Behandlung einzelner Metastasen

Foto von nachdenklicher Frau (PantherMedia / Monkeybusiness Images) Bei metastasiertem Brustkrebs hat der Tumor Absiedlungen in anderen Körperbereichen oder Organen gebildet, etwa in den Knochen, der Haut, der Lunge, der Leber und dem Gehirn. Manche dieser Metastasen können auch einzeln behandelt werden. Dies hängt davon ab, wo sie sich bilden.

Metastasen in den Knochen

Wenn Metastasen im Skelett auftreten, stören die Krebszellen den Auf- und Abbau von Knochen. Dadurch wird die Stabilität der Knochen beeinträchtigt, so dass sie schneller brechen können.

Knochenschmerzen lassen sich mit schmerzlindernden Medikamenten lindern. Die Metastasen können mit einer Strahlentherapie behandelt oder auch operiert werden. Dies soll die Stabilität der Knochen stärken, um Knochenbrüchen vorzubeugen, und ebenfalls Schmerzen lindern.

Außerdem können Medikamente den Knochenabbau hemmen. Sogenannte Bisphosphonate können zwar nicht ganz verhindern, dass Knochen durch Metastasen geschädigt werden. Sie bremsen den Abbau aber zumindest so weit ab, dass Brüche seltener vorkommen oder vermieden werden können. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie das Absterben von Gewebe im Kieferknochen (Kiefernekrose) sind selten.

Ein weiteres Medikament, das den Knochenabbau hemmt, ist Denosumab. Der Wirkstoff kann zu Durchfällen, Schwitzen und Kurzatmigkeit sowie zu Schmerzen in Muskeln und Knochen führen und den Kalziumstoffwechsel stören. Denosumab geht häufig mit einer Kiefernekrose einher. Denosumab kann zudem das Risiko für die Entstehung eines anderen bösartigen Tumors erhöhen.

Metastasen in inneren Organen und der Haut

Wenn Metastasen in inneren Organen – etwa in der Lunge oder Leber – oder in der Haut auftreten, ist eine operative Behandlung dieser Metastasen möglich, wenn

  • Metastasen nur in einem Lungenflügel oder Leberlappen auftreten (nicht in beiden),
  • der Tumor nicht wieder am selben Ort aufgetreten ist (Rezidiv),
  • sich kein zweiter Tumor entwickelt hat und
  • die erste Behandlung bei Auftreten der Metastasen mindestens ein Jahr zurückliegt.

Eine Alternative zu einer Operation von Metastasen in nur einem Leberlappen kann auch eine Radiofrequenzablation (RFA), eine Chemoembolisation oder eine stereotaktische Bestrahlung sein. Bei diesen Verfahren wird das Metastasengewebe gezielt durch Hitze, Einbringen von Medikamenten, Verschließen der Blutgefäße oder punktgenaue Bestrahlung so stark geschädigt, dass es nicht mehr wachsen kann. An diese Therapien schließt sich in der Regel eine medikamentöse Behandlung an.

Der Tumor kann auch Absiedlungen im Lungenfell bilden. Dadurch kann sich vermehrt Flüssigkeit in der sogenannten Pleurahöhle, dem schmalen Spalt zwischen Lunge und Rippen, ansammeln. Fachleute sprechen dann von einem Pleuraerguss. Die Flüssigkeitsansammlung kann zu Atembeschwerden und Schmerzen führen. Mithilfe einer Operation kann dieser Spalt geschlossen werden, so dass sich dort keine Flüssigkeit mehr ansammeln kann.

Begrenzte Hautmetastasen oder Metastasen in den Muskeln können operativ entfernt oder bestrahlt werden. Wenn die Metastasen noch relativ klein sind und an der Hautoberfläche liegen, kann manchmal auch eine Salbe mit einem chemotherapeutischen Wirkstoff helfen.

Metastasen im Gehirn

Metastasen im Gehirn können mit starken Schmerzen einhergehen. Diese können unter anderem durch eine Schwellung verursacht werden oder dadurch, dass sich Flüssigkeit im Gehirn ansammelt. Je nachdem wo sich die Metastasen befinden, kann es auch zu Folgeerscheinungen wie Gleichgewichtsstörungen oder Lähmungen kommen.

Einzelne Hirnmetastasen können operiert und die betroffene Stelle im Gehirn anschließend bestrahlt werden. Wenn sich mehrere Metastasen im Gehirn entwickelt haben, wird das ganze Gehirn bestrahlt. Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte Radiochirurgie, bei der hoch dosierte Strahlen auf einen genau abgegrenzten Bereich im Gehirn gerichtet werden. Dadurch wird das umliegende Gewebe einer geringeren Strahlenbelastung ausgesetzt als bei der Bestrahlung des ganzen Gehirns.

Gleichzeitig ist eine medikamentöse Therapie möglich, unter anderem um Schmerzen und weitere Folgen der Schwellung des Gehirns zu lindern.