Behandlung einer akuten Blasenentzündung

Foto von Antibiotika (PantherMedia / Lasse Kristensen) Antibiotika können bei einer akuten Blasenentzündung die Beschwerden rasch lindern und die Infektion beseitigen. Darüber hinaus gibt es einige Hausmittel und pflanzliche Präparate. Allerdings ist deren Wirksamkeit bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Unkomplizierte Blasenentzündungen sind sehr häufig. Die Ursache ist eine Infektion mit Bakterien. Sie macht sich normalerweise als brennender Schmerz beim Wasserlassen bemerkbar, oft verbunden mit gesteigertem Harndrang. Diese Beschwerden können sehr unangenehm sein, lassen sich aber gut behandeln. Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt meistens ohne Probleme aus.

Frauen gehen mit Blasenentzündungen ganz unterschiedlich um. Manche warten ein paar Tage ab, ob die Beschwerden von selbst wieder verschwinden oder beherzigen gängige Tipps, wie viel zu trinken oder nach dem Geschlechtsverkehr die Blase zu entleeren. Viele entscheiden sich aber wegen der unangenehmen Beschwerden dafür, Antibiotika einzunehmen.

Antibiotika helfen rasch

Für Antibiotika ist nachgewiesen, dass sie bei einer unkomplizierten Blasenentzündung rasch und gut helfen. Die Schmerzen und das Brennen lassen meist schon innerhalb von ein bis drei Tagen nach und sind kurze Zeit später vollständig verschwunden.

Wie lange das Antibiotikum eingenommen werden muss, hängt vom jeweiligen Wirkstoff ab. Die meisten Antibiotika werden heute entweder drei oder mehr als fünf Tage eingenommen. Die früher häufiger verschriebene Einmal-Gabe reichte zwar auch aus, um die Beschwerden zu bessern, allerdings sorgten überlebende Bakterien öfter für einen Rückfall.

Bei den meisten Frauen genügt eine dreitägige Behandlung, um die Beschwerden zu verringern. Eine längere Einnahme lindert die Beschwerden nicht besser, führt aber häufiger zu Nebenwirkungen wie Pilzinfektionen der Scheide, Magen-Darm-Problemen und Hautausschlag. Allerdings können nach der dreitägigen Anwendung mehr Bakterien in der Blase zurückbleiben. Ob dies zu häufigeren Rückfällen führt, ist nicht geklärt.

Die Wahl des Antibiotikums ist daher eine Abwägungssache: Frauen, die möglichst sichergehen wollen, dass der Infekt vollständig abklingt, bevorzugen vielleicht Antibiotika, die über fünf oder mehr Tage eingenommen werden. Frauen, die das Risiko für Nebenwirkungen gering halten möchten, nehmen vielleicht lieber ein Präparat, das sie nur für drei Tage einnehmen müssen.

Welches Antibiotikum infrage kommt, kann mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. In jedem Fall ist es wichtig, das ausgewählte Präparat wie vorgesehen einzunehmen und die Therapie nicht vorzeitig zu beenden.

Was Studien sagen

Was kann ich bei einer Blasenentzündung noch tun?

Viele Frauen trinken reichlich Wasser oder Tee und versuchen so, die Bakterien aus der Blase zu spülen. Auch Wärme (etwa als Wärmflasche, Heizdecke oder heißes Bad) wird zur Schmerzlinderung und Entspannung angewendet. Es gibt aber keine Studien dazu, wie wirksam diese Hausmittel sind.

Manche Frauen probieren außerdem zahlreiche pflanzliche Mittel, um ihre Beschwerden zu lindern, zum Beispiel:

  • harntreibende pflanzliche Mittel wie Birkenblätter, Schachtelhalm oder Brennnessel
  • Präparate mit Bärentraubenblättern, Cranberries oder Moosbeeren, die entzündungshemmend wirken sollen

Es ist jedoch für keines dieser Mittel wissenschaftlich belegt, dass es hilft. Dies gilt auch für homöopathische Mittel und Anwendungen aus der traditionellen chinesischen Medizin. Manche können bei einer Langzeitanwendung möglicherweise sogar schaden.

Für Frauen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen werden zudem Blasenspülungen angeboten, die verhindern sollen, dass sich Bakterien in der Blase festsetzen. Ob solche Spülungen hilfreich sind, ist bisher nicht ausreichend untersucht. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt.

Bei einer akuten Blasenentzündung lassen sich die brennenden Schmerzen beim Wasserlassen auch mit Schmerzmitteln dämpfen. Über Nebenwirkungen solcher Arzneimittel informiert die Packungsbeilage des jeweiligen Präparats. Wer unsicher ist, ob ein Schmerzmittel sinnvoll ist und welches geeignet wäre, fragt am besten die Ärztin oder den Arzt.

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