben. Es gibt zwar bisher so gut wie keine Studien, die untersucht haben, ob Covid-19 für Kinder mit Asthma gefährlicher ist als für andere. Da aber nur die wenigsten Kinder überhaupt schwer an Covid-19 erkranken, gilt dies wahrscheinlich auch für Kinder mit Asthma.

Wichtig: Weiter die Asthma-Medikamente nehmen!

Es ist sehr wichtig, die Medikamente weiter einzunehmen, auch Kortison. Sie dienen dazu, Asthma-Anfällen vorzubeugen. Husten und Atemnot können sowohl bei Asthma als auch bei Covid-19 auftreten. Wer seine Medikamente nicht einnimmt und an Covid-19 erkrankt, riskiert unter Umständen, dass diese Beschwerden dann noch stärker ausfallen.  

Vereinzelt wurde behauptet, dass Kortison-Spray das Immunsystem so schwächen könnte, dass sich bei einer Covid-19-Infektion das Risiko für einen schweren Verlauf erhöht. Dafür gibt es aber keine Hinweise. Kortison-Spray hat kaum einen Einfluss auf das gesamte Immunsystem, da das Spray direkt auf die Lunge wirkt und nur sehr geringe Mengen vom ganzen Körper aufgenommen werden. Auch dafür, dass es die Lunge selbst anfälliger macht, gibt es keine Hinweise.

Auch Kortisontabletten sollten weiter eingenommen werden. Sie sind bei Asthma aber ohnehin nur selten und meist nur vorübergehend notwendig.

Bei allergischem Asthma spricht auch nichts dagegen, eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) fortzusetzen oder zu beginnen.

Falls jemand aufgrund einer Diagnose oder eines Verdachts auf Covid-19 in Quarantäne muss, ist es wichtig, dass ausreichend Medikamente vorhanden sind, um die Asthmatherapie fortzuführen.

Was mache ich bei Verdacht auf Covid-19?

Die Beschwerden bei Asthma und Covid-19 können sich ähneln. So kann es bei beiden Erkrankungen zu Husten und Kurzatmigkeit kommen. Zu anderen Covid-typischen Symptomen wie Fieber, einem veränderten Geschmacksempfinden oder starker Müdigkeit kommt es bei Asthma selten oder nie. Treten Corona-typische Beschwerden auf, kann ein Covid-19-Test sinnvoll sein. Ob dieser infrage kommt, wird in einem Testzentrum oder in einer Arztpraxis geklärt. 

Muss ich mit Asthma eine Maske tragen?

Für bestimmte öffentliche Bereiche wie Nahverkehrsmittel oder Geschäfte gilt die Maskenpflicht. Viele Menschen mit Asthma tragen die Maske ohne Probleme, manche fühlen sich aber unwohl damit. Sie befürchten, durch das Tragen einer Maske eher Asthma-Beschwerden zu bekommen. Ob eine Gesichtsmaske bei Asthma Atemnot auslösen kann, ist aber unklar: Dies ist wissenschaftlich noch nicht gut untersucht – und es gibt auch keine behördlichen Empfehlungen für Menschen mit Asthma. Wer große Probleme hat, eine Maske zu tragen, lässt sich am besten ärztlich beraten, etwa zum Maskentyp oder zum Gebrauch eines Gesichtsschildes. Nur bei besonderen gesundheitlichen Problemen können Ärztinnen oder Ärzte ein Attest ausstellen, das von der Maskenpflicht befreit.