Einleitung

Cabozantinib (Handelsname Cabometyx) ist seit September 2016 in Deutschland zur Behandlung eines fortgeschrittenen Nierenzellkrebs zugelassen.

Nierenzellkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Niere. Meist bleibt er lange unentdeckt, da Beschwerden erst bei fortgeschrittenen, größeren Tumoren auftreten. Symptome können bis in den Rücken ausstrahlende Schmerzen in der Nierengegend oder Blut im Urin sein. Ein Nierenzellkrebs kann in seinem Wachstum bereits so weit fortgeschritten sein oder Metastasen in anderen Organen gebildet haben, dass er durch eine Operation nicht mehr geheilt werden kann.

Manche Menschen mit fortgeschrittenem Nierenzellkrebs haben ein verändertes Protein im Tumorgewebe, das vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor (englisch: vascular Endothelial Growth Factor, VEGF) genannt wird. Dieses veränderte Protein kann zum unkontrollierten Wachstum des Tumors beitragen.

Cabozantinib wird bei einem fortgeschrittenen Nierenzellkrebs eingesetzt, wenn mindestens eine vorherige gegen VEGF gerichtete Behandlung erfolglos war. Cabozantinib soll VEGF im Tumorgewerbe blockieren und so das Tumorwachstum hemmen.

Anwendung

Cabozantinib ist in drei Dosierungen als Tablette verfügbar: 20, 40 und 60 mg. Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 60 mg. Die Dosierung hängt von der Verträglichkeit und den Nebenwirkungen ab und kann individuell angepasst werden. Die Therapie wird beendet, wenn die Erkrankung trotzdem fortschreitet oder zu starke Nebenwirkungen auftreten.

Andere Behandlungen

Für erwachsene Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkrebs, die bereits eine gegen VEGF gerichtete Behandlung erhalten haben, kommen als Standardtherapien die Wirkstoffe Everolimus oder Nivolumab infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2018 geprüft, welche Vor- und Nachteile Cabozantinib bei fortgeschrittenem Nierenzellkrebs im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Für den Vergleich legte der Hersteller eine Studie mit 658 Personen vor. Die eine Hälfte bekam Cabozantinib, die andere Hälfte wurde mit Everolimus behandelt. Für diese Personen zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat Cabozantinib?

  • Lebenserwartung: Die Studie gibt Hinweise, dass die Therapie mit Cabozantinib im Vergleich zu Everolimus das Leben verlängern kann. Von den Personen, die Cabozantinib erhielten, war die Hälfte nach etwa 21 Monaten verstorben. In der Gruppe mit Everolimus war dies bereits nach etwa 17 Monaten der Fall.
  • Blutarmut und Lungenentzündungen: Bei diesen Nebenwirkungen deutet die Studie auf einen Vorteil für Cabozantinib hin.

Welche Nachteile hat Cabozantinib?

  • Schwere Nebenwirkungen: Hier deutet die Studie auf einen Nachteil von Cabozantinib hin: Bei der Hälfte der Personen, die mit Cabozantinib behandelt wurden, traten bereits innerhalb von knapp 2 Monaten schwere Nebenwirkungen auf, mit Everolimus war das nach knapp 4 Monaten der Fall.
  • Auch bei der Nebenwirkung Durchfall deutet die Studie auf einen Nachteil von Cabozantinib hin: Trat bei der Hälfte der Personen mit Cabozantinib Durchfall bereits innerhalb von knapp 2 Monaten auf, war das mit Everolimus erst nach fast 23 Monaten der Fall.
  • Bluthochdruck und Hand-Fuß-Syndrom: Auch bei diesen Nebenwirkungen deutet sich ein Nachteil von Cabozantinib an.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Bei Krankheitsbeschwerden, Gesundheitszustand und Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen zeigte sich kein Unterschied zwischen den Behandlungen.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität legte der Hersteller keine verwertbaren Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Cabozantinib (Cabometyx).

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Auf der IQWiG-Plattform „ThemenCheck Medizin“ können Bürgerinnen und Bürger Forschungsfragen stellen. Fachleute werten dann das Wissen zu ausgewählten Themen aus. Die Ergebnisse sollen in künftige Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung einfließen.

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